Mit Bitumenwellplatten ein Dach eindecken

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Bitumenplatten sind kostengünstig, wartungsfrei und besitzen eine lange Lebensdauer, zudem stehen verschiedene Farben zur Verfügung. Sie werden für Dacheindeckungen, Wandverkleidungen und zur Altdachsanierung verwendet. Ihr geringes Gewicht und die selbsthilfefreundliche Verlegung tragen dazu bei, dass der Heimwerker Bitumenwellplatten ohne große Fachkenntnisse verarbeiten kann. An ganz hohe Häuser sollte er sich wegen der Unfallgefahr zwar nicht wagen, doch Pergola, Garage oder Gartenhaus kann er nach unserer Verlegeanleitung selbst eindecken. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten. Wir sagen Ihnen, wie die Dacheindeckung mit Bitumenwellplatten von Gutta funktioniert.

So deckst du mit Bitumenwellplatten ein Dach ein

Bitumenwellplatten lassen sich ganz einfach montieren. Alles, was man dazu braucht, sind Säge, Hammer, eine Richtschnur und Nägel. Im Falle der Gutta-Bitumenwellplatten sind das Spezialnägel mit dem Namen gutta Super-S. Diese sind feuerverzinkt und haben eine

PE-Halbrundkopf-Dichtscheibe. Die Nägel lassen sich zum Annageln von guttanit-, guttapral- und gutta do it - Bitumenwellplatten verwenden. Die gutta do it Bitumenwellplatten bieten durch die kleine Wellteilung allerdings die beste Optik bei kleineren Objekten. Durch ihr handliches Format ist die Platte auch für Heimwerker die beste Wahl. Die Dachneigung muss mindestens 10° betragen.

Trag- und Konterlattung

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Die Bitumenwellplatten werden auf einer Trag- und Konterlattung befestigt. Die Traglatten müssen mindestens 45 x 45 mm, die Konterlatten mindestens 60 x 60 mm stark sein. Vor der Verlegung muss sichergestellt sein, dass die Holzkonstruktion bzw. das Holz-Unterdach mit Holzschutzmittel gegen Insekten und Pilze vorbehandelt wurde. Unter der Traglattung muss eine dampfdurchlässige Unterspannbahn (z.B. gutta-Folie) verlegt werden, um das entstehende Schwitzwasser abzufangen. Die Folie muss im First dicht sein und darf nicht in die Dachrinne abführen.

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Der Abstand der Konterlattung ist abhängig vom Gebäudstandort (Meter über dem Meeresspiegel M. ü. M.), Dachneigung, Winddruck und Schneelast (kg/m²). Liegt das einzudeckende Objekt beispielsweise 600 m über dem Meeresspiegel und die Dachneigung beträgt 25°, so beträgt der Traglattenabstand 46 cm. Hat das Dach bei gleicher Höhenlage nur eine Dachneigung von 15°, muss der Traglattenabstand auf 31 cm verringert werden.

Verlegen der Bitumenwellplatten

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Das Verlegen der Bitumenwellplatten erfolgt entgegen der Hauptwindrichtung. Man fängt am Ortgang (Rand des Daches) und der Traufe (unten, dort wo die Regenrinne hinkommt) an. Die zweite Platte kommt darüber und wird halbiert. Dies geht ganz einfach mit einer gefetteten Säge. Durch die Halbierung bekommt man eine versetzte Verlegung und vermeidet eine vierfach-Überdeckung. Die Seitenüberdeckung beträgt eine Welle in Schneelastzonen und zwei Wellen in starken Regenzonen. In Regenzonen muss die Längsüberdeckung mindestens 20 cm sein, in Schneelastzonen reichen mindestens 15 cm Längsüberdeckung aus. Die Platten werden an die Konterlattung genagelt. Oben und unten muss in jede Welle ein Nagel senkrecht zur Dachneigung reingeschlagen werden. Im Zwischenbereich genügt es, jede 3. Welle zu nageln. Bei guttapral-Bitumenwellplatten wird generell jede 2. versetzte Welle genagelt. Die Nagelung sollte nach Schnurschlag erfolgen. Um die Deckbreite während der Nagelung nicht zu verändern, wird zunächst der erste und der vorletzte Wellenberg genagelt und danach werden die Zwischenbefestigungen vorgenommen. Die äußere überdeckende Welle sollte schräg genagelt werden. Dadurch wird der Plattenrand besser angedrückt. Eventuelle Spannungen, die bei senkrechter Nagelung im Randbereich zum Anheben der Plattenkante führen kann, werden so vermieden.

Traufe, First und Ortgang

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Der freie Überstand an der Traufe darf nicht mehr als maximal 5 cm betragen. Ist eine Rinne vorgesehen, so müssen die Rinnenträger an der Unterkonstruktion befestigt werden. Genagelt wird bei jedem Wellenberg, wie zuvor beschrieben. Um den Einflug von Vögeln zu verhindern, bietet Gutta auch einen Traufentlüftungskamm an.

Am First werden elastische Firsthauben und Giebelwinkel befestigt. Diese gibt es von Gutta in den passenden Farben und speziell auf die Bitumenwellplatten abgestimmt. Firsthaube und Giebelwinkel sind für jede Dachneigung geeignet. Es ist eine Überdeckung von mindestens 10 cm einzuhalten. Es wird auf jedem Wellenberg genagelt. Die Wellplatten enden je mindestens 5 cm unterhalb der Firstscheitellinie.

Für den Ortgang verwendet man am besten das Abschlussprofil von Gutta. Dies ist ein speziell geformtes feuerverzinktes Stahlblech, das an den Ortgang genagelt wird (siehe Abbildung links). Als Alternative bietet sich der Giebewinkel an (Befestigung siehe Abbildung rechts).

Be-, Ent- und Unterlüftung

Das Dach wird belüftet ausgeführt. Um Schwitzwasser und Wärmestaubildung zu vermeiden, ist nach der DIN 4108 auf eine ausreichende Belüftung zu achten: 

I. Dachschenkellänge bis zu 10 m: Lüftungseintritt - 200 cm²/lfm Lüftungsaustritt - 100 cm²/lfm 

II. Dachschenkellänge mehr als 10 m: Lüftungseintritt - 2000 cm²/100 m² Dachfläche. Lüftungsaustritt - ¼ des Lüftungseintritts. 

Zur Dachentlüftung bietet Gutta noch spezielle Dachentlüfter an. Die Lüftungsstutzen werden in den Rahmen eingefügt und ausgerichtet. Das Rohr ragt nach innen.

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Anschluß an Mauerwerk oder Kamin

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Der Anschluß an Mauerwerk und Kamin erfolgt bauseitig mit Zink oder Bleischürzen und mit dauerplastischem, bitumenverträglichem Dichtmaterial wie dem gutta-Band.