Rechtwinkliger Maueranschluss - wie wird er hergestellt?

Wie man eine Mauer im Verband mauert, haben wir Ihnen schon erläutert. Falls Sie den Beitrag allerdings nicht gelesen haben, sollten Sie ihn zunächst kurz durchlesen, da dort einige Begriffe und Vorgehensweisen erläutert werden, die Sie in diesem Beitrag benötigen. Hier geht es also zum Beitrag Mauerverbände. Allen, die sich mit Mauerverbänden bereits auskennen, erklären wir, wie man Mauerecken mauert, Mauern einbindet und Mauerkreuzungen fachgerecht ausführt. Wissen Sie nicht, was die Steinformate DF, NF oder 10 DF bedeuten, können Sie dies hier erfahren.

Mauerecken anlegen


Ist die Mauer einen Stein dick, wird die Mauerecke immer auf die gleiche Weise ausgebildet, unabhängig von der Mauerstärke oder ob es sich um einen Läufer- oder Binderverband handelt. Abwechselnd wird einmal die eine Schicht durchlaufen gelassen und dann die nächste. Je nach Steinformat ergibt sich ein Versatz von ½ am oder 1 am (das entspricht 6,25 cm oder 12,5 cm).

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Etwas komplizierter wird das Anlegen einer Mauerecke bei zwei- und drei-Stein dicken Wänden. Beim 24 cm dicken Mauerwerk im Blockverband wechseln sich Läufer- und Binderschichten ab. ¾ Steine in den Ecken sorgen für den nötigen Versatz von ½ am. Die Ecken eines 30 cm dicken Mauerwerks aus Steinen mit den Formaten 2 DF und 2 DF können mit ganzen Steinen angelegt werden. Dabei wechseln sich die beiden Steinformate von Schicht zu Schicht ab. Somit ergibt sich ein Versatzmaß von 12,5 cm (1 am). Abwechselnd Läufer- und Binderschichten sind wiederum beim 36,5 cm dicken Mauerwerk zu sehen. Die Ecken werden mit ¾ Steinen begonnen, um auf den nötigen Mindestversatz von ½ am zu kommen.

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Mauereinbindungen


Auch bei Mauereinbindungen müssen die Regeln des Maurerhandwerks berücksichtigt werden, es muß auch hier das Mindestüberbindemaß eingehalten werden. Um den Verbund zu sichern, wird jede zweite Schicht in die durchgehende Mauer eingebunden. Einbindende und durchgehende Mauer sollten gleichzeitig angelegt und hochgeführt werden. Andernfalls ist die einbindende Mauer abzutreppen. Wollen Sie nachträglich noch eine weitere Mauer anlegen, können Sie diese auch stumpf an eine bestehende Mauer stoßen. Maueranker aus Metall sorgen in diesem Fall für den notwendigen Verbund. Ist eine Mauer anzuschließen, die mit der durchlaufenden Mauer keinen Regelfugenversatz ermöglicht, kann beispielsweise das Steinformat am Maueranschluß gewechselt werden.

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Mauerkreuzungen


Sollen sich zwei Mauern kreuzen, läßt man abwechselnd die eine und die andere Schicht durchlaufen. Bei einer Wand mit Kleinformaten ist die Regelfuge um ½ am gegenüber der anstoßenden Schicht zu versetzen. Großformate werden um das Maß von 1 am, eine 24 er Wand mit Mittelformaten abwechselnd mit ½ am und 1 am gegenüber der anstoßenden Schicht versetzt angeordnet.

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