Linoleum 1 x 1: Tipps rund um den ökologischen Bodenbelag

Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf Informationen aus der Website des führenden Herstellers Armstrong DWL, die dieser speziell für Bodenleger verfaßt hat. Grundsätzlich raten wir dazu, die Verlegearbeiten von Bodenlegern machen zu lassen. Da natürlich jedermann Linoleumbeläge im Fachhandel kaufen kann und mancher Heimwerker sich auch an diese Arbeiten heranwagt, wollen wir zumindest diese Hinweise geben.

Linoleum - was ist das?

Im Jahre 1860 ließ sich Frederick Walton das Linoleum in England patentieren. 1882 begann dann auch die Linoleumproduktion in Deutschland und der ökologische Bodenbelag erfreute sich in ganz Europa großer Beliebtheit, die jedoch durch die beiden Weltkriege jäh unterbrochen wurde. Erst die 80er Jahre brachten eine deutliche Rückbesinnung auf das Produkt aus nachwachsenden Rohstoffen. Vor allem Tischlinoleum für Möbel und Korklinoleum für Turnhallen erlebten in den letzten Jahren ein wahres Revival. Linoleum ist schwer entflammbar, strapazierfähig, antistatisch und reagiert nur bei dauernden Feuchtigkeitseinwirkungen empfindlich. Nach wie vor sind Leinöl, Harze, Kork, Holz- und Kalksteinmehl die maßgeblichen Bestandteile des Belages, dessen Grundmasse in heißem Zustand auf einer Trägerschicht aus Jute aufgetragen wird. Danach wird das Linoleum abgekühlt und getrocknet, bis es die notwendige Festigkeit besitzt. In den letzten Jahren wurden die Oxidationsverfahren für Leinöl stetig verbessert und beschleunigt. 

Linoleum - welche Musterung soll ich wählen?

Wenn Sie von vorne herein die richtige Wahl beim Kauf des Bodenbelags treffen, kann das den späteren Aufwand für die laufende Reinigung erheblich mindern. Dabei spielt die optische Schmutzunempfindlichkeit eine wesentliche Rolle. Der Schmutzunempfindlichkeit kommt bei Bodenbelägen nämlich eine ebenso wichtige Bedeutung zu, wie der Strapazierfähigkeit. Die optische Schmutzunempfindlichkeit ist dabei von drei Faktoren abhängig: Der Farbe, der Musterung und der Konstruktion.

Aber nicht alle Schmutzarten sind gleich. Wir unterscheiden:

  • Hellen Schmutz: Straßenstaub, helle Begehspuren und Kratzer.
  • Dunklen Schmutz: Absatzstriche, dunkle Flecken und Verfärbungen. 

Dabei ist wichtig, daß dunkle Farbstellungen gegen dunklen Schmutz und helle Farbstellungen gegen hellen Schmutz unempfindlich sind. Treten beide Schmutzarten auf, sind gedeckte Farbstellungen am günstigsten.

So sollten Sie die Farbstellung nach den häufigsten Verschmutzungen auswählen, d.h. treten bei Ihnen vornehmlich Flecken durch Straßenstaub und helle Begehspuren auf, sollte eine helle Farbstellung verlegt werden, bei dunklem UND hellem Schmutz sind gedeckte Farben wie mittelgrau oder braun die beste Wahl. Wir haben die verschiedenen Farbstellungen und die dazugehörigen Farbtöne für Sie noch einmal aufgelistet:

  • gedeckte Farbstellungen: mittelgrau, grün, braun und rot
  • dunkle Farbstellungen: anthrazit, dunkelblau, schwarz
  • helle Farbstellungen: hellgrau, beige, gelb

Grundsätzlich sind kontrastreich gemusterte Beläge unempfindlicher als schwach gemusterte. Besonders günstig verhalten sich kontrastreich marmorierte Beläge, und zwar richtungslos marmorierte Dessins, unabhängig von der Verlegerichtung. 

Wenn Nähte bei der Linoleum-Verlegung unsauber geschnitten sind

Oft ist eine Naht bei der Linoleum-Verlegung nicht so dicht geschnitten, wie es die Ansprüche an Optik und Anschmutzverhalten erfordern. Dies gilt speziell für die Arbeit mit Intarsien und Bordüren, bei denen die Nähte im Normalfall aus optischen Gründen nicht mit Schmelzdraht abgedichtet werden.

Wenn man die richtigen Kniffe kennt, können diese kleinen Fehlstellungen erfolgreich und vor allem schnell und sauber korrigiert werden: 

  • Zunächst wird aus einem Reststück mit der Nutfräse Linoleum-Material aus dem oberen Drittel des Belages abgenommen oder mit dem Viertelmondmesser die Oberfläche leicht abgeschabt. Das entnommene Material wird zu einem feinen Linoleum-Mehl zerrieben.

