Mit Bitumenbahnen Flachdach oder Keller abdichten

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Wenn es um das Abdichten von Flachdächern oder auch Kellern geht, sind Bitumenbahnen nach wie vor sehr angesagt. Das liegt zum einen daran, dass sich die Abdichtung mit Bitumenbahnen seit vielen Jahren bewährt hat und zum anderen daran, dass sie auch bei größter Beanspruchung nicht ihre Form verlieren und sich auch nach langer Zeit noch reparieren und warten lassen. Zudem lassen sie sich mehrlagig aufbringen, Wasser hat es dadurch ungleich schwieriger, einen Durchschlupf zu finden. Auch gealterte Bitumenbahnen werden durch das Aufbringen einer neuen wieder dicht. Grundsätzlich werden dabei zwei Arten der Verlegung unterschieden: das Gießverfahren und das Schweißverfahren. Beim Gießverfahren wird das zum Verkleben benötigte heiße Bitumen separat aufgebracht. Beim Schweißverfahren wird hingegen die Bitumenbahn erwärmt und somit verklebt. Solche Bitumen-Schweißbahnen besitzen dafür extra eine Extraportion Bitumen. Darüber hinaus gibt es noch sogenannte Kaltselbstklebebahnen, die überall dort zum Einsatz kommen, wo Hitze nicht angesagt ist bzw. wo Schäden durch die Hitze zu befürchten sind. Diese kalt zu verklebenden Bitumenbahnen werden zum Beispiel als Dampfsperre, Ober- oder Zwischenlage verwendet.

Bitumenbahnen bestehen aus einer Trägerschicht, Bitumen bzw. Polymerbitumen und in der Regel einer beidseitigen mineralischen Beschichtung. Diese Beschichtung gibt es in verschiedenen Farben, so dass das Flachdach wahlweise Grün, Rot, Blau oder Braun daherkommen kann. Die Eigenschaften einer Bitumenbahn - wie Belastungs- und Dehnungsfähigkeit - werden von der Trägerschicht bestimmt. Als Trägerschicht werden zum Beispiel Glasvlies, Glasgewebe, Polyesterfaservlies oder Jutegewebe verwendet. Es gibt aber auch Bitumenbahnen mit einer Alufolie als Trägerschicht, die sich als Dampfbremse eignen. Die einfachsten Bitumenbahnen sind mit einem Glasvlies ausgestattet. Sind die Bahnen höheren Belastungen ausgesetzt, so greift man jedoch besser zu Trägereinlagen wie Glas- oder Jutegewebe und Polyesterfaservlies. Letzteres besitzt zudem eine hohe Dehnungsfähigkeit. Sehr Verrottungsfest sind Bitumenbahnen mit einer Trägereinlage aus Glasgewebe und Polyesterfaservlies.

Bitumenbahn ist nur ein übergeordneter Begriff — technisch betrachtet werden Bitumendachbahnen, Bitumen-Dachdichtungsbahnen und Bitumen-Schweißbahnen unterschiedenen. Zusätzlich gibt es noch Polymerbitumen-Schweißbahnen, Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen und Rillenbahnen. Je nach Einsatzzweck eignet sich die eine oder andere Bitumenbahn besser. Die einfachsten und dünnsten sind die Bitumendachbahnen, die mit einem Glasvlies als Trägereinlage ausgestattet sind. Aufgebracht werden sie (auch mehrlagig), indem man sie in eine flüssige, heiße Bitumenschicht legt — also im Gießverfahren. Ebenfalls im Gießverfahren werden die Bitumen-Dachdichtungsbahnen verklebt. Diese sind von besserer Qualität als Bitumendachbahnen und besitzen eine Trägerschicht aus Glas- oder Jutegewebe bzw. Polyestervlies. Die Bitumen-Dachdichtungsbahnen sind dadurch etwas dicker als Bitumendachbahnen.

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Noch dicker sind die Bitumen-Schweißbahnen, die ihre zum Verkleben notwendige Bitumenschicht bereits mit an „Bord“ haben. Die etwa zwei Millimeter dicke Bitumenschicht wird zum Beispiel mit einem Handschweißbrenner aufge­schmol­zen. So entsteht dann die erforderliche Verbindung zum Unter­grund. Sollen alte Bitumenbahnen mit neuen Bahnen überklebt werden, so kommen als Zwischen­schicht häufig sogenannte Rillenbahnen zum Einsatz. Sie verhindern die Blasenbildung beim Aufbringen der neuen auf die schad­haften Bahnen, da der entstehende Dampfdruck durch die Rillen entweichen kann.

Bitumen an sich wird bei Sonneneinstrahlung relativ schnell weich und bei Kälte sehr steif. Um diese Nachteile auszu­gleichen, werden dem Bitumen Polymere zugegeben. Diese Kunststoffe erhöhen die Beständigkeit bei Sonneneinstrahlung und die Flexibilität bei Kälte. Dieser Werkstoff nennt sich Polymerbitumen. Aus ihm werden Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen und Polymerbitumen-Schweißbahnen hergestellt. Aufgebaut sind diese wie die Bitumen-Dachdichtungsbahnen und Bitumen-Schweißbahnen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das Bitumen gegen Polymerbitumen ausgetauscht wurde. Polymerbitumenbahnen besitzen ein besseres Alterungsverhalten und eine bessere Wärmestandfestigkeit sowie Kälteflexibilität, sie sind daher für alle Bereiche der Bitumenabdichtung geeignet. Die Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen werden im Gießverfahren, die Polymerbitumen-Schweißbahnen im Schweißverfahren verlegt. Auch Elastomere werden mitunter dem Bitumen zugeben, das macht den Werkstoff extrem elastisch. Mit Elastomerbitumen-Dachdichtungsbahnen oder Elastomerbitumen-Schweißbahnen lassen sich daher auch nachträglich im Untergrund auftretende Risse verschließen.

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Fotos: Bauder