Regenwasser ableiten, speichern und nutzen

Regenwetter ist für viele Menschen lästig. Für die Landwirtschaft und Hobbygärtner ist er nach intensivem Sonnenschein ein wahrer Segen. Aber wie das so ist: Zuviel ist natürlich nicht gut und nach einem ausgiebigen Regenschauer möchte man besonders im Sommer schnell wieder an die frische Luft. Ärgerlich ist es dann, wenn sich der Garten in eine Sumpflandschaft verwandelt hat, weil das Regenwasser nicht richtig abfließen kann. Doch es geht nicht nur um den Abtransport. Regenwasser gibt es kostenlos. Warum sollte man teures Trinkwasser aus der Leitung verschwenden, wenn man den Garten auch mit Regenwasser gießen kann? Wir zeigen in unserer Übersicht, wie man das den Niederschlag effektiv nutzt.

1. Versiegelte Flächen erhöhen die Abwassergebühren

So ganz kostenlos ist Regenwasser leider doch nicht. Man bekommt es zwar frei Haus „geliefert“, aber für den Abtransport wollen Städten und Gemeinden dann einen kleinen Obolus haben — zumindest für das Wasser, das in die Kanalisation eingeleitet wird und nicht auf dem Grundstück versickert. Man kann mit entsprechenden Maßnahmen aber Abwassergebühren entgegenwirken.

2. Alternativen zur Flächenversiegelung

Für Terrassen und Wege gibt es verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung. Gerade bei PKW-Stellplätzen ist eine geschlossene Asphaltdecke natürlich naheliegend. Auch scheint Pflaster im Zementbett eine solide Lösung zu sein. Es gibt aber auch zahlreiche Alternativen zur Flächenversiegelung, die die Durchlässigkeit garantieren.

3. Rasengitter halten Stellflächen offen

Rasengitter sind ein idealer Kompromiss von Durchlässigkeit und Stabilität. In den großen Zwischenräumen kann Rasen wachsen und man steht nach Regenfällen dennoch nicht in einer matschigen Pfütze. Wie man Rasengitter verlegt, zeigen wir in dieser Anleitung.

4. Undichte Regenrinnen reparieren

Dass Regenrinnen undicht werden, kommt zwar selten vor, ist aber kein Problem, wenn der Schaden schnell behoben wird. In dieser Anleitung zeigen wir, wie man die Dachrinne abdichtet und repariert.

5. Regenwasser gezielt versickern lassen

Es gibt verschiedene Wege, das Regenwasser versickern zu lassen. Kommt es vom Dach oder wird es zunächst in einem Kanal gesammelt, bietet sich der Bau eines Sickerschachtes oder eine Rohrversickerung an. Wir stellen verschiedene Methoden zur gezielten Regenwasserversickerung im Garten vor.

6. Regenrinnen selbst montieren

Regen wird im Allgemeinen über Dachrinnen in die Kanalisation geleitet. Steht ein Gerüst zur Verfügung oder ist die Traufhöhe nicht allzu groß, kann man Dachrinne und Fallrohr leicht selbst anbringen.

7. Laubschutzgitter halten Regenrinnen frei

Regenrinnen muss man regelmäßig reinigen. Gerader Laub sammelt sich regelmäßig dort an. Dort wird es zersetzt und es bildet sich eine schlammige Masse. In der Folge kann das Wasser nicht mehr richtig abfließen. Ist das Fallrohr verstopft, schwappt das Wasser bei Regenfällen über. Mit einem Laubschutzgitter kann man eine der häufigsten Ursachen für den Rückstau von Regenwasser ausschließen.

8. Entwässerungsrinnen leiten Regenwasser zuverlässig ab

Hat man Wege und Terrassen gepflastert, kann der Boden Regenwasser natürlich nicht so leicht aufnehmen, wie beispielsweise eine Rasenfläche. Das Wasser sollte also in der Kanalisation verschwinden. Eine Entwässerungsrinne nimmt durch ihre relativ große Oberfläche schnell viel Wasser auf und kann so einen Rückstau verhindern. Es ist nicht schwer, eine Entwässerungsrinne selbst einzubauen.

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9. Regenhaube schützt Kellerschächte

Im Zuge des Klimawandels steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Extremwetterlagen eintreten. Es müssen nicht immer gleich Flüsse über die Ufer treten und ganze Landstriche unter Wasser setzen. Auch Starkregen kann punktuell die Kanalisation an die Grenzen ihres Fassungsvermögens bringen. Bis das noch nicht erreicht ist, kann man Kellerschächte mit einer selbst gebauten Regenhaube vor Überflutung schützen.

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10. Flachdächer müssen zügig entwässert werden

Wer einmal in einem Regenschauer bis auf die Haut durchnässt wurde oder mit Kleidung in ein Gewässer gefallen ist, weiß, wie schwer Wasser ist. Gerade auf Flachdächern können die Wassermassen zum Problem werden, weshalb man immer auf eine funktionsfähige Flachdachentwässerung achten sollte.

11. Die Fassade vor Schlagregen schützen

Doch es muss nicht immer gleich um Extrem­wetter­lagen gehen. Meistens haben Häuser eine „Wetterseite“, die ganz besonders Wind und Regen ausgeliefert ist. Bei Schlagregen drückt der Wind den Regen gegen das Gemäuer. Gerade bei geringem Dachüberstand nimmt die Belastung zu. Das ist besonders relevant, wenn man nachträglich das Haus von außen dämmt. Das ist natürlich kein Grund, auf derartige Dämmung zu verzichten, aber beim Schutz vor Schlagregen ist manches zu beachten.

12. Schutz vor Überflutung durch Rückstau

Egal, ob das Dach nun flach ist oder das Wasser eine Schräge hinab fließt — für Hausbesitzer geht es bei Starkregen darum, das Regenwasser möglichst schnell abzutransportieren, um gar nicht erst in die Verlegenheit zu kommen, den Keller auspumpen zu müssen. Lösungsvorschläge, die weitgehend verhindern, dass sich bei Starkregen das Wasser zurückstaut machen wir in diesem Artikel.

13. Versiegelung schützt Hauswände

Natürlich ist nicht nur die Wetterseite der Fassade dem Regen ausgesetzt. Auch die anderen Wände kommen immer wieder mit Feuchtigkeit in Berührung. Mit Fassadencreme lässt sich das Mauerwerk versiegeln und so auch der Wärmeschutz verbessern.

14. Regenwasser im Garten nutzen

Regenwasser muss nicht gleich in die Kanalisation geleitet werden. In Tanks kann man das Regenwasser speichern und zum Gießen des Gartens an heißen Sommertagen nutzen. Das schont die Umwelt und spart bares Geld.

15. Wasser im Wandtank sammeln

Man muss nicht zwingend einen großen Wasserspeicher im Garten vergraben, um vom Regenwasser zu profitieren. Einfacher geht es mit einem Wandtank für das Regenwasser, den man an dem Fallrohr anschließen kann. Aus diesem kann man bei Bedarf das Gießwasser abzapfen.

Foto(s): www.fotoatelier-schumacher.de