Mit versetzter Fuge gegen Wärmebrücken im Mauerwerksbau

Seit rund 2000 Jahren gibt es Fugenmörtel. Die Römer benötigten ihn seinerzeit um die hohen Maßtoleranzen, die bei der vorindustriellen Fertigung der Mauersteine anfielen, auszugleichen. Heute erweist sich die Fuge als problematisch, vor allem in Bezug auf die ständig steigenden Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz. Fugen sind Wärmebrücken mit all ihren negativen Folgen. Die ursprünglich 12 mm dicke Lagerfuge wird seit einigen Jahren auf 1 mm reduziert. 249 mm hohe Plansteine mit einer Maßgenauigkeit von ± 1 mm und die Verklebetechnik mit Dünnbettmörtel machen es möglich. Anders die Stoßfuge: Stand der Technik ist hier bislang die mörtelfreie Verbindung mittels Nut und Feder. Dass eine solche Verbindung im Baustellenalltag nicht immer zu absolut dichten Stoßfugen führt, liegt auf der Hand. Zu große Lücken müssen zwingend nachvermörtelt werden, für die wichtige Wanddichtigkeit sorgt häufig erst die Putzschicht. Die Stoßfuge ist somit ein neuralgischer Punkt. Dies gilt ganz besonders für Steine mit integrierter Dämmung, da die Dämmschicht genau im Fugenbereich unterbrochen wird.

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Ausgehend von dieser Problematik schlägt JASTO mit dem Z-Stein einen völlig neuen Weg ein. Mit einer neuen Steingeometrie wird der direkte Wärmedurchgang verhindert: Die Fuge wird halbiert und dann versetzt angeordnet. Mauerwerk aus Z-Steinen bringt es auf eine Wärmeleitzahl von λR = 0,07 W/mK. Bei einer Wanddicke von 36,5 cm wird ein U-Wert von 0,18 W/m2K erreicht. Verantwortlich für diese ausgezeichneten Wärmedämmwerte ist neben der versetzt angeordneten Fuge auch die Verwendung besonders leichter ausgesuchter Zuschlagstoffe aus Rheinischem Bims und der in die Hohlkammern integrierte Polyurethan-Dämmstoff. Der Z-Stein wird grundsätzlich als Planstein, also mit einer Höhe von 249 mm hergestellt. Die beiden zur Hälfte ineinander übergehenden Schenkel sind 370 mm lang und 182,5 mm breit. Die Einhaltung der erforderlichen Steinüberbindung wird durch das Steinformat 18 DF sichergestellt. Da die Nut- und Feder-Ausbildung an den Stirnseiten der Steine entfällt, kann auf spezielle Endsteine verzichtet werden. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch, dass Dämmstoff-Stecklinge, die bei anderen Mauersystemen nachträglich vor Ort - Schicht für Schicht — von Hand in die Fugenhohlkammern eingebracht werden müssen, nicht erforderlich sind.