Lüftungssysteme und Wärmerückgewinnung bei Neubauten und Altbau-Sanierungen

Unsere Vorfahren hatten es einerseits besser. Weil kaum ein Fenster- oder Türanschluß absolut dicht war, herrschte in allen Räumen eine rege Luftzirkulation mit der Folge, daß Schimmelbildung selten auftrat. Andererseits hatten sie es schlechter, denn speziell im Winter waren die Wärmeverluste und die Rheumagefahr groß. Die neue EnEV (Energieeinsparverordnung), die Sie bei uns natürlich nachlesen können, schreibt nun das absolut winddichte Haus vor. Die Wärmeverluste und die Rheumagefahr verringert sich nun zwar, aber die Schimmelbildung vergrößert sich, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.

Aber was ist ausreichend? Die EnEV schreibt nicht den Einbau einer mechanischen oder elektronisch gesteuerten Lüftung vor. Aber man wird nicht um den Einbau einer solchen Lüftungsanlage herumkommen, was gleichzeitig bedeutet, daß ein "Blower-Door-Test" durchgeführt werden muss. Denn bei Einsatz einer Lüftungsanlage muss das Haus besonders dicht sein, damit die Lüftungsanlage überhaupt richtig arbeitet. Für den Bauherren ist diese Luftdichtigkeitsprüfung ein Qualitätsnachweis und für den Architekten oder Bauträger ein Instrument der Qualitätssicherung.

Zum Schutz vor Schimmelbildung und Feuchtigkeitsschäden und zur Verbesserung der Heizkostenbilanz sowie der Verbesserung der Raum- und Luftqualität ist also der Einbau einer Lüftungsanlage sinnvoll - auch bei Sanierungsmaßnahmen und erst recht bei Neubauten.

Im Neubau ist das Niedrigenergiehaus inzwischen zum Standard geworden. Meist besitzen diese Häuser einfache Systeme, die aus der Küche und dem Bad die verbrauchte Luft absaugen. Über Umluftöffnungen in den Wohn- und Schlafräumen strömt gleichzeitig von außen Frischluft nach. 15 Prozent Energie können Sie auf diese Weise einsparen gegenüber der Fensterlüftung. Um weitere 50 Prozent lassen sich die Wärmeverluste durch den Einbau einer Lüftungsanlage mit kombinierter Wärmerückgewinnung verringern.

Im Bereich der Altbausanierung müssen die Ansprüche sicherlich geringer ausfallen. Dennoch ist auch hier eine deutliche Wohnqualitätssteigerung und Verbesserung der Energiebilanz des Gebäudes in Richtung Niedrigenergiestandard erforderlich und auch möglich. Natürlich muss das Ganze auch in einem Rahmen ablaufen, der die Kosten nicht ins Unermeßliche steigen läßt.

Grundlage einer sorgfältigen Lüftungsplanung sind bauphysikalische Prüfungen und Luftdichtigkeitstests. Nur so lassen sich Verbesserungen der thermischen Hülle und verbesserte Raumklimabedingungen umsetzen, ohne dadurch neue Probleme durch Schimmelbildung aufgrund von bautechnischen Schwachstellen befürchten zu müssen. Für diese Spezialistenarbeit wird Ihr Architekt Fachbüros bzw. Fachfirmen hinzuziehen.

Mit Fenstererneuerung, nachträglichen Dämmmaßnahmen  u n d  dem Einbau einer energieoptimierten Abluftanlage wird eine deutliche Verbesserung des wärmetechnischen Standards erzielt und die Voraussetzung geschaffen für die Erneuerung der Heizungsanlage, deren Leistungsaufnahme geringer ausfallen wird.

Beschäftigen wir uns nun mit der Wärmerückgewinnung. Wärmerückgewinnungsanlagen verfügen über einen Wärmetauscher, mit dem der kontrolliert abgeführten Abluft die Wärme entzogen und der Zuluft (frische Außenluft) zugeführt wird. Der Wärmebedarf für die aus hygienischen Gründen ausgetauschte Raumluft wird daher wesentlich verringert, da die Abluftwärme wieder zur Erwärmung der Zuluft genutzt wird und deshalb nicht durch das Heizsystem zur Verfügung gestellt werden muss.

Durch Filterung der Zuluft und der Abluft kann gleichzeitig die Qualität der Innenraumluft deutlich verbessert werden. Durch den kontrollierten Luftaustausch wird also die Gefahr einer Schimmelbildung stark eingeschränkt, da mit der Luft auch die Feuchtigkeit abgeführt wird.

Die Experten für Schornstein- und Lüftungstechnik Schiedel haben eine Lösung zum Thema Lüftung parat. Welche Lösung sie für den Bauherren haben, können Sie hier nachlesen.