Neue Verordnung um Kamin- und Kachelöfen ab 2013 gültig

Neue Verordnung schreibt schärfere Grenzwerte vor: Für Millionen Kaminöfen, Kachelöfen und Heizkamine endet 2012 die Nachweisfrist

Opas Kachelofen hat schon hundert Jahre überlebt und ganzen Generationen gemütliche Wärme spendiert. Aber ist das, was an Rauch und Ruß in die Luft und womöglich vom Wind in das offene Schlafzimmer des Nachbarn geblasen wird, heute noch gesetzeskonform? Rund 15 Millionen Kaminöfen, Kachelöfen und Heizkamine spenden in deutschen Haushalten angenehm wohlige Wärme und sorgen mit ihren flackernden Flammen für eine ganz besondere Stimmung.

Was die Stimmung aber trüben kann, ist die falsche Lagerung von Holzscheiten, wenn also feuchtes Holz verfeuert wird. Was die Grenzwerte bei der Verbrennung in den Öfen betrifft, ist der Schornsteinfeger gefragt. Ihm gegenüber muss jeder Besitzer einen Altersnachweis für seine Feuerstätte erbringen — das Datum findet sich auf dem Typenschild. Ein Jahr später ist dann ein Nachweis darüber erforderlich, dass die Feuerstätte auch die Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid (CO) einhält, um weiterhin Bestandsschutz zu genießen. So schreibt es die neue Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (1. BImSchV) vor, die seit März dieses Jahres in Kraft ist.

„Ein Nachweis für die Einhaltung der Grenzwerte“, so Dipl.-Ing. Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V., „kann eine Herstellerbescheinigung sein, die der Ofenbesitzer entweder direkt beim Hersteller erhält oder in einer Online-Datenbank findet, die wir gemeinsam mit den Herstellern aufgebaut haben. Diese ist im Internet unter www.ratgeber-ofen.de jederzeit abrufbar.“

Sollte eine derartige Bescheinigung nicht zu beschaffen sein — bei älteren Modellen liegen oftmals keine Staubmesswerte vor — bleibt bis 2013 Zeit, um eine Messung vom Schornsteinfeger durchführen zu lassen. Falls dabei die Grenzwerte nicht eingehalten werden, ist für Geräte, die vor 1975 einer Typprüfung unterzogen wurden, am 1. Januar 2015 allerdings Schluss.

Nach 40 Jahren sollte ohnehin über eine Modernisierung oder den Austausch der Geräte nachgedacht werden, da die Verbrennungstechnik inzwischen große Fortschritte erzielt hat. So wurden nicht nur die Emissionen gesenkt, sondern auch der Wirkungsgrad erhöht, was sich wiederum positiv auf den Brennstoffverbrauch auswirkt. Opas Kachelofen muss jedoch nicht ausgedient haben — wäre auch schade um das historische Stück. Aber ein Ofensetzer muss ran, um durch geeignete Nachrüstung vor den Messgeräten des Schornsteinfegers bestehen zu können. Diesen erfreut es sicherlich, wenn er ganz nebenbei erfährt, dass sich der Hausbesitzer ein wetterfestes Kaminholz-Regal gezimmert hat, wozu die Redaktion von baumarkt.de übrigens eine Bauanleitung ins Netz gestellt hat.

Für jüngere Geräte gelten längere Übergangsfristen: Erfolgte die Typprüfung bis Ende 1984, gilt das Jahr 2017, für Baureihen bis einschließlich 1994 das Jahr 2020 und für Geräte, die zwischen Januar 1995 und dem Inkrafttreten der Verordnung im März 2010 geprüft wurden, das Jahr 2024 als spätester Zeitpunkt für einen Austausch bzw. die Nachrüstung mit einem zugelassenen Staubfilter — falls die Emissionsgrenzwerte dann nicht eingehalten werden sollten.