Mit Elektroschaber und Co. Altanstriche entfernen - auf Holz, Metall, Putz oder Ziegel

Die Farbe blättert ab oder ist einfach unansehnlich geworden? In vielen Fällen muss der Altanstrich erst einmal entfernt werden, bevor ein neuer Anstrich erfolgen kann. Dabei kommen verschiedene Methoden wie Drahtbürste, Heißluftgebläse oder Abbeizmittel zum Einsatz, die auch miteinander kombiniert werden können. Die Wahl der Methode hängt zudem vom Untergrund ab, denn es macht durchaus einen Unterschied, ob der Altanstrich von Holz, Metall oder Putz entfernt werden soll.

Alte Farbe mit dem Schaber bzw. Ziehklinge abkratzen

Mit einem Schaber bzw. einer Ziehklinge wird der Altanstrich mechanisch, d.h. durch reine Muskelkraft entfernt. Sie eignen sich besonders um Holz, Kunststoffe, Eisenmetalle, glattes Mauerwerk und Hartfaserplatten zu reinigen. Bei rauen Oberflächen wie beispielsweise Putz oder Stuck bringt das Abschaben dagegen nicht den gewünschten Erfolg. 

Für Ecken und abgerundete Profile gibt es Schaber mit speziell geformten ovalen oder dreikantigen Klingen. Bei der Verwendung solcher Schaber ist allerdings darauf zu achten, keine Furchen oder Riefen in Holzteile zu kratzen. Bei Hartfaserplatten sollte möglichst ohne Druck gearbeitet werden. Auf harten oder metallischen Oberflächen muss hingegen mitunter viel Kraft aufgewendet werden, weshalb hier ein beidhändiger Schaber empfehlenswert ist. 

altanstriche entfernen Der Schaber muss für optimale Ergebnisse sehr scharf sein. Er wird erst mit gleichmäßigem Druck in die eine Richtung und dann im rechten Winkel dazu in die andere Richtung geführt. Verbleibende Farbe bei groben Übergängen kann mit einem Schleifpapier mittlerer Körnung (z.B. 100) abgeschliffen werden. So erhält man eine glatte Oberfläche. Auf das mühsame Hantieren mit Handschaber kann bei der Verwendung von Elektroschabern wie beispielsweise von Bosch verzichtet werden. Mit diesem Gerät sollen auch hartnäckige Materialreste mühelos entfernt werden können. Zur eigenen Sicherheit sollten beim Umgang mit solchen Schabern auf Handschuhe und Schutzbrille nicht verzichtet werden.

Mit einer Drahtbürste die Oberfläche reinigen

Mit einer Drahtbürste lassen sich bei Metallen lose Rostpartikel und Altanstriche entfernen. Für die Vorbereitung von Putz, Ziegel und anderem Mauerwerk eignet sich eine Drahtbürste ebenfalls. Senkrecht geführt entfernt sie auch Farbreste aus Spalten und Rissen im Holz. Drahtbürsten gibt es auch als Aufsatz für Bohrmaschinen und Winkelschleifer. Damit lässt es sich auch hartnäckigen Fällen zu Leibe rücken. Die Staubentwicklung ist dabei jedoch enorm, daher sollte eine Schutzmaske getragen werden. Auch Augen und Hände sollten durch eine Schutzbrille bzw. Gesichtsmaske sowie Arbeitshandschuhen aus Leder oder Stoff geschützt werden. 

Abschleifen mit Schleifpapier oder Schleifmaschine

Bei Holz lassen sich lose und abgeblätterte Altanstriche durch Schleifen bis aufs rohe Holz restlos entfernen - je nach Größe der Fläche mit Schleifpapier oder Schleifmaschine. Die gleiche Verfahrensweise kann auch bei Flächen aus Metall angewandt werden. Zudem sollten alle Flächen, die mit einem Schaber abgekratzt wurden, mit Schleifpapier bzw. einer Schleifmaschine (Bandschleifer, Exenterschleifer) geglättet werden. Nicht mit einer Schleifmaschine ran sollte man bei Mauerwerk, Aluminium- oder Kunststoffmaterialien oder Hartfaserplatten. Die Wahl der richtigen Körnung ist für ein optimales Ergebnis entscheidend. 

Mit dem Hochdruckreiniger alte Anstriche entfernen

Alte und lose Farbe kann mit dem Strahl aus dem Hochdruckreiniger entfernt werden. Dabei sollten keine aggressiven Reinigungs- oder Bleichmittel verwendet werden. Da sie in den Untergrund eindringen, wird ein neuer Anstrich durch sie beeinträchtigt. Um Schäden zu vermeiden, sollte mit einem horizontalen oder nach unten gerichteten Strahl gearbeitet werden. Bei einem nach oben gerichteten Strahl besteht beispielsweise bei Verschalungen die Gefahr, dass Wasser hinter die Verschalung gedrückt oder diese sogar abgelöst wird. Bei weichem Holz wie Redwood oder Zeder sollte auf den Einsatz eines Hochdruckreinigers verzichtet werden.

