Sandkiste in Form eines Wikingerschiffes bauen

Haben wir als Kinder nicht alle davon geträumt? Ein echtes Schiff nur für uns zum Spielen, egal ob Wikin­ger oder Pirat, hier kommt jeder kleine Abenteurer auf seine Kosten. Ein Gartenprojekt, bei dem die ganze Familie Ihre Kindheitsfantasien verwirklichen kann. Entstanden ist die Idee aus dem Wunsch einen außergewöhnlichen Sandkasten zu bauen, der auch das zentrale Element des Bootes ist. Nach und nach kamen immer mehr Ideen und Anregungen hinzu. Dieses Spielboot kann auch jeder für sich immer weiter entwickeln. So ist zum Beispiel ein Segel, das gleichzeitig als Sonnenschutz dient, ein weiteres Detail, das man unterbringen kann. Oder eine Sandabdeckung, die so stabil ist, dass man sie auch als Schiffsdeck mitbenutzen kann. Die Dazu passende stürmische See können Sie sich mit einem Wasserspiel in den Garten holen.

bauplan_sandkiste.jpg


Die Unterkonstruktion und das Deck bestehen aus 18 mm dickem, wasserfest verleimtem Sperrholz (sog. Baufurniersperrholz). Kopf und Schweif sind aus einer Bau- oder Maurerbohle herausgeschnitten. Für die Beplankung und die Schilder wurde dünneres (6 und 8 mm dickes) wasserfestes Sperrholz benutzt. Alle verwendeten Schrauben sind aus Edelstahl. Die Bemalung nimmt fast so viel Zeit in Anspruch wie der Bau des Bootes selbst, sie ist aber auch das, was ein solches Spielgerät so einzigartig macht.

Schritt 1: Zirkel für die Außenrundungen

Zirkel für die Außenrundungen

Zeichnen Sie sich mit Hilfe einer Schnur, die als Zirkel dient, im angegebenen Radius die beiden Außenrundungen an einer Deckplatte (Pos. 1) an. Zunächst wird die Breite der Deckplatte auf der Platte angezeichnet. Markieren Sie dann auf der Vorderseite den Mittelpunkt und zeichnen Sie den Ausschnitt für Kopf und Schweif ein. Schlagen Sie in den ersten Mittelpunkt einen Nagel ein und befestigen Sie daran die Schnur. In eine Schlaufe auf der ander­en Seite der Schnur wird ein Bleistift eingesteckt. 

Schritt 2: Schablone erstellen

Schablone erstellen

Zeichnen Sie zunächst beide Rundungen einer Deckplatte an, schneiden Sie diese aus und übertragen Sie dann die Kontur auf die andere Deckplatte und auf die Bodenplatten (Pos. 6). 

Schritt 3: Einzelteile zuschneiden

Einzelteile zuschneiden

Schneiden Sie auch diese drei Teile mit der Stichsäge aus und entgraten Sie die Schnittkanten mit einem Handschleifklotz. Die geraden Platten werden mit einer Handkreissäge und einer Führungsschiene zugeschnitten. Alternativ können Sie gerade Einzelteile auch im Baumarkt zuschneiden lassen.

Schritt 4: Verbindungslöcher bohren

Verbindungslöcher bohren

Bohren Sie jeweils in einem der beiden Bretter, die mitein­ander verbunden werden sollen, Löcher (D = 4,5) für die Spax-Schrauben (4x 45). Bohren Sie in die Pos. 16 jeweils 4 Löcher und benutzen Sie diese als Verbindungslaschen beim Verschrauben von Pos. 1 + 2. Dadurch erhalten Sie eine zusammenhängende Deckplatte.

Schritt 5: Verschrauben

Verschrauben

Verschrauben Sie dann die vier Seiten des Sandkastens mitein­ander. Die beiden seitlichen Bodenplatten (Pos. 6) werden mit dem Kasten verschraubt. Richten Sie den Kasten auf der Unterseite der Deckplatte aus und markieren Sie die genaue Position mit ein paar Strichen.

