Natürlich bauen und dämmen mit Holzwolle-Platten

holzwolle1.jpg Holzwolle-Leichtbauplatte - hört sich federleicht an, ist es aber nicht. Vielmehr sind Holzwolle-Leichtbauplatten die Schwersten unter den Holzwerkstoffen. Das liegt vor allen daran, dass keine Kunstharze als Bindemittel verwendet werden wie bei Spanplatten, sondern Zement, Magnesit oder Gips. Die Holzwolle bleibt auch nicht so luftig leicht wie auf der Abbildung, sondern wird zusammen mit einer Suspension aus den Bindemitteln gepresst. Heraus kommt eine Platte, die zur Dämmung verschiedenster Bereiche am Bau verwendet wird. Die Bezeichnung "Holzwolle-Leichtbauplatte" ist seit dem 1. Juni 2003 offiziell Vergangenheit. An diesem Tag wurde die europäische Dämmstoffnorm eingeführt und aus der Holzwolle-Leicht­bau­platte die Holzwolle-Platte. Die Qualität der Platten blieb jedoch die Gleiche.

holzwolle2.jpg Ein wichtiger Aspekt bei der Holzwolle-Platte ist die Ökologie. Die Ausgangsbasis für die Dämmplatten bilden allein natürliche Rohstoffe. Die Holzwolle wird aus heimischen Hölzern wie Fichte oder Kiefer hergestellt. Dies geschieht in einer Holzwollemaschine, wo ausreichend luftgetrocknete Holzstämme zu Holzwolle verarbeitet werden. Bei der Herstellung wird auf die Verwendung von Formaldehyd und Pilzgiften verzichtet. Dennoch sind Holzwolle-Platten widerstandsfähig gegen Verrottung, Pilzbefall und Feuer. Sie können daher zur Dämmung von Dach, Decke oder Wand im Innen- und Außenbereich verwendet werden. Holzwolle-Platten sind nicht nur ein Dämmstoff, sie werden auch als wandbildender Baustoff für beispielsweise leichte Trennwände eingesetzt. Eine weitere positive Eigenschaft der Platte ist die Schalldämmung. Ohne Putzauftrag wirkt sie aufgrund ihrer offenen Porenstruktur als Schallabsorber. Die Holzwolle-Platte ist allerdings auch ein hervorragender Putzträger und besitzt gute Brandschutzeigenschaften. Bei Holzständerwänden, Holzbalken- und Stahlträgerdecken wird die Feuerwiderstandsklasse F 30 erreicht, in Verbindung mit Stahlbetondecken sogar die Feuerwiderstandsklasse F 180. Zum Lackieren oder Tapezieren müssen die Platten vorgrundiert werden. Dadurch wird die Atmungsaktivität jedoch stark eingeschränkt, denn eigentlich regulieren Holzwolle-Platten die Luftfeuchtigkeit und sind auch in der Lage Schadstoffe zu binden. Damit dies so bleibt, empfiehlt sich der Einsatz dampfdurchlässiger Silikatfarbe. Diese Farbe ist frei von Konservierungsstoffen und Schadstoffen und ist somit auch für Allergiker geeignet.

holzwolle3.jpg Ein Problem von Holzwolle-Platten ist die im Vergleich zu anderen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder Schaumkunststoffen geringere Wärmedämmfähigkeit. Aus diesem Grunde wurden Holzwolle-Mehrschichtplatten entwickelt. Diese Platten bestehen aus einem Kern aus Mineralwolle oder Polystyrol mit einer ein- oder beidseitigen Deckschicht zementgebundener Holzwolle. Bei einer Platte mit Mineralwollekern verbessern sich die Eigenschaften zum Wärme-, Brand- und Schallschutz erheblich. Je nach Befestigungsgrad werden bis zu 95% des auftretenden Schalls absorbiert. Einsatz finden die Platten beispielsweise bei der Dämmung von Dächern, Hallenbauten und Tiefgaragen. Bei der Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Polystyrolkern steht die Wärmedämmung im Vordergrund. Bei der Verwendung im Außenwandbereich kommt die gute Eignung als Putzträger hinzu. Häufig werden die Holzwolle-Mehrschichtplatten auch als verlorene Schalung verwendet, das heißt sie bleiben nach dem Betonieren im Bauwerk zurück. Beispielsweise gibt es Elemente zur Deckenrandschalung. Diese ersparen das mühsame Ein- und Ausschalen der Betondecke. Im Innenbereich können die Mehrschichtplatten auch unverputzt bleiben und eine Dekorfunktion übernehmen. Die Platten werden dann höchstens noch farbig angestrichen.