Farbentfernung durch Sandstrahlen

Durch Sandstrahlen lassen sich Altanstriche sehr effektiv entfernen. Allerdings besteht bei der Wahl des falschen Strahlkorns die Gefahr, einiges kaputt zu machen. Neben Sand kommen auch noch andere Materialien wie Hochofenschlacke, Glasgranulat, Korund, Stahl, Kunststoffgranulat, Nussschalen, Soda oder Eiskristalle zum Einsatz. Die Funktionsweise ist in etwa wie beim Hochdruckreiniger, nur dass eben anstatt Wasser die oben genannten Materialien mit hohem Druck auf die zu bearbeitenden Bauteile geblasen werden. Dass dabei einige Gefahren für Leib und Leben lauern, muss nicht extra gesagt werden. Einem Laien sollte daher der Umgang mit einem Sandstrahlgerät nicht unbedingt angeraten werden.

Mit einem Heißluftgebläse Anstriche entfernen

Bei einem Heißluftgebläse wird heiße Luft mit einer Temperatur von bis zu 650 Grad dazu verwendet, Lackschichten anzuweichen, damit sie mit einem Spachtel oder Schaber entfernt werden können. Dabei sollte man nicht zu dicht an die Farbfläche herangehen, da diese innerhalb von Sekunden weich wird. Ein zu kurzer Abstand kann auch Brandflecken auf dem Untergrund hinterlassen. Die heiße, aufgeweichte Farbe zur Entsorgung in einem Metallbehälter auffangen. 

Augen und Haut werden mit einer Schutzbrille, chemikalienbeständigen Handschuhen und langärmliger Kleidung geschützt. Die Atemwege sollten mit speziellen Atemschutzmasken geschützt werden. Wenn die alte Farbe Blei enthält, sollte sie keinesfalls mit der Heißluftpistole entfernt werden. Das Blei kann durch die Hitze verdampfen und die Gesundheit gefährden. 

Beim Arbeiten an Fenstern sollten die Glasscheiben mit einem Blechstreifen gegen die Hitze abgeschirmt werden. Es gibt auch entsprechende Düsenaufsätze, die den Heißluftstrom auf einer Seite abschirmen. Sollten Sie überlegen, anstatt der Farbluftpistole Propanbrenner oder Lötlampen zu verwenden — lassen Sie es bleiben. Diese bringen erhebliche Brandgefahren mit sich. 

Farbentfernung mit Abbeizmitteln

Mit Abbeizmitteln auf Lösemittelbasis lassen sich die meisten Latexfarben, kunstharzbasierte Farben, Lacke, Grundierungen und Beizen entfernen. Mit einem alten oder billigen Naturborstenpinsel wird eine dicke Schicht des Abbeizmittels aufgetragen. Man sollte dabei immer kleine Flächen von maximal einem Quadratmeter vornehmen und sich bei der Einwirkzeit an die Herstellerempfehlungen halten.

Nach der Einwirkzeit kann die aufgeweichte Farbe mit einem Spachtelmesser oder einem Holzschaber entfernt werden. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellen ist, muss der Vorgang eventuell wiederholt werden. Anstatt Spachtel oder Schaber können dann zusammengeknüllte Papiertaschentücher zur Reinigung der Fläche verwendet werden. Keine Stahlwolle verwenden, da sich sonst die behandelte Oberfläche verfärben könnte.

Chemische Abbeizmittel nur auf vertikalen oder horizontalen Flächen wie Rahmen oder Einfassungen verwenden, nicht an Decken. Das Mittel könnte heruntertropfen und durch seine Aggressivität Schäden verursachen. Es ist daher auch dafür zu sorgen, dass Kinder und Haustiere nicht mit dem Mittel in Berührung kommen und die Dämpfe einatmen.

Für den Innenbereich gibt es aber auch spezielle Abbeizer, die nicht so stechend riechen und die umweltschonender sind. Nichtsdestotrotz sollten die umgebenden Bauteile und der Boden abgedeckt werden. Zudem sollte beim Umgang mit lösemittelhaltigen Abbeizmitteln eine ausreichende Schutzkleidung getragen werden. Nach der Arbeit müssen alle Abfälle nach den Anweisungen des Herstellers entsorgt werden.

Je nach Untergrund und zu entfernender Farbe gibt es unterschiedliche Abbeizer. Manche sind für bestimmte Aufgaben speziell formuliert und bringen bei anderen Anwendungen weniger gute Ergebnisse. Um das optimale Mittel zu finden, sollte man auf die Herstellerempfehlungen achten. Auch auf andere Angaben des Herstellers ist zu achten. Manche Produkte sind leicht entzündlich, und alle offenen Flammen müssen vor der Verwendung gelöscht werden.