Runde Gartenhäuser sogar im Baumwipfel

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Dauer-Campingplätze und Kleingärten samt Garten­haus sind etwas für Leute, die mal raus wollen aus den eigenen vier Wänden. Sowohl für die eine wie die andere Variante muss man natürlich geboren sein. Nun drängen auf einmal Hersteller auf den Markt, die alternative Wohn- und Freizeitideen zu bieten haben. Da ist zunächst einmal der Fertig­haus­hersteller HANLO, der ein schwimmendes Ferienhaus anbietet, dass auf Pontons gesetzt wird. Hochseetüchtig ist das Hausboot nicht, aber es wiegt sich sanft im Wasser des Naturhafens Krummin auf der Insel Ostseeinsel Usedom und wer ein Plätzchen sucht zum Entspannen mit seiner ganz persönlichen Nixe, der ist in diesem Hausboot mit immerhin zwei Schlafzimmern und natürlich einem Bad bestens aufgehoben.

Wer nicht gleich in den hohen Norden reisen will, um sich mit seinem Schatz zurück zu ziehen, kann sich auch in einem Baumwipfel auf einem Himmelbett fläzen. Vorausgesetzt, er hat einen Garten, in dem ein kräftiger Baum steht. Etwa eine 15 m hohe Kastanie oder eine 20 m hohe Buche. cocoon_01.jpg In die Krone eines solches Baumes muss er dann nur noch den „Cocoon Tre Pod“ hoch ziehen. Und dann muss er über eine Strickleiter den Rundbau erklimmen. „Rundbau“ ist eine leicht übertriebene Bezeichnung, denn das Gebilde mit einem Aluminium-Gestell (auf dem eine Matratze ruht) und einem Überzug aus wasserdichtem Gewebe wird ohne bauamtliche Zulassung verkauft, wiegt sich sanft im Wind (solange kein Sturm aufkommt) und ist für Paare geeignet, denen das Schlafzimmer langweilig geworden ist. Ob der Mann sich als Tarzan fühlt und seine Partnerin als Jane, kann erst dann beantwortet werden, wenn der berühmte Tarzanschrei ertönt (und die Nachbarn verschreckt die Polizei rufen).

Das runde Gebilde gibt es allerdings auch in „bodenständiger“ Ausführung, wie man sieht (linkes Foto). Es ist natürlich ebenfalls mit einer Matratze ausgestattet und hat auch ein eigens angefertigtes Deckbett. Der Rundling nennt sich „Cocoon Beach“ und darf natürlich auch in einem ganz normalen deutschen Garten aufgestellt werden, auch wenn weit und breit keine Beach zu erblicken ist. Und damit auch niemand sieht, was sich in der Kugel abspielt, können die Vorhänge zugezogen werden.

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Rund geht es auch im Pavillion „Rondor“ zu (Foto rechts). Wer bei diesem Gartenhaus an eine Käseglocke denkt, ist schief gewickelt. Denn im „Rondor“ lassen sich die Wände ver- und ineinander schieben, so dass je nach Wetterlage die stolzen Besitzer an der frischen Luft oder bei Regen im Trockenen sitzen. Das runde Glashaus kann auch einen Whirlpool aufnehmen. Die Wohnkugel könnte sich angesichts des kalten Frühlings 2013, als diese Zeilen geschrieben wurden, in den Gärten durchsetzen, zumindest in den Gärten von Landhaus- und Villenbesitzern. Die sitzen dann im blubbernden warmen Wasser des Whirlpools und empfinden den auf das Glasdach tropfenden Regen als höchst stimulierend.

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Nun ist die Welt zwar rund, aber üblicherweise sind Bauwerke eher quadratisch und vor allem eher rechteckig. „Gartenhauptdarsteller“ heißt die Tochter­firma eines Architekturbüros, das würfel­för­mige Gartenhäuser aus Glas herstellt. In diesen Glashäusern gedeihen keine Pflanzen, aber sinn­stiftende Gespräche über Gott und die Welt, über Politik, über Frauen (oder umgekehrt über Männer) und über die Frage, wie man seine Freizeit am besten gestaltet. Wenn es nach den Architekten dieser Boxen geht, dann in der Garten-Lounge. Die ist ganz auf Glas und dient auch als überdachte Terrasse. Da mag es bei der Garten-Party auf einmal vom Himmel schütten, was das Zeug hält — die Gäste verflüchtigen sich in die verglaste Box und können dort weiter ihren „Apo“ trinken, ohne dass er vom Regenwasser verdünnt wird.