Praktischer Fahrradschuppen: Bauanleitung für eine Fahrradgarage

Für die Fahrradbesitzer, die es Leid sind, ihre Fahrräder nach der Benutzung in den Keller zu tragen oder anderweitig zu verstauen, bietet sich als Alternative eine Fahrradüberdachung oder eine Fahrradgarage, auch Bikeport genannt, an (siehe www.1-2-do.com). Diese schützen die Fahrräder nicht nur vor Witterungseinflüssen sondern sichern die Fahrräder unter Umständen auch vor Vandalismus und erschweren einen Diebstahl. Wem der Kauf einer Fahrradgarage zu teuer ist, der kann sie innerhalb von ein bis zwei Tagen auch selbst bauen. Für den Bau eines Bikeports aus Fichten-Vollholz werden folgende Materialien benötigt:

Stk. Beschreibung Material Maße
3 Pfosten FIRAHM 95 - Fichte Vollholz 1697mm (L) x 70mm (B); 95mm Stärke
1 Balken, quer FIRAHM 95 - Fichte Vollholz 1930mm x 70mm; 95mm
1 Auflager, Wand FIRAHM 95 - Fichte Vollholz 2000mm x 70mm; 95mm
3 Sparren MaterFIRAHM 95 - Fichte Vollholzial 1920mm x 70mm; 95mm
19 Verblendung ATT 19-Fichte Vollholz 2000mm x 45mm; 19mm
12 Dachbretter FIRAHM 80 - Fichte Vollholz 2600mm x 195mm; 18mm
3 Balkenschuh KO S31 Stärke 31mm
2 Aussteifung WI AL 6 - Stangenware, einseitig Gehrung 45° 1365mm x 30mm; 3mm
3 Stahlwinkel WI ZK 2 - Winkel für Sparren-befestigung Stärke 2mm
1 Lasur Lasur
6 Senkkopfschrauben Länge 140mm
6 Senkkopfschrauben mit 12er Dübel 140mm
6 Senkkopfschrauben 120mm
6 Senkkopfschrauben 50mm
4 Senkkopfschrauben 50mm
4 Panheads 35mm

Die Pfosten, Balken und Dachbretter kann man sich in einem Baumarkt oder auch bei einem Tischler zuschneiden lassen. Sofern andere Materialien oder Stärken verwendet werden, muss die Materialliste dementsprechend angepasst werden.

Schleifen und Beschichten der Oberflächen

Im ersten Schritt sollten zunächst alle Holzteile mit dem Schleifer bearbeitet werden. Dazu beginnt man mit einer groben 100er Körnung und anschließend mit einer feineren, wie der 120er Körnung. Darüber hinaus werden bei den Holzteilen alle Kanten mit Hilfe einer 45° Fase gebrochen. Anschließend wird die Lasur mit einem Pinsel aufgetragen, wobei unter Umständen ein Imprägniergrund vorher benötigt wird, je nachdem was in den Verarbeitungshinweisen des Lasurherstellers steht. Nachdem die oberen Seiten der Holzteile getrocknet sind, werden diese gewendet und von der anderen Seite lasiert. Dieser Vorgang wird zwei bis drei Mal wiederholt um einen optimalen Schutz des Holzes gewährleisten zu können. Für eine glattere Oberfläche kann man zusätzlich nach jeder Beschichtung das Holz mit einer sehr feinen Körnung und reduzierter Drehzahl wieder leicht anschleifen.

Erstellen der senkrechten Wand mit Verblendungen und Anschrauben der Balkenschuhe

Zunächst werden die drei Pfosten und der Balken mit Hilfe der sechs 120mm Schrauben miteinander verschraubt. Vorbohren ist in diesem Fall nicht nötig, da die Pfosten ein relativ großes Querprofil besitzen. Danach werden die Verblendungen mit den Panheads angebracht, wobei der Abstand zwischen den Verblendungen der Verblendungsbreite entspricht und somit die Verblendungen gleichzeitig als Abstandshalter dienen können. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Schrauben nicht zu fest angezogen werden um ein Bruch der Holzoberfläche rund um den Schraubenkopf zu verhindern. Als nächstes werden die Stahlwinkel an der Oberseite mit weiteren Panheads montiert, die für die spätere Befestigung der Sparren dienen, wobei pro Sparren ein Stahlwinkel benötigt wird. Zuletzt werden an den Unterseiten der Pfosten die Balkenschuhe mit den 50mm Schrauben befestigt.

Montieren des Auflagers für das Dach

Im ersten Schritt wird das Auflager mit den 140mm Schrauben und den 60mm Dübel, sofern die Fassade nicht gedämmt ist, an der Fassadenwand befestigt. Am besten sollten vorher die baulichen Gegebenheiten geprüft werden, da bei einer gedämmten Wand die Schrauben je nach Dämmdicke länger sein müssen. Um das Auflager in der Wand befestigen zu können, wird ein Ø 7mm Loch in das Auflager vorgebohrt. Dieser wird an der Wand positioniert, um mit Hilfe einer Schraube und eines Hammers die Löcher auf die Fassade zu übertragen. Anschließend werden mit einer Schlagbohrmaschine und einem Steinbohrer (Ø12 mm) die vorher angedeuteten Löcher gebohrt, die Dübel eingesetzt und das Auflager festgeschraubt.

Befestigung der Dachsparren an Auflager und an der senkrechten Stellwand

Damit die Stellwand bei der Positionierung nicht kippt, kann diese mit zwei Resthölzern gesichert werden. Nun wird der erste Sparren aufgelegt und mit dem Stahlwinkel befestigt, der bereits an der Stellwand montiert ist. An der Fassadenseite wird der Balken mit 140mm Schrauben an dem Auflager nach zu vorigem Vorbohren montiert. Das gleiche wird mit den anderen Sparren durchgeführt und nach Beendigung können die Resthölzer wieder entfernt werden.

Bedachung

Bei der Bedachung wird von unten nach oben vorgegangen. Das erste Dachbrett wird aufgelegt und mit den 50 mm Schrauben befestigt. Um ein vollständiges versenken der Schrauben zu erreichen muss vor dem Einschrauben die Vorbohrungen mit dem Versenker angesenkt werden. Im nächsten Schritt ist darauf zu achten, dass mit der Anbringung des darauffolgenden Dachbrettes die Schrauben des vorigen Dachbrettes abgedeckt werden. Dieser Vorgang wird für jedes Dachbrett wiederholt, bis das letzte Dachbrett mit den Panheadschrauben sichtbar vorne heruntergeschraubt wird.

Anbringung der Aluwinkel für die statische Aussteifung

Im letzten Schritt wird der Bikeport statisch ausgesteift, indem auf der Innenseite der senkrechten Wand die Aluwinkel angeschraubt werden. Diese sollten mit der Eisensäge abgelängt und eine einseitige 45° Gehrung angesägt werden. Daraufhin werden an den Enden jeweils zwei Ø5 mm Löcher mit einem Spiralbohrer gebohrt und anschließend die Aluwinkel mit Panheadschrauben an die Pfosten geschraubt.