Parkett und Laminat verlegen — schwimmend oder verklebt

Dank moderner Klicksysteme ist das Verlegen von Fertigparkett und Laminat schon längst kein Hexenwerk mehr. Jeder annähernd versierte Heimwerker kann sich an die Parkett- bzw. Laminatverlegung wagen. Bevor es losgeht, muss der Selbermacher jedoch einiges beachten. Insbesondere der Untergrund muss sauber, trocken und absolut eben sein. Ist der Boden uneben, was sich mit Wasserwaage und Richtlatte aufspüren lässt, so lässt er sich mit Fließ- oder Nivellierspachtel ausgleichen.

Parkett oder Laminat schwimmend verlegen

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Soll das Parkett bzw. das Laminat auf einem Estrich oder einer Fußbodenheizung verlegt werden, ist auf jeden Fall eine Dampfsperre in Form einer 0,2 mm dicken PE-Folie zu verlegen (1). Diese verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Untergrund nach oben steigen und den Bodenbelag schädigen kann. Soll Laminat oder Parkett über einer Fußbodenheizung verlegt werden, müssen diese auf jeden Fall dafür geeignet sein. Im Zweifel sollte man beim Händler bzw. Hersteller nachfragen.

Zusätzlich zur PE-Folie ist noch eine Trittschall- bzw. Gehschalldämmmung zu verlegen. Dabei kann es sich Rippenpappen, Rollenkork, Weichfaserplatten oder Schaumfolien handeln (2). Die Wahl und Dicke der Trittschalldämmung hängt ganz maßgeblich davon, wie stark der Schall reduziert werden soll. In der Regel kann man davon ausgehen, dass PE-Schaum den Trittschall am besten dämpft. Wer allerdings im Erdgeschoss wohnt, der kann durchaus auch auf die günstigere Rippenpappe zurückgreifen.

Ist die Trittschalldämmung ausgelegt, kann mit der Verlegung des Bodens begonnen werden. Zunächst wird mit der Nutseite zur Wand die erste Reihe ausgerichtet. Mit kleinen Keilen wird sichergestellt, dass die erforderliche Dehnungsfuge eingehalten wird (3). Solch eine Dehnungsfuge von 10 bis 15 mm ist notwendig, dass sich der Boden infolge Wärme und Feuchtigkeit ausdehnen kann. Wird die Dehnungsfuge vergessen, kann es passieren, dass Parkett oder Laminat sogar kaputt gehen oder es zumindest unschön aussieht.
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Nun geht es an die zweite Reihe. Begonnen wird diese mit dem aus der ersten Reihe übriggebliebenen Endstück (4). Ist dies zu klein oder sollte es mit ganzen Paneelen genau hingehauen haben, beginnt man mit einer halben Paneele. So ist sichergestellt, dass der notwendige Versatz zwischen den Reihen eingehalten wird. Die Elemente der zweiten Reihe werden eingeklickt und mit Schlagklotz und Hammer leicht und fugenfrei zusammengefügt. Je nach Hersteller variieren die Klicksysteme. Es sind daher die Herstellerangaben zu beachten. Manchmal empfiehlt es sich, die komplette Reihe erst einmal zusammenzustecken, ehe man sie an die bereits verlegte Reihe klickt. Oft kann man aber auch Paneel für Paneel einklicken.

Am Ende jeder Reihe kommt das sogenannte Zugeisen zum Einsatz (5). Mit ihm lässt sich das letzte Element einfügen, indem man es mit dem Hammer in Richtung vorheriges Element klopft. Anschließend das Paneel wieder mit einem Keil gesichert und so die notwendige Dehnungsfuge eingehalten. Beim Schneiden des letzten Elements ist diese Dehnungsfuge unbedingt zu beachten.

Auch beim Sägen der letzten Reihe muss diese Dehnungsfuge wieder berücksichtigt werden (6). Hier ist wahrscheinlich das Paneel auf der ganzen Länge zu sägen. Vorsicht: In Altbauten sind die Wände häufig so schief, dass sich die Breite des ersten und letzten Paneels stark unterscheiden kann. Es ist also an mehreren Stellen zu messen.
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Immer wieder trifft man in den Räumen auf Hindernisse — insbesondere auf Rohrleitungen von Heizungen (7). Die aus dem Boden ragenden Leitungen werden an der passenden Stelle des Paneels angezeichnet. Anschließend bohrt man mit einem Topfbohrer die Öffnungen und sägt das Paneel dann mitten durch die Öffnungen durch. Wer keinen Topfbohrer besitzt kann das Ganze auch mit einer Stichsäge machen. Nach dem Legen des Paneels das Stück dann einpassen und verkleben. Auch bei Rohren ist die Dehnungsfuge einzuhalten.

Damit der Boden unter Türzargen verlaufen kann, müssen diese mit einer Feinsäge gekürzt werden (8). Alternativ kann in das Paneel eine entsprechende Aussparung gesägt werden. An Türübergängen ist eine Dehnungsfuge von 10 mm vorzusehen. Überdeckt wird diese mit Profilen, die es in den verschiedensten Farben und Varianten gibt. Meist sind die Profile zweiteilig und bestehen aus einem verschraubten Träger und einer Abdeckung.

Ist der Fußboden komplett verlegt, können die Keile entfernt werden. Nun müssen nur noch die Sockelleisten angebracht werden, um die Dehnungsfugen zu überdecken (9). Der Handel bietet verschiedene Arten von Sockelleisten an. Manche werden einfach an die Wand geschraubt, andere werden mit einem Clipsystem befestigt.

Parkett vollflächig verkleben

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Ein vollflächig verklebtes Parkett ist für eine spätere Renovierung von großem Vorteil, kann es doch problemlos abgeschliffen werden (10). Zudem ist ein verklebtes Parkett geräuscharm und eine der hochwertigsten Lösungen. Allerdings sollte man sich als Gelegenheits-Heimwerker nicht unbedingt ranwagen, sondern besser einen Fachmann ranlassen. Wie es prinzipiell funktioniert, wollen wir dennoch nicht verschweigen.

Stark saugende Untergründe wie zum Beispiel Spanplatten oder ein Heizestrich müssen mit einem Tiefgrund oder mit verdünntem Klebstoff vorgestrichen werden (11).

Ist die Grundierung abgetrocknet, kann mit der Parkettverlegung abschnittsweise begonnen werden. Dazu werden die ersten drei Reihen zugeschnitten und eingepasst (12). Mit einem Stift wird auf dem Boden markiert, wie weit das Kleberbett reicht. Dann werden die vorbereiteten Elemente nach oben weggeklappt.
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Der Kleber wird mit einem Zahnspachtel über die markierte Fläche aufgebracht (13). Es ist darauf zu achten, dass der Kleber gleichmäßig verteilt wird.

Anschließend werden die drei Parkettreihen in das Kleberbett eingelegt und ausgerichtet (14). Durch Keile an der Wand wird der erforderliche Randabstand eingehalten.

Die folgenden Reihen werden jeweils nur für sich verklebt. Es wird als immer nur eine Reihe Kleber aufgetragen (15). Damit der bereits geklebte Boden beim Verlegen der nächsten Reihen nicht verrutscht, sollte er beschwert werden. Dazu eignen sich zum Beispiel noch nicht benötigte Parkettpakete.