Kunststoffe im Bauwesen - Verwendungsmöglichkeiten

Kunststoffe finden im Bauwesen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten: Fußbodenbeschichtungen, Dichtungsmassen, Zusätze für Mörtel und Beton, Dichtungsbahnen, Regenabläufe, Fenster, Wärmedämmung und Schalldämmung, um nur einige zu nennen. Oft kennt man nicht einmal den wissenschaftlichen Namen, oder wissen Sie, wie Styropor wirklich heißt? Extrudierter Polystyrol ist die richtige Antwort. Auch dass PVC die Abkürzung für Polyvinylchlorid ist, dürfte den wenigsten bekannt sein. PUR ist nicht nur eine Musikgruppe aus Schwaben, sondern auch ein Dämmstoff mit dem Namen Polyurethan. Für einen genaueren Überblick haben wir Ihnen die wichtigsten Kunststoffe mit ihren Eigenschaften, der Bearbeitbarkeit und den Verwendungsmöglichkeiten zusammengestellt. Da Dämmmaterialien zu einem nicht unerheblichen Teil aus Kunststoffen bestehen, wird unsere User sicher auch der Beitrag über die gängigen Dämmstoffe interessieren.
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Bezeichnung/
Eigenschaften
Bearbeitbarkeit/
Verarbeitbarkeit
Verwendungsmöglichkeiten
Buthyl-Kautschuk (IIR)
Gummielastisch bis dauerplastisch. Zum Teil klebrig bleibend
Aufschäumbar, spritz- und spachtelbar Fugendichtungsmassen, Fugendichtungsbänder
Epoxidharze (EP)
Honiggelb, in flüssigem Zustand giftig, hart und spröde, unschmelzbar, unlöslich, beständig gegen Säuren, Laugen und Lösemittel, bei der Verarbeitung entweichen giftige Dämpfe
Kann verklebt werden, lässt sich bohren, schweißen nicht möglich Zusatzstoffe für Beton und Mörtel, Kleber, Ölbehälter, Mauerwerksinjektionen, Beschichtungen Balkon
Harnstoffharz (UF)
Melaminharz (MF)

Farblos, glasklar, dunkelt nicht nach, hart und spröde, unlöslich, nicht schmelzbar, geruchlos
Kann verklebt werden, lässt sich schäumen, schweißen nicht möglich Holzleime Schichtpressstoffplatten Pressmassen (z.B. Essgeschirr)
Phenolharz (PF)
Gelb-braun, dunkelt nach, hart und spröde, unlöslich, unschmelzbar, schwer entflammbar, selbstlöschend, witterungsbeständig
Lässt sich bohren und verkleben, schweißen ist nicht möglich Holzleime, Hartschaumplatten, Kunstharzbeton, Pressschichtholz, Herstellung von Wärmedämmung vor Ort (Ortschaum)
Polyetylen (PE)
Bei normaler Temperatur fest, schmilzt bei etwa 115°C, bei -50°C noch elastisch, beständig gegen Säuren, Laugen und Salze, bedingt beständig gegen Lösemittel. Hochdruck-PE (PE-HD) ist weich, Niederdruck-PE (PE-LD) ist hart
Lässt sich bohren und schweißen, kleben ist nicht möglich Aus PE-HD sind: Schläuche, Bautenschutzfolien, Rohre, Behälter, Rohrisolierungen
Polyisobutylen (PIB)
gummielastisch, plastisch bis etwa 50°c, beständig gegen Säuren und Laugen, nicht beständig gegen Lösemittel, Öle und Benzine
Lässt sich spachteln und spritzen Dachbahnen, Dichtungsbahnen, dauerelastische Fugendichtungsmassen Dichten und Kleben von Blech, Kupfer, Alu, Folien auf Mauerwerk und Beton.
Polymetylmethacrylat (PMMA) Acrylglas
Bei normaler Temperatur fest, über 90°C plastisch-zäh, lichtecht, glasklar, schwer zerbrechlich, staubempfindlich, kratzempfindlich, witterungsbeständig, beständig gegen schwache Säuren und Laugen, Öl, Benzin. Wird von einigen Lösemitteln angegriffen.
Lässt sich bohren, schweißen und kleben Duschtassen, Lichtkuppeln, Abdeckungen, Möbelindustrie, Türverglasungen, Überdachungen, Lichttechnik, Armaturentafeln, Rohre
Polystyrol (PS)
Geschäumt (EPS) = Styropor

