Mit einem Kellerausbau zusätzlichen Platz schaffen

kellerausbau01.jpg Das dritte Kind ist unterwegs, Oma muss gepflegt werden und zieht ein, da wird das Arbeitszimmer von Papi unter dem Dach flugs zu einem Schlafzimmer gemacht. Weil Vater aber weiterhin ab und zu seine Ruhe benötigt, ist zusätzlicher Platz notwendig. Dieser Platz könnte im Keller geschaffen werden. Doch bevor der Ausbau starten kann, sind noch einige Dinge zu beachten.

Welche Kellernutzung wird angestrebt?


Zumeist ist der Keller im Erdreich verborgen, ist ungeheizt und dunkel und eignet sich mit seinen kleinen Fenstern bestens zur Vorratshaltung und Weinlagerung. Meist findet man dort auch einen Heizungsraum, in manchen Fällen sogar noch einen Öllagerraum. Der Heizungsraum nimmt durch die Umstellung auf moderne, kleinere Geräte immer weniger Platz ein. Durch die Umrüstung von Öl- auf Gasbefeuerung kann der Öllagerraum zudem ganz entfallen. So entstehen neue Flächen, die beispielsweise als Wohn-, Hobby- oder Arbeitsraum genutzt werden können. Auch eine Nutzung als Bad oder Sauna wären denkbar, die Kinder würden sich zudem über ein eigenes Spielzimmer freuen.

Was sagt das Gesetz?


Auch wenn manch einer immer noch glaubt, dass er in seinem Haus machen könne, was er wolle, gibt es dennoch gesetzliche Regelungen. So ist es nicht möglich, dass sich der Junior in einem dunklen Kellerloch mit 2,20 m Raumhöhe ohne Fenster einnistet - auch wenn er es gerne täte. An Aufenthaltsräume werden in den Landesbauordnungen gewisse Bedingungen bezüglich Raumhöhe, Beleuchtung und Belüftung gestellt. In der Regel beträgt die geforderte Höhe 2,30 (kann je nach Landesbauordnung etwas variieren).

Die Fensterfläche muss bei Wohnräumen z.B. 10 % der Grundfläche eines Raumes ausmachen, normale Kellerfenster sind nicht erlaubt. Daraus ist schon ersichtlich, dass Bäder und Toiletten nicht zu den Aufenthaltsräumen gezählt werden, da dort keine Fenster vorgeschrieben sind. Gleiches gilt im übrigen auch für Saunen, Vorrats- und Abstellräume, Treppenräume, Flure und Gänge. Überall dort müssen auch keine Raumhöhen von 2,30 m eingehalten werden. Küchen hingegen werden als Aufenthaltsräume definiert und sind nur im räumlichen Verbund mit Esszimmern als Dunkelkammer zulässig.

Zu beachten gilt auch, dass die Treppe in das Kellergeschoss den Anforderungen der Bauordnung genügen muss. Diese Anforderungen betreffen zum Beispiel eine Mindestbreite der Treppe sowie die Ausstattung mit einem Handlauf.

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Kellerausbau -genehmigungsfrei oder nicht?


Grundsätzlich gilt, dass ein Kellerausbau, der lediglich den vorhandenen Wohnraum für die Eigennutzung erweitert, genehmigungsfrei ist. Nur wenn eine zusätzliche, separate Wohnung entstehen soll, bedarf es einer Genehmigung. Dennoch wird ein Architekt oder Statiker gebraucht, wenn beispielsweise tragende Wände teilweise oder ganz entfernt werden sollen. Das Einziehen von Zusatzwänden ist normalerweise unproblematisch. Man kann sie mauern (lassen) oder in Form von Holzleichtbau- oder Metallständerwänden auch in Eigenleistung errichten.

Aufenthaltsräume im Keller brauchen Licht


Wie bereits erwähnt, ist für Aufenthaltsräume im Keller eine ausreichende Beleuchtung notwendig. Dabei ist nicht das Licht aus der Steckdose, sondern Tageslicht gemeint. Liegt der Keller höher als der Boden, ist es ratsam, vorhandene Fensteröffnungen auszubrechen und hochwertige Fenster zu installieren. Da die Gefahr besteht, dass sich die oberen Geschosse beim Fensterausbruch absenken, muss unbedingt an eine Abstützung der Kellerdecke vor dem Einbau des Fenstersturzes geachtet werden. Vor allem bei Häusern in Hanglage oder bei Hochkellern können auf diese Weise hervorragende Lichtverhältnisse geschaffen werden. Hier sollte man zudem überlegen, ob man einen direkten Ausgang ins Freie herstellt. Bei Kellern ohne Fenstermöglichkeiten sorgen moderne Lichtschächte für einen optimalen Lichteinfall.

Feuchtigkeit im Keller?


Keller haben die unangenehme Angewohnheit, häufig feucht und muffig zu sein. In solch einer Umgebung ist ein ständiger Aufenthalt natürlich nicht gesundheitsfördernd. Sind die Kellermauern feucht, müssen diese erst einmal getrocknet werden. Hierzu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Anschließend ist vor Beginn der Umbauarbeiten eine sorgfältige Kellerabdichtung und Wärmedämmung vorzunehmen. Wie das funktioniert, können Sie in einer ausführlichen Fachinformation über Kellerabdichtungen in Erfahrung bringen.

Was muss noch beachtet werden?


Bei Wohnraumnutzung empfiehlt sich der Einbau einer Fußbodenheizung, die es heute mit sehr geringer Aufbauhöhe von etwa 40 mm gibt. Die Kellerdecke sollte einen entsprechenden Schallschutz zu den darüber liegenden Räumen bieten. Die Beheizung der zusätzlichen Wohnfläche erfolgt zweckmäßig durch Anschluss an die vorhandene Heizungsanlage, sofern diese ausreichend dimensioniert ist. Eine Abwasserhebeanlage ist erforderlich, wenn im Keller der Einbau einer Toilette, eines Bades oder eines Schwimmbades erfolgen soll.