Schalldämmung eines Musikzimmers

Dominic P.: Ich ziehe in ein sehr hellhöriges Mehrfamilienhaus und bin aber Musikliebhaber. Da mache ich mir schon im Vorfeld Gedanken um eine Schallisolierung, zumindest des betroffenen Wohnzimmers.
Beim meinem letzten Besuch im Baumarkt bin ich in dieser Hinsicht kaum fündig geworden. Das Einzige was ich für diese Problemstellung gefunden habe, waren Holzfasermatten, welche zur Trittschalldämmung bei Laminatbodenverlegung Verwendung findet.
Dabei ist mir aber bewusst, dass sowohl alle Zimmerwände als auch die Decke und der Fußboden in die Dämmung mit einbezogen werden müssen.

Welche Möglichkeiten gibt es? Eventuell durch Einsatz von Matten oder nur der Einsatz von Gipskartonplatten-Konstruktionen?


Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Dominic,
hier geht es um Bauphysik. Man muss also wissen, aus welchen Materialien Wände und Decken bestehen. Wahrscheinlich sind die Decken aus Beton, die Wände aus Ziegelmauerwerk. Der Schall überträgt sich "wunderbar" über die Betondecke durch die Wand in die nächste Wohnung. Oder durch Hohlräume, z. B. Leerrohre, aber auch durch wasserführende Leitungen.

Generell kann man von den Trockenbauern etwas abgucken. Die bauen eine sog. "leichte Trennwand" aus Gipskartonplatten und stopfen die Zwischenräume fest mit Mineralwolle aus. Dadurch dringen nur noch gedämpfte Geräusche von einem Raum in den anderen. Statt normaler Gipskartonplatten solltest Du spezielle Schallschluckplatten nehmen, die den Schall "aufsaugen". Das gilt auch für die Decke. Hier kommt eine abgehängte Decke mit Akustikplatten infrage, wobei auch hier der Zwischenraum mit Mineral- oder Steinwolle ausgestopft werden sollte. Wichtig ist natürlich, die Übergänge zwischen Wand-Decke-Boden nahtlos zu schließen, sonst entstehen nicht Kälte-, sondern Schallbrücken.

Im übrigen: Je dicker die Lage Mineralwolle, je höher die Schalldämpfung. 12 cm sollten es sicherheitshalber sein.

Das Problematischste ist der Fußboden. Trittschalldämmplatten genügen nicht. Wenn Du mit der Dämmung nicht in die Tiefe gehen kannst, mußt Du in die Höhe gehen. Dadurch entsteht in Deinem Musikzimmer eine andere Ebene, als in den anderen Räumen: Stufe = Stolpergefahr. Nun kommen wir zu Türen und Fenster - hier muss Du spezielle Schallschluckfenster und -türen einbauen (lassen). Dabei ist wiederum nicht der kritische Punkt das Fenster selbst, sondern der Wandanschluß, der genau nach Anleitung des Herstellers hergestellt werden muss.

Sonst wummern die Bässe durch den Wandanschluß in die nächste Etage und all die Mühe war für die Katz.

Hinweise auf entsprechende Produkte findest Du in unserer Rubrik "Hersteller". Einiges wirst Du in Baumärkten kaufen können, anderes im Baustoff-Großhandel. Oder Du geht zu einem sog. Akustik- und Trockenbauer, der Dir auch die Gewähr gibt für optimale Wirkung.