Nachträgliche Dämmung von Rollladenkästen

rolladen-beck-henn.jpg Der Rollladenkasten ist bei vielen älteren Gebäuden ein ausgewiesener Schwachpunkt, kann die Kälte dort doch mangels Dämmung ungestört in die Wohnung gelangen. Oft befindet sich zwischen Innenraum und Außenluft nur eine dünne Holz- oder Holzwerkstoffplatte. Ist der Rollladenkasten auch noch undicht, pfeift der Wind zudem durch die Ritzen. Will man sich und seinem Haus etwas Gutes tun, sollte man die Rollladenkästen daher nachträglich dämmen.

Schwachstellen bei der Wärmedämmung eingebauter Rolladenkästen liegen hauptsächlich bei unfachmännischen Revisionsöffnungen auf der Raumseite sowie beim undichten Gurtauslass bzw. Gurtführung oben am Rollladenkasten. Hier bilden sich Wärmebrücken, an denen die teuer bezahlte Wärme unkontrolliert ins Freie strömt. Im schlimmsten Fall bilden sich an diesen Stellen später Schimmel und Risse.

Noch ein Grund mehr, sich um die Dämmung des Rolladenkastens zu kümmern oder auf Rollläden sogar ganz zu verzichten, wie es manche Experten raten, da für sie die Rollläden kaum einen Einbruchschutz darstellen. In letztem Fall werden die Rollläden ganz entfernt und die Kästen zum Beispiel mit einer Zellulosedämmung gefüllt und nach innen luftdicht abgedichtet.

Soll der Rollladen weiter genutzt werden, kann der Kasten durch eine nachträgliche Dämmung entscheidend verbessert werden. Idealerweise würde der Rollladenkasten an fünf Seiten gedämmt werden. Am wichtigsten sind jedoch die direkt zum Zimmer gerichteten Seiten (nach unten und vorne). Durch Dämmung der restlichen Seiten können Wärmebrückeneffekte verringert werden. Sie ist jedoch meist nicht durchführbar, und wenn doch, dann nur mit verringerter Dämmdicke. Als Dämmdicke sollte die größtmögliche gewählt werden. Als Material kommt zum Beispiel Kork, Holzweichfaserplatten oder Polystyrol in Frage.

Im Handel sind verschiedene Systeme wie die Roka-Thermo-Flex-Dämmung von Beck + Heun zu finden, die der Heimwerker alleine und zeitsparend montieren kann. Eine Roka-Thermo-Flex-Platte besteht aus zwei Dämmplatten aus Styropor und Neopor, einem Diffusionskern im Zwischenraum und Federstahlstreifen. Letztere gewährleisten, dass sich die Dämmplatte problemlos in den Kastenraum einklemmen lässt. Zudem erhält der Federstahl die Rundungsspannung aufrecht.

Zum Einbau wird bei aufgewickeltem Rollladenpanzer der Innenraum des Kastens geprüft und die Dämmstärke der Platte (z.B. 25, 30, 35 oder 40 Millimeter), sowie die erforderliche Abwicklungslänge festgelegt. Nach diesen Maßen wird die Platte mit einem Cutter-Messer oder einer kleinen Säge zurecht geschnitten. Alternativ wird der Einsatz einer kleinen Flex empfohlen. Zur Montage im Kasten wird die Platte gekrümmt und mit Montageschaum fest im Kasten verklebt. Stoßfugen werden ebenfalls mit Schaum "versiegelt".