Porenbeton: Baustoff, Verwendung, Abmessungen

Wenn es an das Bauen geht, sollte die Wahl des richtigen Baustoffs sorgfältig getroffen werden. Bausteine müssen die ihnen auferlegte Lasten tragen können. Manchmal sogar noch ein bißchen mehr, wenn bei einem Umbau noch ein Stockwerk draufgesetzt wird. Im Winter muss die Kälte draußen und die Wärme möglichst drinnen bleiben. Im Sommer möchte man es in der Wohnung dagegen eher kühl haben. Ruhig sollte es im Haus zu jeder Jahreszeit sein, der Lärm von der Straße soll dort bleiben, wo er ist. Will der Bauherr vieles in Eigenleistung erledigen, kommt es darauf an, dass die Bausteine sich einfach verlegen lassen. Zudem ist es für den Selbermacher einfacher, wenn er vom Keller bis zum Dach das gleiche Material verwenden kann. 

Anders beim Bauunternehmen. Hier ist Schnelligkeit die oberste Maxime. Wie Sie sehen, sind die Ansprüche an einen idealen Baustein groß und nur sehr schwer zu erfüllen. Einen "idealen" Baustein gibt es nicht, sondern lediglich solche, die dem Ideal sehr nahe kommen. 

Ein Baustoff für (fast) alle Fälle ist beispielsweise Porenbeton. Diesen wollen wir Ihnen etwas näher vorstellen. Die Abbildung zeigt den Wohnpark Pferdeweide in Hamburg-Iserbrook. Die 20 Reihenhäuser und 2 Doppelhäuser wurden komplett, das heißt vom Keller über Decken bis hin zu den Dachplatten aus Porenbeton hergestellt.

Was ist Porenbeton, wie wird er hergestellt?

Porenbeton gehört zur Gruppe der Leichtbetone. Mitunter hört man auch die Bezeichnung Gasbeton. Da das Wort Gas in Bezug auf Baustoffe negativ besetzt ist - man denke an das Ausgasen irgendwelcher Stoffe - wird Gasbeton heute in der Regel als Porenbeton bezeichnet. Porenbetonsteine werden aus Quarz- und Natursand sowie Kalk oder Zement und Wasser hergestellt. Bezogen auf die Masse macht Sand den größten Teil der Rohstoffe aus. Der Sand muss frei von Verunreinigungen sein. Sande, die beispielsweise Meersalz enthalten, können daher nicht verwendet werden oder müssen zuvor gereinigt werden. Als Bindemittel kommen Branntkalk und/oder Zement (Portlandzement, aber auch andere Zementsorten) zum Einsatz. Bei bestimmten Rezepturen werden zusätzlich geringe Anteile Gips oder Anhydrit oder recycelter Porenbeton beigegeben. 

Aus Wasser, Sand und Bindemittel wird eine Mörtelbrei gemixt, der in Formen abgefüllt wird. Damit der Porenbeton seinen Namen auch verdient, braucht man noch ein Treibmittel, das meist Aluminiumpulver oder eine feinteilige Aluminiumpaste ist. Durch das Treibmittel bilden sich Luftporen, die das Volumen des Mörtelbreis auf das fünffache ansteigen lassen. Der größte Teil des Porenbetons ist somit Luft. Nach der vollständigen Reaktion ist die Form völlig ausgefüllt. Der standfeste Rohblock wird nach dem Entfernen der Form mit Hilfe straff gespannter Drähte geschnitten. Nach dem Schneiden wird der Porenbeton in sogenannten Autoklaven gehärtet. Dabei wird der geschnittene Rohblock über einen Zeitraum von 6 bis 12 Stunden einer Sattdampf-Atmosphäre von 190 °C bei einem Druck von 12 bar ausgesetzt. Nach der Dampfhärtung hat der Porenbeton seine endgültigen Eigenschaften. Aus Porenbeton lassen sich auch bewehrte Bauteile herstellen. Die Bewehrung wird dabei mit in den Fertigungsprozeß einbezogen, das heißt die Bewehrungskörbe werden vor dem Gießen in die Formen eingebaut. 

