Parkettboden hebt sich - was ist zu tun?

Annette: "Vor ca. 8 Wochen haben wir neues Click-Parkett in unser Wohnzimmer gelegt. Der Betonestrich, der darunter ist, ist schon ein Jahr vorher eingegossen worden und es lag eine Dampfsperre zwischen Estrich und Parkett.Trotzdem hat sich das Parkett nun gehoben, weil lt. Messgerät die Feuchte des Estrichs zu hoch für Holz ist. Was können wir tun?"

Antwort von Ulli: "Bei dieser Problemstellung werden drei wichtige Fragen aufgeworfen :

1. Ist die für einen Parkettboden nötige Randfuge (je nach Raumgröße 1,2 bis 1,8 cm) konsequent eingehalten worden? Ist nämlich der Abstand auch an "nur einer Stelle" deutlich geringer, so kann sich der Boden nicht ausreichend bewegen und stößt ggf. an dieser Stelle an die Wand. Bei weitergehendem Bewegungsbedarf wird sich der Boden dann minimal in den Putz und danach in den Raum drücken. Bei einem Click- Parkett (bei dem die Fugen ja nicht verleimt sind) kann sich z.B. eine einzelne Reihe der Dielen verschieben, wenn der Druck in Richtung der Dielen wirkt. Liegt die Druckrichtung jedoch senkrecht zur Richtung der Dielen oder wurde das Parkett in den Fugen verleimt (z.B. ohne Click- System), wirkt der Druck auf den gesamten Boden! Sind auf der der fehlenden Randfuge gegenüberliegenden Seite schwere Möbel (5m- Wohnzimmer- Schrankwand, voll mit Büchern und Kram...) - oder ist dort auch gerade "nur eine Stelle" ohne Randfuge, wird sich der Boden den Weg des geringsten Widerstandes suchen und sich nach oben wölben. Ein Indiz dafür wäre, dass sich der Boden beim darauf Laufen auch wieder nach unten drückt. In diesem Fall kann das Problem durch Nachschneiden der Randfuge behoben werden.

2. Ist die Dampfbremsfolie unter dem Parkett qualitativ in Ordnung (nicht zu dünn, an den Faltungen nicht gebrochen, nicht schon leicht spröde gewesen...)? Und : Wurde beim Verlegen konsequent mit geeignetem Klebeband abgeklebt? Denn letztendlich stellt sich die Frage, wie die Feuchtigkeit in das Parkett gelangt, wenn die Folie gut, dicht verarbeitet und fachgerecht verlegt wurde...

3. Wie kommt das Wasser in den Estrich? Wenn der Estrich tatsächlich ein Jahr liegt, sollte er trocken genug sein (woher sollte er mehr %-Feuchte aufnehmen als die umgebende Luft - und die verträgt der Parkettboden auch!). Wie und wo ist die Estrich- Feuchte gemessen worden ? Dazu müsste eigentlich die Folie durchstoßen worden sein. Oder wurde in der Estrichfuge zur Wand gemessen? Ist dann der gesamte Estrich nass? Dringend zu klären ist vor allem, woher die Feuchtigkeit kommt - denn selbst eine Versiegelung des Estrichs würde bei anhaltendem Eindringen von Feuchtigkeit zu weiteren deutlich übleren Bauschäden führen - und die Kosten für deren Sanierung wollen Sie Sich sparen, da bin ich sicher!"