Metalldächer - welches Material und wie wird es verarbeitet?

Metalldächer sind im Kommen. Nicht nur auf Fabrikgebäuden oder Kirchen kann man das Material entdecken, sondern immer mehr auch auf Wohngebäuden. Mit Metall lassen sich die ausgefallensten Dachformen bekleiden. Das erfreut Architekten und Bauherrn gleichermaßen. Doch nicht nur dem Auge wird etwas geboten. Neben der Ästhetik erfüllen Metalldächer in puncto Lebensdauer, Festigkeit und Stabilität höchste Anforderungen. Da Metalldächer bei fachmännischer Ausführung nahezu wartungsfrei sind, ist langfristig gesehen das Dach sehr kostengünstig. Was passieren kann, wenn das Metalldach nicht von einem Fachmann gedeckt wurde, können Sie hier nachlesen.

metdach01.jpg Unterschieden wird zwischen selbst tragenden und nicht selbst tragenden Metalldeckungen. Selbst tragende Metalldeckungen bestehen aus Profilblechen, meist aus Stahl oder Aluminium. Als Korrosionsschutz sind diese Bleche mit Kunststoff beschichtet. Die Profile haben je nach Hersteller unterschiedliche Maße und Farben oder imitieren aneinander gereihte Dachziegel. Die Firma Gutta beispielsweise bietet Dachelemente aus feuerverzinktem Stahlblech in der Optik von Dachziegeln an. Mit diesen Elementen lassen sich Dächer schnell sanieren oder neu eindecken. Die selbst tragende Struktur erleichtert das Anbringen auf Latten oder Pfetten, eine geschlossene Verschalung als Unterkonstruktion ist nicht notwendig. Meist aus Kupfer oder Titanzink bestehen nicht tragende Metalldeckungen. Dieses Metall wird in Form von Tafeln, Trapezblechen oder großen Scharen (Bändern) auf eine vollflächige Schalung, meist aus Holz, angebracht. Für ein dichtes Dach sorgen Stehfalze. Metalldächer lassen sich bei Flachdächern und geneigten Dächern verwirklichen. Beim einschaligen, unbelüfteten Warmdach ist eine Metalleindeckung ebenso möglich wie beim zweischaligen, belüfteten Kaltdach. Gerade bei ausgebauten Metalldächer ist ein wirksamer Sommerschutz notwendig. Unter Hitze dehnt sich Metall, besonders Zink, aus. Über Schiebenähte lassen sich diese Bewegungen auffangen.

Kupferdach



Kupfer hat die stärkste Bruchdehnung von allen Baumetallen, das heißt es läßt sich am stärksten dehnen und verformen, bevor das Material bricht. Es eignet sich daher besonders bei komplizierten Anschlüssen, bei denen starke Verformungen erforderlich sind. Im Montagezustand ist Kupfer rot-metallisch glänzend. Durch Witterungseinflüsse bildet sich rasch eine Patinadeckschicht, so dass sich das geneigte Dach in einem hellgrünen bis blaugrünen Farbton zeigt. Bei senkrechten Flächen ist nicht mit einer Grünfärbung zu rechnen, sondern mit einer tiefbraunen bis anthrazitgrauen Färbung der Patina.

metdach02.jpgKupfer läßt sich kanten, falzen und biegen. Auch besondere Umformarbeiten, wie beispielsweise das Treiben von Kupfer ist möglich. Treiben bedeutet, daß das Metall kunstvoll bearbeitet wird. Kupfer wird daher gerne bei denkmalpflegerischen Arbeiten verwendet. Das Kupfer wird in Form von Tafeln und Bändern auf das Dach gebracht. Diese können auf allen für die Metalldeckung geeigneten Unterkonstruktionen verlegt werden. Feste Verbindungen lassen sich durch Weichlöten, Hartlöten und Schweißen herstellen. Beim Hartlöten und Schweißen sind vorübergehende Farbveränderungen im Erwärmungsbereich jedoch nicht zu vermeiden.

