Legionellen - und was man gegen die Bakterien unternehmen kann

Legionellen: Gefürchtete Bakterien

Gefürchtet ist die Legionärskrankheit zu Recht, schließlich führen die Bakterien zu einer starken Lungenentzündung, die in etwa 30 Prozent aller Fälle tödlich verläuft. Erstmals aufgetreten ist die Krankheit 1976 auf einem Legionärstreffen in den USA und seitdem sorgt sie immer wieder für Schlagzeilen: Beispielsweise wurden in den vergangenen Jahren 50 Passagiere eines Luxus-Kreuzfahrtschiffes infiziert, nachdem sie sich im Whirlpoolbereich des Schiffes aufgehalten hatten, 28 Menschen starben in einem englischen Krankenhaus, weitere 22 nach dem Besuch einer niederländischen Verbrauchermesse. Legionellen bilden übrigens nicht die einzigen Gefahren in unserem Trinkwasser. Metalle im Trinkwasser können Babies und Kleinkindern Probleme bereiten.

Legionellen bevorzugen Warmwasser

Die Legionellen, die in geringer Zahl auch in unseren Breiten in praktisch jedem Gewässer vorkommen, fühlen sich leider in Wasserleitungen und Tanks auch wohl. In Warmwasserreservoirs, wie sie in Hotels, Krankenhäusern oder Schwimmbädern eingesetzt werden, finden die gefährlichen Bakterien optimale Wachstumsbedingungen. Am wohlsten fühlen sie sich bis zu einer Wassertemperatur von etwa 60° C. Dabei konzentrieren sich die Bakterien in dem sogenannten Bio-Film, einer nährstoff- und mikrobenreichen Schicht, die sich auf den Oberflächen aller Leitungen und Tanks legt. Mit dem Wasser gelangen sie dann in die Badezimmer, mit dem Wasserdampf in die Luft und schließlich in die Lunge. Dabei besteht normalerweise keine Gefahr, es sei denn, die Legionellen treten in hoher Zahl auf und das Immunsystem ist geschwächt.

Hitze-Entkeimung zur Verminderung der Legionellen

Daher ist es wichtig, die Zahl der Legionellen zu vermindern: Dazu gibt es verschiedene Systeme, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Das "traditionelle" Verfahren ist simpel, bei größeren Installationen aber recht aufwändig: Die gesamte Warmwasserversorgung des Hauses wird regelmäßig mehr als 30 Minuten lang mit über 70° Celsius warmen Wasser durchgespült. Mit der sog. Hitze-Entkeimung wird das gesamte System von Bakterien befreit - allerdings nur kurzfristig. Die Entkeimung muss regelmäßig alle zwei bis drei Wochen wiederholt werden. 

Kupfer-Silber-Ionisierung macht Legionellen den Garaus

Alternativ kann man mit der Kupfer-Silber-Ionisierung des Wassers dauerhaft Herr des Problems werden. Mit einer Elektrolyseeinheit wird das Wasser in geringen Mengen mit Kupfer- und Silberionen versetzt, die für die Legionellen, nicht aber für den Menschen schädlich sind. Die Elektrolysezellen müssen regelmässig entkalkt und überprüft werden. Bei einer zu hohen Konzentration der Ionen ist sonst eine Verfärbung des Wassers sowie der Sanitärkeramik denkbar.

UV-Strahlung schädigt Erbgut der Legionellen

Für kleine Leitungssysteme ist auch die Behandlung des Wassers mit UV-Strahlen realisierbar. Die UV-Strahlen schädigen das Erbgut der Legionellen. Auch bei solchen Geräten ist eine regelmäßige Wartung Pflicht.

Hyperchlorierung des Leitungssystems

Auch die Hyperchlorierung des Leitungssystems ist eine funktionierende Methode, um die lästigen und gefährlichen Bakterien zuverlässig loszuwerden. Allerdings hat dieses Verfahren einen entscheidenden Nachteil und das sind die Folgekosten. Da die Legionellen relativ unempfindlich auf Chlor reagieren, muss man den Chlor relativ hoch dosieren - und das führt zu einer starken Korrosion an den Rohren. Die Zahl der "Rohrbrüche" dürfte als Folge also ansteigen. Außerdem ist noch ein gesundheitliches Aspekt zu beachten: Durch die hohe Chlorierung steigt auch die Gefahr der Bildung von unerwünschten, krebserregenden Stoffen in Folge der Korrosion.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte zwei der geschilderten Verfahren kombiniert anwenden. Praktikabel ist beispielsweise die Kombination von UV-Einheiten mit der Kupfer-Silber-Ionisierung. Speziell in Kliniken - wo ja ohnehin die meisten Patienten unter einem geschwächten Immunsystem leiden - sollten sich die Verantwortlichen den Spruch "doppelt gemoppelt hält besser" zu Herzen nehmen.