  • Dieses Linoleum-Mehl wird mit der Selbstglanzemulsion gemischt, die später zur Einpflege verwendet werden soll.

  • Der dicke "Brei" wird nun in die Fehlstelle eingespachtelt und das überschüssige Material mit einem sauberen Lappen entfernt.

  • Nach dem Abtrocknen der Masse hat man eine sauber geschlossene Naht.

Alle elastischen DLW Beläge mit geglätteter, mattierter, leicht genarbter oder reliefartiger Nutzschicht lassen sich wegen ihrer geschlossenen Oberfläche leicht reinigen, wenn die DLW Reinigungsempfehlungen beachtet werden.

Dabei spielt die Rohstoffgrundlage z.B. PVC oder Linoleum keine Rolle. Bodenbeläge mit profilierter Oberfläche erfordern im Vergleich zu ebenen Oberflächen einen etwas höheren Reinigungsaufwand. Ebenerdige Räume, die von der Straße betreten werden, unterliegen einem stärkeren Schmutzanfall. Deshalb sollten dort besonders schmutzunempfindliche und leicht zu reinigende Bodenbeläge verwendet werden. Wenn dies aus gestalterischen Gründen nicht erwünscht ist, können auch empfindlichere Beläge verwendet werden. Dann sollte aber auch unbedingt durch vorbeugende Maßnahmen, wie Schmutzfangmatten oder Roste, dafür gesorgt werden, daß möglichst wenig Schmutz in das Gebäude eingetragen wird. 

Wie kann man Löcher und Kratzer im Linoleum reparieren?

Häßliche Löcher und Kratzer im Linoleum entstehen schneller als uns lieb ist. Ein schwerer Schrank, eine heruntergefallene Schere oder ungeschicktes Möbelrücken sind nur einige Beispiele für lange Kratzer oder tiefe Löcher im Bodenbelag.

Um die Löcher und Kratzer aus Ihrem Linoleum wieder zu entfernen, sollten Sie nach folgendem Schema vorgehen:

  • Säubern Sie zunächst gründlich die Löcher mit Lochrändern und die Kratzer durch leichtes Auskratzen mit einer Trapezklinge.

  • Reiben Sie dann die Löcher/Kratzer mit einem saugfähigen Baumwollappen in Verbindung mit Spiritus (jedoch keine Nitro-Verdünnung!) aus und lassen Sie diese abtrocknen.

  • Stellen Sie aus dem Restbelag ein Fräsgut her. Die Tiefe der Fräse darf dabei 1 mm auf keinen Fall überschreiten.

  • Träufeln Sie Sekundenkleber dosiert auf und streuen dann das Fräsgut ein. Drücken Sie das Fräsgut sauber und fest an den Sekundenkleber, z.B. mit einem Hammer. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Der Sekundenkleber soll nicht aus dem Loch austreten. Diesen Vorgang müssen Sie so oft wiederholen, bis die Löcher/Kratzer sauber geschlossen sind.

  • Nach dem Füllen der Löcher/Kratzer schleifen Sie mit 120er Naßschleifpapier und Pflegeemulsion (1:1 mit Wasser verdünnt) vorsichtig und richtungsbezogen. Überstände müssen Sie ggf. vor dem Schleifen mit dem Viertelmondmesser abstoßen.

Damit keine bleibenden Eindrücke im Linoleum bleiben

Den absolut eindruckssicheren Boden gibt es nicht - selbst auf Granit können die Absätze hochhackiger Pumps "Eindruck" machen. Bei Linoleum wie bei allen elastischen Bodenbeläge gilt:

Wird auf Linoleum häufig mit den Stühlen geschaukelt, verringert sich die Auflagefläche und die Flächenpressung wird höher. Das ständige Kippen hat zur Folge, daß die druckverteilenden Möbelfüße beschädigt und damit kleiner und scharfkantig werden. Weiteres Schaukeln über diese scharfen Kanten führt dann zwangsweise zur Beschädigung des Bodenbelags. Stuhlfüße mit harten Kunststoffgleitern, die nicht vollflächig aufliegen oder scharfkantig sind, beschädigen jeden elastischen Bodenbelag. Für Bürostühle schreibt die DIN 68131 für elastische Bodenbeläge Laufrollen in weicher Ausführung (Typ W) vor, um Belagsschäden vorzubeugen. Diese Vorschrift ist auch auf Stuhl- und Möbelfüße übertragbar: Als weiche Unterlagen sind für Stühle oder anderes Mobiliar z.B. Filz- oder helle, weiche Kunststoffgleiter geeignet. Durch derartige Stuhlfüße können elastische Bodenbeläge bei normalem Gebrauch nicht beschädigt werden.

