Rohbau eingeregnet - ist das schlimm?

Karsten K.: Wir sind gerade am bauen und nun hat es ja bekanntlich in den letzten Tagen ziemlich geregnet. Da das Dach leider noch nicht aufgesetzt ist, sind der Beton und die Ytongsteine völlig nass geworden !! Kann dies zu Problemen führen und hätte der Bauunternehmer Vorsorge tragen müssen?

Antwort des Baumarkt-Teams: Naja, das ist das Problem des konventionellen Baus, in dem immer (auch bei Trockenzeit) einige tausend Liter Wasser eingearbeitet werden. Das muss dann alles abtrocken, was auch im Laufe der Zeit geschieht. Um die Trocknung zu beschleunigen, werden u.a. Bautrockner eingesetzt. Das hat aber wieder Nachteile, denn bestimmte Putze und Estriche müssen "natürlich" austrocknen und dürfen nicht heißen Winden ausgesetzt werden. Bauunternehmer haben die Angewohnheit, die Rohbauten ungeschützt dem Wetter auszusetzen. Man könnte - zumal kleinere Baustellen - mit Planen abdecken, aber das sieht der Bauunternehmen nicht als seine Aufgabe an. Und keine DIN-Norm zwingt ihn dazu. Der Polier sagt Ihnen: "Wird schon wieder trocken, nur keine Sorge, Herr Bauherr!" Da hat er theoretisch recht. Praktisch sitzen Sie in einem feuchtnassen Haus, das in einem monatelangen Prozess austrocknet. Seien Sie froh, daß Ihr Rohbau jetzt hochgezogen wird und nicht zu Beginn der Winterzeit eingestellt wird. Dann würden Sie eine Tropfsteinhöhle vorfinden.