REA-Gips - Sinnvolle Alternative zum Naturgips

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Das Geschäft der Gipsindustrie mit der Naturgipsgewinnung ist lukrativ. Daher sind viele Unternehmen nicht daran interessiert, auf sinnvolle Alternativen zum Naturgips umzusteigen. Argumente gegen einen Umstieg auf alternative Lösungen wie dem ökologischen REA-Gips werden zahlreich hervorgebracht. Dass es sich jedoch für Betriebe und vor allem für die Umwelt lohnt, mit dem praktikablen REA-Gips zu arbeiten, ist mittlerweile belegt.

Der Umwelt zuliebe REA-Gips verwenden

Die Gipsindustrie argumentiert häufig damit, dass im herkömmlichen Gipsabbau bereits Maßnahmen zum Umweltschutz getätigt werden. Manche ausgebeuteten Gipstagebaue wären bereits zu wichtigen Sekundärbiotopen umgewandelt worden. Festzuhalten ist, dass Unternehmen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt haben, um Auswirkungen auf die Natur einzuschränken. Doch für die Umwelt reichen diese längst nicht aus. Es dauert Jahrhunderte bis die ausgebeuteten Lebensräume wiederhergestellt und naturnahe Umgebungen geschaffen sind. Im Hinblick auf den kontinuierlich fortschreitenden Klimawandel und das extreme Artensterben, muss die Gipsindustrie dringend umdenken. Ökologische Alternativen wie der REA-Gips sind unverzichtbar und dessen Verwendung wird vom Naturschutzbund (NABU) bereits begrüßt. Es sei eine ökologisch vorteilhafte Alternative. Diese Tatsache haben bereits viele Unternehmen wahrgenommen und entsprechend reagiert. So beispielsweise die STEAG Power Minerals GmbH, die den umweltfreundlichen Gips produziert, aus dem zahlreiche Gipsbaustoffe entstehen.

Fakten zum REA-Gips

REA-Gips ist reichlich vorhanden und entsteht bei der Rauchgasentschwefelung als Abfallprodukt. Rauchgase werden oft mit Kalk von Schwefel gereinigt. Das Schwefeldioxid, das in Abgasen enthalten ist, reagiert mit dem beigemengten Kalkstein und wird zu Gips. Es ist deshalb nicht notwendig, die Natur ihrer Rohstoffe zu berauben. Schließlich kann Gips als Abfallprodukt der Industrie wiederverwendet werden. Chemisch ist REA-Gips identisch mit dem Naturgips. Das Material kann genau wie der aus der Natur gewonnene Gips zur Produktion diverser Gipsbaustoffe genutzt werden. Von modernen Kraftwerksanlagen stammend, ist REA-Gips sogar meist viel reiner als Naturgips und in der Lage, diesen zu 100 % zu ersetzen. Egal ob Gipsputz, Estrich oder Kartonplatten - REA-Gips ist zu allem zu gebrauchen.

Einwände der Gipsindustrie

Die Gipsindustrie wehrt sich leider noch immer gegen den REA-Gips. Und das obwohl Einwände dagegen bereits entkräftet wurden. So beispielsweise die Annahme, REA-Gips sei giftig und radioaktiv. Verschiedene Studien widerlegten dies. Auch die Meinung, dass REA-Gips nicht für jegliche Anwendungen nutzbar sei, ist nicht korrekt. Einige Produzenten arbeiten bereits ausschließlich mit der ökologischen Alternative, ohne unter qualitativen Einbußen zu leiden. Vielerorts werden Naturgipse mit reineren REA-Gipsen gemischt, um eine Qualitätssteigerung zu erzielen.

Höhere Kosten

Für Unternehmen kostet die Umstellung auf REA-Gips Geld. Daher argumentieren viele Betriebe, dass sie sich dies nicht leisten können. Da jedoch das Verbraucherbewusstsein gegenüber umweltfreundlichen Alternativen gestiegen ist, sollten entsprechende Gips Produkte auffallend gekennzeichnet sein. Dies würde die Zahlungsbereitschaft erhöhen, so dass sich die Mehrkosten rentieren.

Langfristige Aussichten

Da Kohlekraftwerke aufgrund des Klimaschutzes nach und nach abgeschaltet werden, wird der REA-Gips-Vorrat langfristig knapp. Um anschließend trotz allem auf REA-Gips zurückgreifen zu können, müssen bis dahin weitere REA-Gipse erschlossen werden. Dazu eignet sich unter anderem die Metallurgie.

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de