Zinkdach



metdach03.jpgDer verwendete Werkstoff bei einem Zinkdach ist Titanzink. Diese Legierung enthält mindestens 99,995% Feinzink und geringe Anteile Titan und Kupfer. Dadurch bekommt das Material eine verbesserte Dauerstandfestigkeit, die Wärmedehnung ist sehr gering und es läßt sich gut verarbeiten. Titanzink wird bandgewalzt und in verschiedensten Abmessungen in Form von Bändern und Tafeln angeboten. Die Standardbreiten von Bändern bewegen sich zwischen 500mm und 1000mm. Tafeln besitzen eine Größe von 1.000 x 2.000 mm bzw. 1.000 x 3.000 mm. Durch Witterungseinflüsse bildet sich eine graublaue Schutzschicht, die für den hohen Korrosionswiderstand verantwortlich ist. Die Verarbeitung von Titanzink ist problemlos. Es läßt sich durch Kanten, Schweifen, Bördeln, Runden oder Falzen an alle Bauformen anpassen. Die Verbindung zwischen den einzelnen Tafeln bzw. Bändern erfolgt mit Handwerkzeug oder Falzmaschinen wie beispielsweise Profilieranlagen oder Dachfalzschließer. An der Unterkonstruktion werden Titanzink-Bauelemente durch Schiebe- und Festhafte befestigt. Die Anschlüsse werden aus dem gleichen Material durch Falzen, Überdecken oder Aufklemmen hergestellt. Durch Weichlöten lassen sich die Elemente kraftschlüssig miteinander verbinden. Titanzink kann bei belüfteten oder unbelüfteten Dächern verwendet werden. Die gebräuchlichere Methode ist allerdings das belüftete, zweischalige Kaltdach. Im Gegensatz zu Alumiumdächern werden Zinkdächer auch als Steildächer mit einer Neigung von über 20 Grad ausgeführt.

Edelstahldach



Die Oberflächen von Edelstahldächern können walzblank, mattiert oder verzinnt sein. Der mit einer Zinn-Oberfläche beschichtete Edelstahl läßt sich in üblicher Klempnertechnik verarbeiten, auch im Winter. Das Material besitzt zudem einen geringen Ausdehnungskoeffizienten, ein geringes Eigengewicht und Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion. Durch die Verzinnung lassen sich außerdem Verbindungen im Weichlötverfahren herstellen. Das Herstellen von profilierten Scharen (Bahnen) sowie das maschinelle Bearbeiten in Winkelfalz oder Doppelstehfalz ist ebenso möglich, wie das Schneiden, Kanten und Verfalzen mit Handwerkzeugen.

Aluminiumdach



Alumiumdächer bewähren sich schon seit Jahrzehnten bei Neu- und Altbauten sowie für Warmdach- und Kaltdachkonstruktionen. Walzblankes Aluminium bildet mit dem Sauerstoff der Luft eine beständige Schutzschicht. Diese wird im Laufe der Jahre immer härter und erneuert sich, wenn sie mechanisch entfernt worden ist. Oft haben Aluminiumdächer eine Farbbeschichtung. So kann man das Dach der Umgebung anpassen. Diese Beschichtungssysteme bieten aber auch Schutz vor der Umwelteinflüssen wie beispielsweise saurem Regen. Farbaluminium zeichnet sich gegenüber anderen Flächenbekleidungen durch seine Korrosionsbestädigkeit aus.

Die Dacheindeckung erfolgt mit Aluminiumblechen, die unterschiedliche Querschnitte und Profile besitzen. Bei Kontakt mit anderen Bauteilen oder Befestigungsmitteln aus Stahl, Zink, Messing, Kupfer oder Blei besteht die Gefahr der Kontaktkorrosion. Aluminium ist sehr leicht. Die Anforderungen an die Statik der Unterkonstruktion fallen dementsprechend niedriger aus. Durch großflächige Alu-Dach-Elemente läßt sich ein schneller und einfacher Fortschritt erzielen. Zu steil darf das Dach allerdings nicht sein. Dacheindeckungen aus Aluminium sind bis zu einer Dachneigung von 10 Grad möglich.