Eigenschaften von Porenbeton

Porenbeton besteht, wie bereits erwähnt, zu großen Teilen aus Luft. Das bringt einige Vorteile mit sich: Porenbeton ist im Vergleich zu anderen Baustoffen sehr leicht. So kann man die einzelnen Steine größer machen und kommt somit schneller voran. Haben die Steine die übliche Größe, kommt man ohne Maschineneinsatz aus. Das freut den Selbermacher. Der Porenbeton mit seinen zahlreichen, gleichmäßig verteilten kleinen Luftporen besitzt eine relativ niedrige Rohdichte und somit eine für massive Baustoffe sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit. Das bewirkt einen exzellenten Wärmeschutz, sodass ein zusätzlicher Wärmeschutz häufig entfallen kann. Gemindert werden kann der Wärmeschutz durch Feuchtigkeit, denn Porenbeton saugt Feuchtigkeit sehr gut auf. Deshalb müssen Außenwände aus Porenbeton immer mit einer Putzschicht oder einer anderen Haut versehen werden. Um Spannungen aus dem Mauerwerk aufnehmen zu können, muss der Putz immer weicher sein, als der Stein darunter. Sämtliche Putzhersteller bieten spezielle Leichtputze für Porenbeton-Mauerwerk an, Zementputze sind hier völlig ungeeignet. 

Obwohl Porenbeton luftig und leicht ist, besitzt er eine hohe Festigkeit. Er ist somit auch für höhere Belastungen geeignet. Für einen optimalen Schallschutz sollen Bauteile möglichst schwer und massiv sein, sagt man allgemein in der Bautechnik. Massiv ist Porenbeton, schwer dagegen nicht. Dennoch werden die geforderten Schallschutzanforderungen ohne Probleme erreicht und unterboten. Der Schallschutz zwischen lauten und leisen Räumen wie Kinderzimmer und Schlafzimmer sollte mindestens 40 dB betragen. Das ist mit einer normalen 115 mm dicken Porenbeton -Trennwand möglich. Schallschutz über 50 dB ist mit mehrschaligen Wänden, z.B. zusätzlichen Gipskartonplatten, zu erreichen. Als massiver homogener Baustoff hat Porenbeton eine innere Dämpfung, bietet also guten Luftschallschutz. Alle Bestandteile des Porenbetons sind nicht brennbar. Darüber hinaus besitzt der Baustoff eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Bauteile aus Porenbeton erfüllen daher bei entsprechender Dimensionierung die Anforderungen aller Feuerwiderstandsklassen von F 30 bis F 180 und darüber hinaus. Ein großer Vorteil ist auch die hohe Maßhaltigkeit und Kantenschärfe der Porenbetonsteine. So kann auch jemand, der sein Leben mehr am Schreibtisch, als auf der Baustelle verbringt, sein Häuschen ohne große Hilfe alleine mauern. Das liegt auch daran, dass das Material mit der Handsäge oder einer elektrischen Bandsäge leicht zu schneiden ist. 

Bauteile aus Porenbeton

Ein Haus läßt sich vom Keller bis zum Dach komplett aus Porenbeton bauen, wie das Beispiel vom Anfang zeigt. Häufig verwendet man jedoch einen Mix aus mehreren Materialien. Der Dachstuhl wird meist noch ganz konventionell aus Holzbalken errichtet. Für die Zwischendecken verwendet man Stahlbeton, die zum einen eine höhere Tragfähigkeit haben und zum anderen noch bessere Schalldämmeigenschaften. Allerdings besitzen Porenbeton-Bauteile dort Vorteile, wo es auf die Reduzierung der Lasten ankommt. So etwa bei Umbauten, Aufstockungen von Gebäuden oder bei der Altbausanierung.

