Rückwärtiges Reihenhaus-Grundstück bebauen

Jens S.: Meine Eltern bewohnen ein Reihenhaus auf einem Grundstück von 12 m Breite und 50 m Tiefe. Hinten wäre also genug Platz für ein weiteres Haus. Allerdings kann man den hinteren Teil nur über einen unbefestigten Wirtschaftsweg erreichen. Die Gemeinde hat bei einer Bauvoranfrage abgewunken. Könnt Ihr mir Hoffnung machen?

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Jens,
Flächennutzungspläne und Bebauungspläne zu ändern, ist für einen einzelnen fast nicht möglich (es sei denn, Du bist Chef der größten Ratsfraktion oder sonst ein einflußreicher Mann in Deiner Stadt). Selbst wenn man Dir eine Baugenehmigung erteilen würde, könnte Dein Nachbar dagegen klagen, weil durch eine Bebauung sein eigener Grund und Boden im Wert sinkt (so würde er argumentieren). Dann ist da noch die Sache mit dem Grenzabstand - je 3m nach links und rechts, Dein Haus dürfte also allenfalls 6m breit werden. Und wie willst Du Dein Haus betreten - immer durch Diele und Wohnzimmer Deiner Eltern?

Das Baumaterial kann ein Kran über das Dach Deines Elternhauses heben - aber wie soll die Feuerwehr zu Dir gelangen, wenn es brennt? Über den unbefestigten Wirtschaftsweg könnten schwere LKW's vielleicht gar nicht fahren. Und Dein PKW wirst Du auch nicht über diesen Weg steuern dürfen, denn die Gemeinde hat eine Verkehrssicherungspflicht. Wegen Dir wird sie sicherlich nicht den Weg zu einer Straße umbauen und mit Laternen versehen.

Einen ganz, ganz kleinen Hoffnungsschimmer sehen wir aber: Wenn es Dir gelingt, Deine Nachbarn zu überreden, im hinteren Teil dieser ja sehr tiefen Grundstücke ebenfalls einer Reihenhausbebauung zuzustimmen oder wenigstens der Bebauung mit einigen Doppelhäusern, dann könnte Deine Gemeinde die Sache in einem günstigeren Licht sehen. Deine Nachbarn müßten dann aber alle einen Teil ihrer Grundstücke verkaufen (oder selbst bebauen). Und die alle unter einen Hut zu bringen, das wird sehr schwer werden. Viel Glück!