Natursteinplatten und Marmorplatten schneiden

In südlichen Ländern sieht man sehr häufig im Haus oder auf der Terrasse Bodenbeläge aus Naturstein oder Marmor, die eben sind (sonst würde man ja auch dauernd stolpern), deren Kanten aber „natürlich“ gebrochen aussehen. Da keine Ecke und keine Kante gleich ist, braucht man Geduld, bis man die Bruchstücke so vorsortiert hat, dass keine allzu breiten Fugen entstehen. Wie man diese gebrochenen Natursteinplatten im Freien verlegen kann, erfahren Sie hier.

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Beachten Sie aber bitte, dass Marmor nicht frostfest ist, also nicht im Außenbereich verlegt werden sollte, zumindest nicht in Deutschland. Hier bietet sich vor allem Granit an, der in zahlreichen Varianten beim Fachhandel erhältlich ist.

Was aber beim Verlegen von Natursteinplatten, die sauber auf Maße wie 40 bis 80 cm Länge und 30 cm Breite gesägt worden sind und auch in Baumärkten für die Selbstverlegung angeboten werden? Sie sehen auf den ersten Blick aus wie großformatige Fliesen, können aber nicht wie diese verlegt und zurecht „geritzt“ werden — denn immer müssen aus größeren Platten kleinere gesägt bzw. geschnitten werden, damit der neue Naturstein- oder Marmorboden passgenau an jede Ecke und jede Wand anschließt. Das Verlegen mit speziellem Natursteinkleber ist nicht das Problem — das Problem ist das Zuschneiden auf kleinere Maße. Anders als beim Kürzen von Fliesen mit einem Fliesenschneider, einem recht preiswerten und einfach zu handhabenden Gerät, können die 2 bis 3 cm starken Natursteinplatten nicht wie bei Fliesen rückseitig angeritzt und dann sauber in zwei Teile gebrochen werden.

In den Marmorwerken werden die Rohblöcke in riesigen Wasserstrahlschneidemaschinen auf die benötigten Stärken, Längen und Breiten geschnitten. Diese Maschinen sind technische Wunderwerke, denn zum Sägen werden keine Sägeblätter verwendet, sondern nur feinster Wasserstrahl unter Hochdruck. Das alles mag interessant sein zu hören, nützt Ihnen aber nichts, wenn Sie aus 60 cm langen Granitplatten Formate von 10, 25 oder 33 cm Länge schneiden müssen.

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Hier gibt es nun drei Alternativen. Die erste ist, in einem Steinmetzbetrieb die Platten zuschneiden zu lassen. Das kann preiswerter und sinnvoller sein, als die Methoden zwei oder drei. Die zweite Methode ist, mit einer Flex mit Diamantscheibe zu arbeiten.

Die Scheiben (Foto) kosten bis zu 100 € und halten natürlich nicht ewig. Das Arbeiten mit der Flex sollte der Heimwerker im übrigen beherrschen. Mit der Flex erhält er allerdings keine sauberen Kanten — die muss er dann am Wandanschluss unter der Fußleiste verstecken.

sw-maschine.jpg Bei der dritten Methode kommt ein Nassschneidetisch (Foto) zum Einsatz. Ein solcher Schneidetisch (auch Steintrennsäge genannt) kann beim Werkzeugverleih gemietet werden. Kauft man ihn, muss man bei einer Qualitätsmaschine mit 800 bis 3.400 € rechnen. Die wird kein Heimwerker hin blättern, weil er einmal in seinem Leben eine Terrasse mit Granitplatten anlegen will. Auch bei einem Schneidetisch geht es nicht ohne Diamantscheibe — und zwar eine für Nassschnitt - , da in diesem Fall die Scheibe durch eine Wasserwanne rotiert, was zu sauberen Kanten führt. Je nach Modell können im Nassverfahren auch Einfräsungen und Ausschnitte ausgeführt werden. Der Selbermacher tut also gut daran, die Preise zusammenzustellen für eine Flex mit Diamantscheibe, für einen geliehenen Nassschneidetisch (für den er die Scheibe extra kaufen muss), für den Kauf eines solchen Tisches oder für das Zuschneiden in einem Steinmetzbetrieb.

Wenn er selbst schneiden will, ob trocken oder nass, sollte er eine Schutzbrille und einen Gehörschutz sowie Schnittschutzhandschuhe tragen — und beim trockenen Schneiden eine Staubmaske.

Fotos: www.lang-steinmetzwerkzeuge.de und www.steinwerkzeug.de