Rahmeneckverbindungen - gefedert, gedübelt oder überblattet

 
Die Verbindung von Rahmenecken sind von sehr großer Bedeutung, kommen Rahmen in der Regel doch ein tragende oder aussteifende Rolle in einer Konstruktion zu. Rahmen dürfen sich nicht verziehen, sei es der Fensterrahmen, Türrahmen oder Möbelrahmen. Dabei kommt es vor allem auch auf die richtige Holzwahl, eine fachgerechte Ausführung und auf die Wahl der Verbindung an. Gebräuchliche Verbindungen sind beispielsweise die Überblattung, Schlitz und Zapfen, gefederte und gedübelte Rahmeneckverbindungen. Bei der Holzauswahl werden astfreie Herzbretter bevorzugt, da sich sonst das Holz verzieht. Auch schräg angeschnittene Schlitze oder Zapfen sowie ungenau sitzende Dübel können den Rahmen verziehen.

Überblattung



Die einfachste Verbindung im Rahmenbau ist die Überblattung. Dabei wird wechselseitig die Hälfte der Rahmendicke um die Rahmenbreite ausgeklinkt. Die Verbindung muss geleimt werden. Sie ist zwar mit geringem Aufwand herzustellen, aber auch wenig belastbar, weshalb sie zusätzlich durch Stifte oder Schrauben gesichert werden sollte. Überblattungen werden im Fachwerkbau oder beim Verlegen von Schwellen über Eck verwendet. Auch Zierrahmen und Fliegenfenster, die keiner großen Belastung ausgesetzt sind, werden auf diese Weise hergestellt.
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Schlitz und Zapfen


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Zum Herstellen von Möbel- und Fensterrahmen eignet sich vor allem die Schlitz- und Zapfenverbindung. Auch bei der Sparrenverbindung am Firstpunkt (ohne Firstpfette) wird diese Verbindung verwendet. Die aufrechten Rahmenteile erhalten in der Regel Schlitze, die waagerechten Rahmenteile Zapfen. Die am meisten verwendete Verbindung ist der einfache Zapfen. Aus statischer Sicht trägt diese Verbindung nicht viel. Die Schlitz- und Zapfenverbindung bietet jedoch eine gewisse Sicherheit gegen das Verdrehen der Hölzer. Nachteil: Wenn die Hölzer leicht verwunden sind, bringt diese Verbindung Schwierigkeiten beim Aufstellen. Der Zapfen soll lediglich die Verbindung zweier stumpf aufeinander stoßender Hölzer schaffen. Bei besonders belasteten Eckverbindungen oder bei dicken Rahmenhölzern werden Verbindungen mit

Doppelzapfen

hergestellt. Dient der Rahmen zur Aufnahme von Holz- oder Glasfüllungen, erhält er meist an der Innenkante einen Falz. Füllungsstäbe halten die Füllung im Falz. Die Füllung kann in diesem Fall ausgetauscht werden. Sollen die Füllungen fest im Rahmen eingebaut sein, wird der Rahmen mit einer Nut versehen.
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Gedübelte Rahmeneckverbindungen



Bei der gedübelten Rahmeneckverbindung können die Rahmen stumpf, auf Gehrung, mit oder ohne Nutzzapfen, mit Profil oder mit Konterprofil zusammengedübelt werden. Auf der Abbildung sehen Sie eine stumpf gestoßene Rahmeneckverbindung. Bei der Herstellung der Verdübelung ist darauf zu achten, daß der Bohrer beim Bohren der Dübellöcher nicht verläuft, da sonst der Rahmen beim Zusammenbau windschief werden kann.


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Gefederte Rahmeneckverbindungen



Auch mittels Federn können Eckverbindungen hergestellt werden. Hierbei werden die Rahmenhölzer auf Gehrung gesägt und mit einer Feder genutet. Die Feder dient zur Verstärkung der Verbindung, so daß die Verzahnung der Ecke auch bei größeren Belastungen gegeben ist. Bei einer stumpf gestoßenen Ecke ohne Feder ist die Leimfläche zu gering und daher die Stabilität der Verbindung bei größeren Belastungen nicht gegeben.


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