Schritt 6: Verspannen der Längsstreben

Verspannen der Längsstreben

Verspannen Sie die beiden Längsstreben (Pos. 5) und die Aussteifung mit dem Sandkasten und verschrauben Sie alles.

Schritt 7: Front- und Heckbodenplatten

Front- und Heckbodenplatten

Die Front- und Heckboden­platten (Pos. 8) werden parallel zum Deck ausgerichtet und festgeschraubt. Deck und Unter­bau werden von unten mit qua­dra­tischen Leisten miteinander verbunden.

Schritt 8: Front und Heckaussteifung

Front und Heckaussteifung

Schneiden Sie diese Leisten auf das in der Materialliste angege­be­ne Maß ab. Sie werden jeweils längs in den Sandkasten und quer an Front und Heckaus­steifung geschraubt.

Schritt 9: Befestigungsplatten für Kopf und Schweif

Befestigungsplatten für Kopf und Schweif

Richten Sie die beiden Befesti­gungsplatten für Kopf und Schweif (Pos. 10) zwischen Deck und Bodenplatte aus und schrauben Sie beide fest.

Schritt 10: Drachenkopf gestalten

Drachenkopf gestalten

Um den Drachenkopf größer gestalten zu können, wird ein Rest der Baubohle als Schnauze angeleimt. Zeichnen Sie die Form von Kopf und Schwanz mit einem Bleistift auf. Schneiden Sie die Konturen dann mit der Stichsäge aus. Benutzen Sie ein Kurvensägeblatt und sägen Sie langsam. Dadurch ersparen Sie sich größere Nacharbeiten. Die Kanten an Kopf und Schwanz werden mit einem Handschleifklotz oder einer Kantenfräse gerundet. 

Schritt 11: Zähne des Drachenkopfes

Zähne des Drachenkopfes

Als Zähne können Sie Dübel oder Äste ins Drachenmaul stecken. Wenn Sie ein Schnitzmesser haben, können Sie schuppen­ähnliche Vertiefungen in Kopf und Schwanz schnitzen. 

Schritt 12: Leisten zuschneiden

Leisten zuschneiden
Befestigungsleisten

Die vier Befestigungsleisten (Pos. 11) werden mit einer Tischkreissäge schräg (30 Grad) geschnitten. Schneiden Sie diese Leisten auf das angegebene Maß ab.

Schritt 13: Beplankung auschneiden

Beplankung auschneiden

Schrauben Sie Kopf und Schweif am Schiffsrumpf fest. Zeichnen Sie senkrecht die Kante an, an der die Befesti­gungsleisten ange­schraubt werden. Schrauben Sie die vier Leisten fest. Zeichnen Sie sich auf der seitlichen Deckplatte den Mittelstrich an, an dem die Beplankung zusammenstößt. Messen Sie von diesem Mittelstrich aus bis zu Kopf und Schweif die Länge der einzelnen Beplankungsplatten. 

Schritt 14: Platten festschrauben

Platten festschrauben,

Übertragen Sie die Maße auf die 6 mm Sperrholzplatte. Bei der Länge müssen Sie 10 mm dazugeben. Der Schwung wird freihändig mit einem Bleistift aufgezeichnet. Schneiden Sie die erste Beplankung aus und benutzen Sie diese als Schablone zum Aufzeichnen der anderen drei. Entgraten Sie alle Kanten mit einem Handschleifklotz. Die Kante, die an Kopf und Schweif stößt, wird mit einem Handhobel auf 30 Grad schräg gehobelt. 

