Leime und Klebstoffe in der Holzverarbeitung

Im Schreiner/Tischlerhandwerk besitzen Leime und Kleber neben Beizen, Lacken und Lasuren eine bedeutende Rolle. Sie sind eines der wichtigsten Hilfsmittel, um Holz mit Holz sowie Holz mit anderen Materialien (Kunststoff, Folie, Metall etc.) zu verbinden. Generell wird von Klebstoffen gesprochen, oft erfolgt aber auch eine Unterscheidung nach Leimen und Klebern. Genauso haben sich Einteilungen nach den jeweiligen Hauptbestandteilen von Klebstoffen ins Gedächtnis eingeprägt. Der Schreiner/ Tischler spricht dann von Weißleimen, Schmelzklebstoffen oder PU-Klebern (siehe hierzu auch die unten aufgeführten Klebstoffgruppen).

Die Auswahl des richtigen Klebstoffs ist von verschiedenen Kriterien abhängig. Zunächst stellt sich die Frage, welche Materialien oder Oberflächen geleimt werden sollen: Holz, Holzwerkstoffe, HPL oder Metalle, Glas etc. Weiterhin spielt der Anwendungsbereich eine entscheidende Rolle: Korpus- und Gestellverleimungen, Furnierarbeiten, Fenster, Türen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Zumeist sind zusätzlich noch bestimmte Voraussetzungen oder Bedingungen zu erfüllen wie: Prüfnormen zur Wasser- oder Wärmebeständigkeit, frei von Lösemitteln, kurze Presszeiten oder lange offene Zeiten.

1. Weißleime


Weißleime bzw. PVAc-Leime sind die meist verwendeten Leime in der Holzverarbeitung und werden oft als universelle Bank- und Montageleime eingesetzt. Der Einsatz erstreckt sich noch über weitaus mehr Bereiche, je nach Spezifikation des Produktes. Wichtig ist hierbei, dass eine Seite der zu verleimenden Materialien saugfähig ist. Die wässrigen PVAc-Dispersionleime zeichnen sich in der Verarbeitung durch physiologische Unbedenklichkeit, Fugenfüllvermögen und meist leichte Reinigung von Arbeitsgeräten und Entfernung von überschüssigem Leim aus.

2. Heißpressenleim


Unter diesem Begriff werden Harnstoffharzleime verstanden, die für Furnierarbeiten in Heißpressen eingesetzt werden. In Pulverform werden sie erst bei Bedarf mittels Wasserzufuhr zu einer gebrauchsfertigen Leimflotte angerührt. Die Presszeiten sind in der Regel sehr kurz und das Werkstück kann schnell weiterverarbeitet werden. Harnstoffharzleime zeichnen sich durch hohe Leimdurchschlagssicherheit aus. Ein weiterer großer Vorteil sind die geringen Materialkosten. Bei Verarbeitung von geringen Mengen, z.B. bei kleinen Stückzahlen oder bei Furnierarbeiten ohne Wärmezufuhr, ist es vorteilhafter, Weißleime einzusetzen.

3. Schmelzklebstoffe


Schmelzkleber auf Ethylenvinylacetat (EVA)-Basis werden zur Anleimung von Kantenmaterial mittels Kantenanleimmaschinen verwendet. Das Granulat bzw. die Patrone wird unter hoher Hitzeeinwirkung verflüssigt und einseitig aufgetragen. Nach Unterschreitung der Schmelztemperatur bindet der Klebstoff sofort ab, das Werkstück kann zügig weiterverarbeitet werden. Schmelzkleber sind in unterschiedlichen Farbtönen erhältlich.

4. Kontaktkleber


Klebstoffe auf Basis von Polychloropren werden im allgemeinen als Kontaktkleber bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf die besondere Anwendung, dem sogenannten Kontaktverfahren. Dabei werden die zu klebenden Flächen erst nach einer Ablüftzeit unter kurzem, hohem Pressdruck zusammengefügt. Danach ist eine sofortige Weiterverarbeitung der Werkstücke möglich. Der Kontaktkleber ist in seinem Anwendungsbereich sehr vielseitig. Es können die unterschiedlichsten Materialien und Untergründe miteinander verbunden werden.

5. PU-Klebstoffe


Klebstoffe auf Polyurethanbasis eignen sich besonders, wenn schwierige Untergründe und Materialien zu verleimen sind. PU-Kleber sind aufschäumend, kleine Unebenheiten oder Hohlräume können so ausgeglichen, bzw. gefüllt werden.


(Text übernommen mit freundlichem Dank an www.zweihorn.com)