Mit Sicherheit selbst mit privaten Helfern bauen

Viele Häuslebauer nehmen den Bau ihres Eigenheims selbst in die Hand. Nach Feierabend und am Wochenende wird auf der Baustelle gehämmert, gesägt und gemauert, was immer nur geht. Dabei wird die ganze Verwandtschaft und Bekanntschaft mit eingebunden. Oft wissen die Bauherren nicht, dass sie ihre Helfer bei der Bauberufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung, anmelden müssen. Die Anmeldung muss unabhängig davon erfolgen, ob die Helfer unentgeltlich oder gegen Bezahlung arbeiten. Mehr über die Versicherung bei der Bauberufsgenossenschaft erfahren Sie hier. Wer bei der Bauberufsgenossenschaft gemeldet ist, muss sich auch an die gelten den Unfallverhütungsvorschriften halten. Er und seine Helfer müssen angemessene Schutzkleidung tragen, Maschinen und Geräte müssen sicher bedient sowie Absturzsicherungen und Gerüste angebracht werden.

Gefahrstoffe und Maschinen


sicherheit01.jpg sicherheit02.jpg Der Bauherr muss sich und seine Helfer über die Gefahrstoffe informieren, die auf der Baustelle verwendet werden. Nicht jeder darf mit Gefahrstoffen umgehen. Jugendliche und schwangere bzw. stillende Frauen dürfen mit Gefahrstoffen nicht arbeiten. Maschinen und Geräte müssen sicher bedient werden. Dazu zählt beispielsweise, dass die Kreissäge auf festem und ebenem Untergrund aufgestellt wird, dass beim Arbeiten mit Handtrennschleifer oder Handkettensäge eine Schutzbrille benutzt wird oder der Motor der Säge abgestellt wird, bevor sie abgelegt wird. Wegen der Rückschlaggefahr darf auch nie mit der Schienenspitze gesägt werden und Jugendliche bis 18 Jahre dürfen generell nicht mit Kreissägen und Trennschleifern arbeiten. Auch beim Betrieb von Mischmaschinen muss einiges beachtet werden. So darf das Schutzblech am Keilriemen nicht entfernt werden und elektrisch betriebene Mischmaschinen müssen über einen Schutzschalter betrieben werden, die beispielsweise im Baustromverteiler enthalten sind.

Absturzsicherungen


Auch für Absturzsicherungen ist der Bauherr verantwortlich. Damit niemand abstürzen kann, müssen Sicherungen eingebaut werden:
  • An Treppen und Wandöffnungen ab 1,0m Höhe
  • An allen anderen Arbeitsplätzen ab 2,0m Höhe
  • Bei Dacharbeiten ab 3,0m Höhe
Meist werden Absturzsicherungen aus Holzbrettern hergestellt. Die Höhe des Schutzes muss mindestens 1m betragen und aus mindestens drei Teilen bestehen, dem Geländerholm, dem Zwischenholm und dem Bordbrett. Bei Treppen reicht als Absturzsicherung ein Geländer aus Geländerholm und Zwischenholm aus. Die Bretter müssen eine Stärke von 3 cm besitzen. Auch Bodenöffnungen müssen gesichert, das heißt, verschlossen werden. Die Abdeckung muss stabil sein und darf sich nicht verschieben. Bei Dachneigungen über 20° und Traufhöhen über 3,0m sind Dachfanggerüste erforderlich. Die Fangwand muss 80 cm über die Traufe hinausreichen. Der Abstand zwischen Brettern oder die Maschenweite von Netzen darf höchstens 10 cm betragen und der Gerüstbelag darf höchstens 1,5m unterhalb der Traufe liegen.
sicherheit03.jpg sicherheit04.jpg sicherheit05.jpg sicherheit06.jpg

Arbeitsgerüste und Leitern


sicherheit07.jpg Bei manchen Arbeiten ist ein Arbeitsgerüst notwendig. Dies sollte von einem Gerüstfachmann aufgestellt werden. sicherheit08.jpg Liegt der Gerüstbelag mehr als 2,0m über dem Boden, ist ein dreiteiliger Seitenschutz als Absturzsicherung erforderlich. Die Gerüste müssen verankert und verstrebt sein und dürfen einen Abstand von maximal 30 cm von der Wand haben. Aufgestellt werden dürfen Gerüste nur auf festem und ebenem Boden. Der Gerüstbelag muss dicht verlegt, darf weder ausweichen und wippen und darf nicht beschädigt sein. Auch einige Leiterregeln müssen beachtet werden. Über den sicheren Umgang mit Leitern haben wir an anderer Stelle bereits ausführlich berichtet. Anlegeleitern dürfen grundsätzlich nicht als Arbeitsplätze verwendet werden. Eine Ausnahme ist, wenn die Arbeitsdauer nicht mehr als zwei Stunden beträgt oder der Standplatz nicht höher als 7,0m ist.