PS: Bis etwa 70°C wärmebeständig, farblos, glasklar, Oberfläche glänzend, hart und spröde, splittert bei Bruch, schlag- und stoßempfindlich, bedingt beständig gegen Säuren, Laugen und Salze, wird von fast allen Lösemitteln angegriffen.
Lässt sich bohren, schweißen, kleben und schäumen. Hartschaumplatten zur Wärmedämmung, Schallkörper, Verpackungen, Zusatzmittel für Leichtbetone
Polysulfidkautschuk (SR)
Gummielastisch bis plastisch-elastisch, schwarz, wasserdicht, witterungsbeständig
Spritz- und spachtelbar Abdichtung von Bewegungsfugen, Versiegelungen, abdichten im Wasserbau
Polyurethanharze (PUR)
Honiggelb, durchsichtig, je nach Vernetzung hart und zäh oder weich und gummielastisch, beständig gegen schwache Säuren und Laugen sowie fast alle Lösemittel, mit Flammschutzmitteln normal entflammbar, PUR-Hartschaum schwer entflammbar
PUR lässt sich schäumen, kleben, schweißen und bohren Hartschaumplatten zur Wärmedämmung, Dichtungs- und Beschichtungsmassen, Ortschaum, Mauerwerksinjektionen
Polyvinylacetat (PVAC)
Wenig hart, erweicht bei 80°C, bei normaler Temperatur elastisch bis mäßig hart, durchscheinend weiß
Mit Wasser mischbar als Dispersionsmittel. Lässt sich streichen. Weißleim für viele Holzverbindungen, Zusatzmittel für Putz, Beton und Estrich, Teppichrückseiten-beschichtung
Polyvinychlorid (PVC)
Hart-PVC:

Bis 80°C hart, bis 165°C plastisch-weich, beständig gegen Säuren, Laugen, Salze, Alkohole, Benzine und Öle, alterungsbeständig, witterungsbeständig, nicht beständig gegen Lösemittel wie Benzol und Aceton (wirken quellend)
Hart-PVC lässt sich biegen, bohren, schweißen und kleben Rohre, Dränrohre, Bedachungen, Dachrinnensysteme, Rolladen, Fensterrahmen, Türrahmen, Profile für Wintergärten und Fassaden, Kunststoffplatten plano und gewellt, farbig und glasklar.
Weich-PVC:
Bis zu 40°C gummielastisch-weich, lederartig, versprödet allmählich, nicht so chemikalienfest wie Hart-PVC, wird von den meisten Lösemitteln angegriffen
Weich-PVC lässt sich kleben, schweißen und schneiden Klebebänder für Elektroisolationen, Isolierschläuche, Bodenbeläge, Folien, Dichtungsbahnen, Fugenbänder, Profile
Silikonkautschuk (SI)
Gummielastisch bis plastisch-elastisch von -90°C bis +180°C, transparent, mittelhart, wasser- und klebstoffabweisend
Lässt sich spritzen und spachteln Anschlussfugen, Versiegelungen, Abdichtungen
Ungesättigte Polyesterharze (UP)
Farblos, glasklar, hart und spröde, nicht schmelzbar, unlöslich, mit Glasfaser verstärkt hohe Festigkeit
Lässt sich bohren (bedingt wenn Glasfaserverstärkt) und kleben. Schweißen ist nicht möglich Industrieestriche, Bedachungen, Fassadenbekleidungen, Klebemörtel, Injektionsverfahren