Korkböden versiegeln — Korkböden pflegen

korkboeden_versiegeln1.jpg Die am leichtesten zu verarbeitende - und deswegen wohl auch am häufigsten eingesetzte - Variante ist die Versiegelung des Korks mit einem lösemittelfreien Wasserlack. Empfehlenswert sind drei, besser vier Schichten Lack, die den Korkfußboden optimal schützen. Der Boden kann anschließend einfach mit einem Neutralreiniger nebelfeucht gewischt werden. Um den Schutz der Lackschicht auf Dauer zu gewährleisten, sollte man den Boden regelmäßig (je nach Beanspruchung etwa einmal im Monat) mit einer dem Wischwasser beigefügten Hartwachsemulsion pflegen. Bei dieser Methode wird der Kork hermetisch abgeschlossen, was speziell bei der Verlegung in Feuchträumen praktisch ist.
Die Behandlung von Korkböden nimmt eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zur Bearbeitung von Parkett muss bei Korkböden der Boden von vornherein sehr fein geschliffen werden. Durch das feine Schleifen nimmt der Korkboden sehr wenig Wasserlack auf, dadurch werden Verfärbungen und Quellungen des Korks vermieden. Deshalb wird zum Korkbodenschleifen 100er und 150er Schleifpapier verwendet. Industriell vorbeschichtete Korkböden können nicht ohne weiteres überstrichen werden. Diese müssen vor einem Neuanstrich matt bzw. komplett abgeschliffen werden. Der erste Anstrich des Parkettlackes erfolgt sehr dünn, damit möglichst wenig Wasser in den Kork eindringt, so dass er nicht verfärben und quellen kann. Erst die nachfolgenden Lackschichten sind satt aufzutragen.
Wer den Kork als natürliches, atmungsaktives Produkt behalten möchte, der muss sich auf einen deutlich höheren Pflegeaufwand einstellen: Zunächst wird der frischverlegte Kork gründlich von Staub befreit und anschließend mit einem geeigneten Hartöl eingepinselt. Eventuelle Ölüberstände müssen spätestens 30 Minuten nach dem Erstauftrag mit einem fusselfreien Lappen aufgenommen werden. Nach 24 Stunden erfolgt ein zweiter Auftrag des Öls. Ist auch dieser Auftrag getrocknet, wird der Boden abschließend mit einem veredelten Bienenwachs behandelt. Durch diese Schutzschicht wird der Belag antistatisch - er zieht praktisch keinen Staub mehr an. Um den so hergestellten Oberflächenschutz auf Dauer intakt zu halten, muss der Boden mit speziell abgestimmten Pflegeprodukten behandelt werden. Die Flüssigwachse werden mit einem Baumwollappen dünn aufgetragen und müssen nach einer kurzen Einwirkzeit nachpoliert werden.

Gefärbte Korkböden sollte man übrigens nicht wachsen, da diese dadurch auf Dauer gelb werden. Auch enthalten einige Wachse eine ordentliche Portion Chemie - und genau die möchte man ja mit einem natürlichen Boden wie dem Kork eigentlich aus der Wohnung fernhalten. Hauptargument gegen gewachste Korkböden ist aber der hohe Pflegeaufwand.