Plansteine

porenbeton2.jpgPlansteine verfügen über Nut und Feder und werden mit äußerst geringen Toleranzen gefertigt. Dadurch können sie im Dünnbettverfahren vermauert werden. Beim Dünnbettverfahren wird nur die erste Steinschicht in einer dicken Mörtelschicht verlegt, die weiteren Schichten verlegt man in Dünnbettmörtel. Die erste Reihe muss absolut senkrecht und waagerecht sein und auch die Höhe muss stimmen, da bei den weiteren Reihen kein Ausgleich mehr vorgenommen werden kann. Die Fugen sind lediglich 1-3 mm dick und nicht, wie bei herkömmlichen Mauerwerk, etwa 1 cm bis 1,5 cm. Die schmaleren Fugen sorgen zudem für eine bessere Wärmedämmung. Die Nut- und Federprofilierung sorgt für sicheren Halt und vermeidet Wärmebrücken. Eine Stoßfugenvermörtelung kann somit entfallen. Dies alles führt dazu, dass sich Plansteine mit geringem Zeitaufwand schnell verarbeiten lassen. Plansteine eignen sich für tragende Außenwände, für nichttragende Innenwände, als Innenschale für zweischaliges Mauerwerk oder auch für den Kellerbau. Plansteine aus Porenbeton eignen sich auch sehr gut für Ausfachungen von Skelettbauten bzw. als nichttragende Außenwände bei Schottenbauweise sowie für Holzfachwerk. Wie man Fachwerk mit Porenbeton ausmauert, können Sie hier nachlesen. 

Abmessungen Plansteine
Länge332 / 399 / 499 / 599 / 624 mm
Höhe199 / 249 mm
Breite175 / 240 / 300 / 365 mm

Planelemente

porenbeton4.jpgWenn es schnell gehen muss, werden Planelemente wie das Element Jumbo von Ytong verwendet. Die Elemente sind bis 0,75 m²/Stück groß und werden mit Minikran versetzt. Zwei Personen braucht man dafür, denn gleichzeitig den Minikran zu bedienen und die Steine an die richtige Stelle zu bekommen, ist für eine Person allein zu schwierig. Wenn jemand nach Feierabend sein Häuschen in Eigenarbeit hochzieht, wird er daher kaum Planelemente verwenden. 

Abmessungen Planelemente
Länge499 / 599 / 624 / 749 / 999 / 1499 / 1999 / 2499 / 2999 mm
Höhe374 / 499 / 599 / 624 / 749 mm
Breite100 - 400 mm

Planbauplatte

porenbeton3.jpg Planbauplatten aus Porenbeton eignen sich für massive, leichte Trennwände mit geringem Eigengewicht. Ebenso werden die Platten zur Ab- und Vormauerung und für Einrichtungsgegenstände verwendet.
Durch handlich große Formate ist eine schnelle Verarbeitung im Dünnbettverfahren garantiert. 

Abmessungen Planbauplatte
Länge499 / 599 / 624 / 749 mm
Höhe199 / 249 / 299 / 399 / 499 / 624 mm
Breite50 / 75 / 100 / 115 / 150 mm

Wandtafeln

Wandtafeln sind geschoßhohe tragende Porenbetonelemente. Mehrere Teile können zu raumgroßen Elementen verbunden werden, und zwar nicht nur auf der Baustelle, sondern auch schon im Werk. Sie dienen dann zusammen mit statisch wirksamen Deckenscheiben der Aufnahme der Horizontalkräfte. Wandtafeln werden mit einer Transportbewehrung versehen. Sie können an den Längsseiten glatt oder mit Vergussnuten bzw. Nut und Feder sowie mit horizontalen oder vertikalen Montagelöchern versehen sein. 
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Abmessungen Wandtafeln
HöheMax. 3500 mm
   Regelhöhen2250 / 2350 / 2500 / 2600 mm
   Brüstungshöhen500 - 1375 mm
Breite250 / 300 / 375 / 600 / 625 mm
Dicke115 / 150 / 175 / 200 / 240 / 250 / 300 / 365 / 375 mm
ProfilierungenWohnungsbau:   glatt
Wirtschaftsbau:   gefaste Längsfugen.


Wandplatten

porenbeton5.jpgWandplatten aus Porenbeton sind, im Gegensatz zu Wandtafeln, nicht nur für den Transport bewehrt und sind nichttragend. Sie werden im Wirtschafts- und Kommunalbau in Verbindung mit Tragkonstruktionen aus Stahl, Stahlbeton oder Holz vor, hinter oder zwischen Stützen verwendet. Die unterschiedlichen Bauteilgrößen und die horizontale und vertikale Verlegeweise öffnen viele Wege zur Fassadengestaltung. Zudem geben sie die Möglichkeit, jede Wand im Montagebau zu errichten. Die Wandplatten werden zur Abtragung des Eigengewichts, auch von Fensterbändern, und zur Aufnahme von senkrecht zur Platte wirkenden Windlasten verwendet.

