Mit farbigen Fassadenputzen Deutschlands Häuser aufwerten

Ganze Landschaften und Städte in Deutschland erstarren vor einheitlicher Langeweile. Die Fassaden sind in weißen Farbtönen verputzt, nur relativ selten besitzen die Hausbesitzer den Mut zur Farbe. Anders in südlichen Ländern (das Foto entstand in Sardinien), wo die Sonne an sich schon für eine freundliche Stimmung sorgt. Natürlich lässt sich jede Fassade im Nachhinein farbig beschichten. Bei Neubauten und einer Sanierung des Fassadenputzes ist aber ein farbiger Putz sinnvoll.

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Farbige Innenraum-Putze aus Lehm und Kalk sind relativ bekannt. Hier wollen wir aber unsere User mit den zwei unterschiedlichen Verfahren des farbigen Fassadenputzes, also des Außen­putzes vertraut machen, der in unseren Breiten ja Regen, Sturm, Hitze und Frost trotzen muss. Bei dem einen Verfahren wird eine in Eimern angelieferte zähflüssige farbige Putzmasse angeliefert, die einen „Oberputz“ darstellt, also auf einen vorhandenen Putz aufgetragen wird. Im anderen Fall geht es um die Trockenmasse eines mineralischen Putzes, die auf der Baustelle in einem nicht ganz einfachen Verfahren mit Farbpigmenten eingefärbt wird.

Im Prinzip wirkt die Farbintensität ähnlich wie beim Malen mit Wasserfarbe. Auf einem weißen Blatt Papier leuchten die Farben deutlich kräftiger, als auf grauem Karton. Und so verhält es sich auch mit dem Putz. Wählt man grauen Putz als Grundstoff, wirken die Farben deutlich gedeckter, als wenn man weißen Putz nimmt. Jedoch werden nicht die Mineralien selber einfärbt, sondern das Bindemittel. Mischt man den Mörtel selber an, sollte das Bindemittel deswegen zuletzt hinzugefügtt werden, damit sich die Pigmente zuvor schon gleichmäßig verteilen.

Zügige Verarbeitung ist entscheidend

Unabhängig davon, ob man nun fertig angemischten Putz nutzt oder vor Ort den Putz einfärbt, ist es wichtig, zügig zu arbeiten und für einen gleichmäßigen Auftrag zu sorgen. Die Pigmentzugabe zum Putz bewegt sich im einstelligen Prozentbereich und entscheidet darüber, ob der Putz einen Pastellton aufweist oder in kräftiger Farbe erstrahlt. Zusätzliche Wasserzugabe kann den gewünschten Ton verfälschen. Doch selbst die Befolgung aller Regeln ist keine Garantie für ein homogenes Farbbild. Mischmauerwerk mit unterschiedlicher Saugstärke kann ebenso Einfluss auf die Farbgebung haben, wie die Nachbearbeitung der Putzoberfläche durch Filzen oder Reiben. Mitunter kann eine derartige Marmorierung durchaus ansprechend aussehen, wirklich planen lässt sie sich aber nicht.

Wenn der Putz zu langsam oder zu schnell trocknet, was sich je nach Witterungslage trotz aller Sorgfalt nicht vermeiden lässt, wird zudem noch ein Egalisationsanstrich nötig sein, um Farbtonunterschiede auszugleichen. Bei zu niedrigen Temperaturen oder zu hoher Luftfeuchtigkeit kann es am frischen Putz zu Ausblühungen kommen, die zwar auch ohne Anstrich innerhalb von ein bis zwei Jahren von alleine verschwinden würden. Doch wenn man sein Haus verputzt, will man ja auch sofort das farbige Endergebnis sehen. fassadenschaden.jpgDie Egalisierungsfarben sind speziell auf die Bedürfnisse des Putzes abgestimmt und beinträchtigen seine Funktionalität nicht.

Gegenüber einem klassischen Anstrich punktet farbiger Putz vor allem durch seine Haltbarkeit. Farbe blättert geradezu zwangsläufig nach einigen Jahren ab. Durch feine Risse dringt Feuchtigkeit zwischen Farbschicht und Putz. Sammelt sich genügend Wasser an, sprengt schon leichter Frost nicht selten die Farbe ab. Diese Gefahr besteht natürlich auch beim Putz. Doch dafür sind zum einen höhere Kräfte nötig und zum anderen kann ohne isolierende Farbschicht angestautes Wasser leicht wieder verdunsten. Ein weiterer Vorteil durchgefärbter Putze ist die Sichtbarkeit von Schäden durch mechanische Einwirkungen. Stößt ein schwerer Gegenstand gegen eine Hauswand, so dass etwas Putz abspringt, ist unweigerlich eine strukturelle, jedoch keine farbliche Veränderung zu sehen.

Foto: www.fotoatelier-schumacher.de