Bei den heute häufig hochglänzend eingepflegten elastischen Bodenbelägen kann jede Oberflächenveränderung durch zusätzliche Schräglichteinwirkung deutlich sichtbar werden. Eine solche Oberflächenveränderung kann z.B. durch Eindruckstellen von Stuhlbeinen, Standfüßen, Schränken, Tischen usw. entstehen.

Wird der verklebte Bodenbelag deckungsgleich zum Eindruck vom Untergrund aufgenommen, so zeigt sich, daß hier die Klebstoffriefen in der Größe des Eindruckes zusammengepresst sind. Dies geschieht auch, wenn der eingesetzte Dispersionsklebstoff gemäß den Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers mit dem vorgeschriebenen feingezahnten Klebstoffspachtel aufgetragen wurde. Bei der weiteren Ursachenprüfung zeigt sich dann oft, daß auch der nach EN 433 geprüfte Resteindruck des verlegten Bodenbelags den geforderten Werten der Belagsnorm entspricht.

Wie können solche störenden Eindrücke vermieden werden?
Dem Verleger bleibt nur die Möglichkeit, einen saugfähigen Untergrund zu schaffen, eine technisch vertretbare kurze Ablüftzeit zu wählen und einen möglichst dünnen, aber dennoch funktionsfähigen Klebstoff-Film herzustellen. 

Reinigung und Pflege von Linoleumböden

Welches Pflegemittel kann auf ableitfähigen elastischen Bodenbelägen eingesetzt werden? Bei der Reinigung von Linoleumboden gibt es verschiedene Arbeitsgänge:

  • Bauschluß- bzw. Erstreinigung
  • Einpflege
  • Unterhaltsreinigung durch Naß-, Feuchtwischen oder Cleanern.


Die Bauschlußreinigung erfolgt in der Regel mit Grundreinigern die für die jeweilige Belagsart geeignet sind und einer Einscheibenmaschine.

Nach dem Reinigen der Fläche wird diese mit klarem Wasser neutralisiert und muss vor der nachfolgenden Einpflege vollständig abgetrocknet sein.

Bei der Einpflege sollten nur Pflegemittel zum Einsatz kommen, welche die elektrophysikalischen Eigenschaften des Bodenbelags nicht nachteilig verändern.

Werden Beschichtungen aufgebracht, so müssen auch diese vom jeweiligen Hersteller zum Einsatz auf ableitfähigen Bodenbelägen als geeignet angegeben sein und dürfen in max. 2 dünnen Pflegefilmschichten aufgetragen werden.

Beim Aufbringen von 3 und mehr Pflegefilmschichten können sich die Ableitwerte des Bodenbelags gravierend verschlechtern.

Die Unterhaltsreinigung erfolgt, wie bei allen anderen elastischen Bodenbelägen, mit Wischpflegemitteln, die auf die Einpflege abgestimmt sind.

Trockene Pflegefilmsanierung:
Anstelle der Nassgrundreinigung kann bei entsprechendem Pflegefilmauftrag auch eine trockene Grundreinigung, die sogenannte Pflegefilmsanierung, erfolgen. Diese erste "Basispflege" sollte der Bodenleger bereits ganz zu Beginn durchführen. Bei dieser Methode werden nur die tatsächlich angeschmutzten, beschädigten Pflegefilmschichten, z.B. Laufstraßen trocken geschliffen, so daß eine gleichmäßige Mattierung des obersten Pflegefilms entsteht. Elektrostatisch gebundener Reststaub auf der Belagsoberfläche wird anschließend mit Lamellen-Wischgerät und Einweg-Vliestuch entfernt. Auf den geschliffenen Pflegefilm wird nun mit dem Wischmop eine neue Schicht Polymer-Dispersion aufgetragen. Nach der Trocknungszeit wird dieser neue Pflegefilmauftrag durch Polieren unter Einsatz eines Cleaners an den übrigen Pflegefilm angeglichen. Diese Reinigungsmethode ersetzt die aufwendige Durchführung einer ganzflächigen Grundreinigung des verlegten Linoleum-Bodenbelags.

Neben der Einsparung von Wasser, Abwasser, Arbeitsaufwand und Zeit ist diese Reinigungsmethode umweltfreundlich, kostensparend und durch Wegfall des alkalischen Grundreinigers zudem auch noch geruchsneutral und umweltfreundlich. Sie ist in vergleichbarer Weise auch auf homogenen Kunststoffbelägen durchführbar. 

Linoleum verlegen mit Intarsien - geht das?

Ja, es geht und man kann damit tolle Gestaltungseffekte erzielen. Aber es ist eine Arbeit für geübte Bodenleger. Selbermacher, die noch nie Linoleum verlegt haben, sollten sich also nicht übernehmen. Ein Schnitt zuviel und schon ist das Malheur geschehen!