Mittel zum Strahlen von Oberflächen

steag-powerminerals_glasgranulat.jpgDas Strahlverfahren ist eine Methode der Fertigung, bei der Strahlmittel in geeigneten Strahlgeräten unter­schied­licher Systeme eingebracht und beschleunigt werden, sodass es zum Aufprall auf das zu bearbeitende Werkstück kommt. Dabei kommen die unter­schied­lichsten Strahlmittel zum Einsatz. Die Wahl des Strahlmittels und dessen Partikelgröße ist für die abrasive Oberflächenbearbeitung verantwortlich. Die Rauigkeit der Oberfläche kann bis zu einem gewissen Grad frei eingestellt werden. Prallt das Strahlmittel auf das zu bearbeitende Werkstück auf, wird die Verunreinigung dessen teilweise abgetragen oder die Oberfläche aktiviert. Dabei ist es von großer Wichtigkeit, dass das Strahlmittel aufgenommen und falls erforderlich entsorgt werden kann.

Die verschiedenen Mittel zum Strahlen

Es gibt unterschiedliche Strahlmittel, zum Beispiel Asilikos, Asilit, Afesikos, Granat HS, Steel-Shot, Hartgussgranulat, Stahlkies, Korund SK oder auch Glasstrahlperlen. Neben diesen Strahlmitteln gibt es bspw. auch Glasgranulat von Steag (siehe www.steag-powerminerals.com). Das Glasgranulat kommt ohne Eisen aus und ist ein Mehrwegstrahlmittel. Dabei wird es ebenfalls wie Glasstrahlperlen aus Natronglas hergestellt, welches zuvor geschmolzen wird. Aus diesem Grund ist es sehr umweltfreundlich. Es wird zum Reinigen und Finishstrahlen von empfindlichen Oberflächen verwendet ebenso wie Glasperlen. Glasgranulat ist jedoch aufgrund der kantigen Form aggressiver und besitzt deshalb eine stärker abschleifende Wirkung. Darüber hinaus ist es auch möglich, Glasperlen und Glasgranulat gemeinsam einzusetzen. Ein weiterer Vorteil von Glasgranulat sind die vergleichsweise geringen Anschaffungskosten, denn Glasperlen sind durchaus kostenintensiver. Zudem kann Glasgranulat auch im Freiraum verwendet werden, obwohl kein optimaler Umlauf möglich ist. Auch optische Effekte können mit Glasgranulat erzielt werden. So ist das Mattieren metallischer Oberflächen oder die Bearbeitung von NE-Metallen möglich.

Die Bestimmung von Strahlmitteln

Je nach Bedarf werden Strahlmittel nach unterschiedlichen Eigenschaften klassifiziert. Wenn das Strahlmittel sehr hart ist, hat es eine schnelle und intensive aufrauende Wirkung. Dabei wird die Härte nach der sogenannten Rockwellskala bestimmt. Auch die Strahlkorngröße ist relevant, denn je größer die Teilchen sind, desto größer ist auch die Kraft beim Aufprall. Um ein gleichmäßiges Aufrauen der Oberfläche zu erzielen, ist eine ebenso gleichmäßige Korngröße des Strahlmittels erforderlich. Ebenso wichtig ist die Form des Strahlmittels. Je runder und kompakter es ist, desto einheitlicher ist der Reinigungseffekt der Oberfläche. Ist das Strahlmittel scharfkantig und splittrig, reinigen die Teilchen durch Schneiden und Reiben. Sie schaben und haben eine tiefergehende Wirkung zur Folge, die Oberfläche wird nachhaltiger aufgeraut. Auf diese Weise wird eine stärker verankerte Haftungsgrundlage für die folgende Beschichtung erzielt. Besitzt das Strahlmittel kantige oder kantengerundete, kompakte Körnungen, wird eine schabende und glättende Wirkung erzielt. Die Oberfläche ist weniger rau. Viele Strahlmittel sind von natürlicher Herkunft. Um sie verwenden zu können, werden sie gewaschen, danach getrocknet und häufig auch gebrochen. Diese Strahlmittel wurden früher häufig verwendet. See- oder Dünensand sind beispielsweise Strahlmittel natürlichen Ursprungs. Allerdings ist ihr Verwendungsbereich doch deutlich eingeschränkt. Des Weiteren gibt es Agrarstrahlmittel, bei denen es sich um Nebenerzeugnisse von Agrarprodukten handelt. Dazu gehören zum Beispiel Nussschalen oder gemahlene Obstkerne aber auch gemahlene Spreu und Reisschalen sowie andere Produkte. Diese Strahlmittel sind weich und verfügen nur über eine schwach schabende Wirkung. Eingesetzt werden sie unter anderem zur Bearbeitung von weichen Oberflächen.