„Lasagna Gardening“ — Gärtnern Schicht für Schicht

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Italienische Pasta und nachhaltiges Gärtnern — zwei Dinge, die auf den ersten Blick nicht allzu viel gemeinsam haben. Es sei denn, man baut in seinem Garten Tomaten und Zwiebeln an und verwendet diese Zutaten für die Zubereitung einer leckeren Lasagne. Aus den USA kommt jetzt ein Trend namens „Lasagna Gardening“, der auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Dabei werden Pappe, alte Zeitungen, Rasenschnitt und Herbstlaub abwechselnd aufeinander geschichtet, um feine Pflanzerde zu gewinnen. Man könnte auch von Flächenkompostierung bzw. Mulchen sprechen, aber die englische Bezeichnung klingt natürlich viel besser.

Hoch gestapelt ist halb gewonnen

Davon abgesehen ist der Begriff „Flächenkompostierung“ nicht ganz zutreffend, denn beim Lasagne-Gärtnern wird nicht nur eine Schicht auf den Boden aufgebracht, sondern mehrere. Das macht eine gute Lasagne schließlich aus, egal ob sie sich in der Auflaufform oder im Garten befindet. Während beim Mulchen also nur die Freiräume zwischen den Beetpflanzen mit Grobkompost oder Rindenmulch bedeckt werden, kann ein Lasagne-Beet schon mal auf 60 bis 80 Zentimeter anwachsen. Der positive Nebeneffekt besteht darin, dass man sich beim Pflanzen nicht ständig bücken muss und man alle Vorteile eines Hochbeetes genießt.

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Das schont den Rücken und die Gelenke und überhaupt wird „Lasagna Gardening“ in bester US-amerikanischer Werbetexter-Manier als besonders unkomplizierte Art des Gärtnerns angepriesen: Kein Graben, kein Unkraut und reiche Ernten — was will man mehr? Bleibt nur die Frage, wie das Ganze eigentlich funktioniert. Gibt es eine bestimmte Reihenfolge, in der „grüne“ und „braune“ Materialien aufeinander geschichtet werden und welche organischen Stoffe gehören überhaupt zur grünen bzw. braunen Gruppe? Muss der „Schichtkompost“ gewässert werden und wann kann mit dem Pflanzen begonnen werden?

Braun oder grün, das ist die Frage

„Lasagna Gardening“ ist keine exakte Wissenschaft. Die unterste Schicht sollte zwar aus Wellpappe oder Kartons bestehen, aber was danach aufgehäuft wird und wie viel, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist lediglich die Einteilung in braune und grüne Schichten, wobei die braunen Schichten doppelt so dick sein sollten wie die grünen. Denn Zeitungen, Blätter und Tannennadeln („braun“) verrotten schneller als Grasschnitt und Gemüsereste („grün“). Was beim Auflauf die Béchamelsauce, ist beim Lasagne-Gärtnern das Wasser: Jede Schicht sollte mit dem Gartenschlauch besprüht werden, damit der Zersetzungsprozess in Gang kommt.

Die Nässe zieht Regenwürmer an, die sich durch die verschiedenen „Abteilungen“ graben und diese auflockern. Mit der Zeit schrumpft das Beet und es bildet sich ein nährstoffreicher Boden, der mit Sämereien und Setzlingen bestückt werden kann. Ist die Blütezeit vorbei oder gehen die Pflanzen ein, werden sie als organische Abfälle beim nächsten Beet eingesetzt, wo sie eine grüne Schicht bilden. Nachhaltige Arbeit im Garten ist also kinderleicht und fast so einfach wie das Rezept für eine perfekte Lasagne. Und auch darin gleichen sich Pastagericht und Lasagne-Gärtnern: Hat man es einmal probiert, kommt man nicht mehr davon los.

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