Schritt 15: Hohlräume als Stauraum

Hohlräume als Stauraum

Halten Sie die erste Sperrholz­platte an das Boot und zeichnen Sie die Positionen der Schrau­ben an. Die ersten beiden Platten festschrauben. Wenn Sie die anderen beiden Platten festschrauben, werden Sie merken, dass es in der Mitte zu einer Überlappung kommt. Zeichnen Sie diesen Überstand auf der befestigten Platte an und lösen Sie diese soweit, dass ein Stück vom Boot absteht. Schnei­den Sie jetzt mit der Stichsäge oder hobeln Sie mit dem Handhobel diese Überlänge ab.

Schritt 16: Beplankungsplatten streichen

Die Schilder werden mit der Stichsäge ausgeschnitten. Ins Deck können Sie mit der Stich­säge noch Luken schneiden und die beiden darunterliegen­den Hohlräume als Stauraum nutzen. Bei der Form der Lukendeckel sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. 

Schritt 17: Grundfarbton auf die Einzelteile auftragen

Grundfarbton auf die Einzelteile auftragen

Schleifen Sie alle Teile, die sie streichen wollen, mit Körnung P 180. Beim Streichen ist es ratsam, die vier Beplan­kungsplatten abzuschrauben und einzeln zu streichen. Tragen Sie zunächst Grundfarb­ton auf die Einzelteile auf und setzen Sie dann mit Sprühdose und Pinsel gezielt Highlights. Wenn alles gestrichen ist, werden die Schilder an das Boot geschraubt. Mit der farblichen Gestaltung können Sie die richtigen Akzente setzen. Lesen Sie dazu auch unsere Tipps zum Umgang mit Sprühlack.

Maschinenliste

  1. Handkreissäge
  2. Stichsäge
  3. Akkuschrauber
  4. Tischkreissäge

Werkzeugliste

  1. Schleifklotz
  2. Zwingen
  3. Stemmeisen
  4. Winkel

Materialliste

PosAnz.BezeichnungLängeBreiteDickeMaterial

12Deckblatt Front u. Heck118073918BFU
22Deckblatt seitlich100073918BFU
32Sandkasten Front u. Heck96624818BFU
42Sandkasten seitlich105024818BFU
52Streben seitlich30023018BFU
62Bodenstrebe seitlich108610718BFU
72Bodenplatte Front u. Heck75029618BFU
82Aussteifung Front u. Heck55023018BFU
92Befestigung Kopf u. Schweif23010018BFU
104Befestigungsleiste Bepl.3003530Fichte, Kiefer
114Beplankungca. 15006006BFU
1220Schilder rundD = 2508BFU
131Drachenkopf137042040Fichte, Kiefer
141Drachenschwanz115026040Fichte, Kiefer
154Streben längs40024818BFU
Alle Maße in Millimeter; BFU 100 = wasserfest verleimtes Furniersperrholz

Oberflächentipp

Als Grundfarbe haben wir eine sog. Landhausfarbe auf Naturölbasis benutzt. Diese Farbe deckt sehr gut und hat nach dem Aushärten eine offenporige Oberfläche. Das bedeutet, sie lässt weiterhin ein gewisses Maß an Feuchtigkeitsaustausch zwischen Holz und Umgebung zu, außerdem macht sie die Quell- und Schwindbewegungen des Holzes mit. Dadurch kommt es nicht zu Oberflächenrissen und zu einem Abblättern der Farbe.

Nachdem die Grundfarbe getrocknet ist, werden die Konturen und Einzelheiten mit Sprühdose und Pinsel nach und nach hervorgehoben. Für die Arbeiten mit der Sprühdose werden vorher Schablonen aus Karton angefertigt, die nur den Teil der Oberfläche freigeben, der die Farbe erhalten soll. Wenn Sie bei einem solchen Boot alle Einzelheiten farbig gestalten möchten, bedeutet das zwar etwas Arbeit, das Ergebnis und die Freude Ihrer Kinder werden Sie aber dafür entschädigen.

Bauplan Sandkiste

Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihrer Sandkiste verwenden.

bauplan_sandkiste_skizze

Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.