Dach- und Deckenplatten 

porenbeton6.jpgDach- und Deckenplatten aus Porenbeton sind bewehrte, tragende, großformatige Bauteile nach DIN 4223. Als einbaufertige Montagebauteile besitzen sie bereits bei der Anlieferung volle Tragfähigkeit. Der Einbau erfolgt weitgehend trocken, lediglich Fugen und Ringankerquerschnitte müssen mit Beton vergossen werden. Schalungen sind keine erforderlich. Porenbeton-Deckenplatten eignen sich für alle Zwischen- und Abschluss-Decken von Gebäuden und können auf Stahlbeton, Stahl, Holz oder Mauerwerk verlegt werden. 

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Aufgrund ihrer sehr guten Wärmedämmfähigkeit erfüllen Deckenplatten aus Porenbeton als Keller- oder Obergeschossdecken schon mit den üblichen Deckenauflagen die Forderungen eines erhöhten Wärmeschutzes. Die Porenbeton-Dachplatten werden wie die Deckenplatten mit Nut und Feder verlegt. Der Fugenverguss entfällt, statt dessen müssen Verankerungsteile entsprechend ausgebildet und eingebaut werden. Bei geneigten Dächern muss die erste Platte an der Traufe sofort mit einer Absturzsicherung verbunden werden. 

Abmessungen Dach- und Deckenplatten

Länge = 750 cm, Regellänge 600 cm

Dicke 10 / 12,5 / 15 / 17,5 / 20 / 22,5 / 24 / 25 / 30 cm

Breite 62,5 / 75 cm

Fertigstürze

porenbeton7.jpgStürze aus bewehrtem Porenbeton werden zur Überdeckung von Tür- und Fensteröffnungen mit Öffnungsbreiten bis 1,75 m eingesetzt. Die bei anderen Baustoffen fast zwangsläufig auftretenden Wärmebrücken im Sturzbereich sind bei Porenbeton-Stürzen vernachlässigbar.

Flachstürze

porenbeton8.jpgPorenbeton-Flachstürze sind Fertigstürze mit geringem Verarbeitungsgewicht für Tür- und Fensteröffnungen in Porenbeton-Mauerwerk. Die Tragwirkung des Sturzsystems wird durch eine zwischen 125 und 750 mm hohe Übermauerung des Flachsturzes mit Plansteinen und/oder einer Massivdecke erreicht. Durch Kombination der verfügbaren Flachsturzbreiten von 11,5 und 17,5 cm lassen sich alle üblichen Wanddicken ausführen.

U-Schalen

porenbeton9.jpgU-Steine und bewehrte U-Schalen aus Porenbeton sind Schalungselemente für wärmegedämmte Tür- und Fensterstürze, für Ringanker, Ringbalken und andere tragende Bauteile sowie senkrechte Schlitze und Aussteifungssäulen im Mauerwerk. Die statisch erforderliche Bewehrung wird örtlich eingelegt und die U-Schale mit Beton verfüllt. Bei der Verwendung in Außenwänden ist bauseits eine Wärmedämmung einzulegen. Decken müssen zur Lastabtragung auf dem Betonkern aufliegen.

Massivtreppen

porenbeton10.jpgAuch Treppen lassen sich aus Porenbeton herstellen. Die maßgenau vorgefertigten, bewehrten Blockstufen werden in Aussparungen des Treppenhausmauerwerks bzw. auf Auflagerwangen verlegt. So wächst die Treppe mit dem Geschossmauerwerk und ist sofort begehbar. Mit speziellen Auflagerwinkeln kann die Treppe auch nachträglich im fertigen Rohbau eingebaut werden. Die unbehandelte Oberfläche kann mit jedem üblichen Belag verkleidet werden.

Deckenrandsteine

porenbeton11.jpgDeckenrandsteine bzw. Deckenabstellsteine sind dünne Porenbeton-Planbauplatten mit aufkaschiertem Mineralfaserdämmstreifen. Sie werden für die Abmauerung der Geschossdecken verwendet und verhindern Wärmebrücken sowie Bauschäden durch Übertragung von Spannungen aus den Decken.


Die Anleitung wurde zur Verfügung gestellt von Porenbetonhersteller YTONG.