LED — eine vielseitig einsetzbare Lichtquelle

led-leiste.jpg

LED (light emittig diode, dt. Licht-emittierende Diode) erhalten verstärkt Einzug in unseren Alltag. Kannte man die Halbleiter früher nur vom Radiowecker und als Standby-Leuchte an der Unterhaltungselektronik, hat sich die Technologie in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Nicht nur, weil LED’s verhältnismäßig wenig Energie verbrauchen, sind sie zu einer echten Alternative sowohl zur klassischen Glühbirne geworden, die sowieso europaweit ausgedient hat, als auch zu einer Alternative zu den Energiesparlampen. Wobei sich die meisten Verbraucher mit den Energiesparlampen und dem erzeugten kalten Licht immer noch schwer tun. Und so ist, wenn man die derzeitige Entwicklung betrachtet, die Energiesparlampen wohl nicht mehr als eine Brückentechnologie.

Die Vorteile der LED’s sind nämlich zu erdrückend. LED’s sind nicht nur platzsparend, sie zeichnen sich auch durch die geringe Wärmeentwicklung aus. Zudem lässt sich die Farbgebung immer besser steuern, so dass sich neben weißem, kaltem Licht auch das gelblich-warme Licht der klassischen Glühbirne imitieren lässt. Dieser Aspekt dürfte für viele Käufer der ausschlaggebende Faktor sein. Auch ist die Illuminierung der eigenen vier Wände nicht mehr auf die übliche Farbgebung festgelegt. In jedem Baumarkt und Möbelhaus gibt es LED’s, deren Farben sich steuern lassen. So kann man bei der Fußballübertragung das Wohnzimmer in den Farben des Lieblingsvereins erstahlen oder bei einer Party die Farben wechseln lassen. Energiesparlampen wären nicht die erste Technologie, die von LEDs verdrängt wird. Auch LCD-Fernseher haben sich dank LED-Beleuchtung gegen die Plasma-Geräte durchsetzen können.

Etwas schwer tun sich viele Verbraucher beim Vergleich der Leuchtkraft der einzelnen Leuchtmittel. Früher war ganz klar, dass eine Glühbirne mit höherer Wattzahl auch heller leuchtet. Dabei ging ein ganz gehöriger Teil der Leistung in die Wärmeabstrahlung. Verlässliche Angaben liefert beim Vergleich der unterschiedlichen Leuchtmittel deswegen nur die Einheit „Lumen“ (abgekürzt lm), die die wahrnehmbare Lichtleistung beschreibt.

Diese Tabelle erleichtert Ihnen die Umrechnung:

Standard-
lampe
Standard-
lampe
Energiesparende
Halogenlampen
Energiespar-
lampen
LED
Lampen
15 Watt 120 Lumen 119 Lumen 125 Lumen 136 Lumen
25 Watt 220 Lumen 217 Lumen 229 Lumen 249 Lumen
40 Watt 415 Lumen 410 Lumen 432 Lumen 470 Lumen
60 Watt 710 Lumen 702 Lumen 741 Lumen 806 Lumen
75 Watt 930 Lumen 920 Lumen 970 Lumen 1055 Lumen
100 Watt 1340 Lumen 1326 Lumen 1398 Lumen 1521 Lumen
150 Watt 2160 Lumen 2137 Lumen 2253 Lumen 2425 Lumen

standard-lampe.jpg

Die LED-Technologie steckt mittlerweile auch in vielen augen­scheinlich „normalen“ Glühbirnen mit den gewohnten E27- oder E14-Gewinden, die in jede gängige Fassung passen und so pro­blem­los die alten Leuchtmittel ablösen können. Möchte man das Licht dimmen, muss man beim Kauf darauf achten, dimmbare LED’s zu wählen. Gegenüber Energiesparlampen haben LED’s zudem den Vorteil, dass sie sofort die volle Leuchtleistung bringen und hoch­gerech­net auf Stromverbrauch und Haltbarkeit auch wirt­schaft­licher sind. Wenn sie trotz der langen Lebensdauer einmal kaputt gehen sollten, besteht im Gegensatz zu Energiesparlampen keine Gesund­heits­gefahr durch entweichende Gase. LED-Lampen gehören dennoch ebenso wie Energiesparlampen nicht in den Hausmüll, sondern in den Elektro­schrott. Sie können kostenlos an entsprechenden Sammel­stellen abgegeben werden.

OLED

Doch LED’s sind nicht das Ende der Entwicklung: organische LED’s, auch OLED’s genannt, sind auf dem besten Weg, in verschiedene Bereiche unseres Alltags einzuziehen. Der Vorteil dieser Technologie ist der flexible Einsatz. Die Materialeigenschaft macht OLED’s aktuell für biegsame Bildschirme interessant. Seit 2013 sind Smartphones und TV-Geräte mit einem gebogenen Bildschirm im Handel. 2014 sollen Smartphones mit einem flexiblen Display in den Handel kommen. Doch was hat die Unterhaltungselektronik mit Wohnraumbeleuchtung zu tun? Die Antwort darauf lautet: Wahrscheinlich einen ganze Menge. Denn die Technologien verschmelzen immer weiter. Der Einsatz von OLED’s als großflächige Raumbeleuchtung ist denkbar. Eine Zimmerdecke, die wie bei Harry Potter den aktuellen Himmel anzeigt, muss zukünftig nicht länger in die Welt der Magie fallen.

Doch „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Dieses Zitat wird verschiedenen Urhebern zugeschrieben, was aber keinen Einfluss auf seine Richtigkeit hat. Dennoch wollen wir uns an einer solchen versuchen: OLED-Technologie (oder eine Nachfolgerin) wird bei der Gestaltung von Wohnungen eine Rolle einnehmen, die über die Nutzung für Fernseher und Smartphones hinausgeht. Denkbar ist sowohl die Nutzung von OLED-Paneelen als Wandgestaltung, die die Wunschtapete anzeigen, als auch zur Raumbeleuchtung, die Farbe und Helligkeit allein über Wand oder Decke steuern lassen.

Es könnte also gut sein, dass Phillips in Zukunft nicht mehr der einzige große Elektronik-Konzern ist, dessen Produkte zum Sortiment eines jeden Baumarktes gehören. Ebenso könnten Osram, LG, Sony und Samsung ihre Technologie neben klassischen Tapeten und Farben präsentieren. Folglich könnten Baumärkte nicht mehr die erste Adresse für die Wohnraumgestaltung sein und Elektronikmärkte ihnen den Rang ablaufen. Das ist aber Zukunftsmusik, da die Preise für derartige Paneele noch sehr hoch sind und — das ist der entscheidende Schwachpunkt — in der Haltbarkeit von OLED’s noch viele Fragezeichen stecken. Fest steht allein, dass sich in diesem Bereich in den letzten Jahren viel getan hat und es spannend bleibt, die Entwicklungen weiter zu verfolgen.

Fotos: www.leds.de