Kirschlorbeer verdrängt andere Gehölze

KirschlorbeerWessen Grundstück an ein Industriegelände anschließt oder einen sonstigen unerfreulichen Ausblick bietet, will so schnell wie möglich einen ebenso dichten wie hohen grünen Sichtschutz anpflanzen. Die Baumschulen verkaufen da gerne den Kirschlorbeer, der erstens immergrün, zweitens extrem schnellwachsend und drittens problemlos in fast allen Böden ist. Diese Argumente sind richtig, aber die Nachteile werden natürlich nicht genannt — schließlich will ein Gartencenter oder eine Baumschule ja verkaufen.

Ein Riesennachteil ist, dass der Kirschlorbeer mehr wuchert, als wächst. Er wuchert in die Höhe und in die Breite. Nach vier bis fünf Jahren ist aus dem Containerstrauch von 1,20 m Höhe ein über 4m hoher Riese geworden, der locker 3m in die Breite gegangen ist. Nun kann man diesen Strauch, der dicke, harte Zweige entwickelt, zwar regelmäßig zurück schneiden — siehe Foto. Aber dann bekommt man so viel grünen Abfall, dass die braune Tonne vier Entleerungen braucht, bis alles entsorgt ist. Das alles kann man meistern, nicht aber das Wurzelwerk, das sich tief und fest im Boden verankert hat und Büsche und Solitärgehölze regelrecht verdrängt. Der Fliederbusch, mit 3m Abstand zum Kirschlorbeer gepflanzt, geht ein und auch die Leyland-Zypresse, die ursprünglich 2m höher war, als der eingepflanzte Kirschlorbeer und nunmehr vor sich hin kümmert.

Wegen des Verdrängungspotentials sollte Kirschlorbeer auf keinen Fall zwischen andere Gehölze gepflanzt werden. Eine Hecke nur aus Kirschlorbeer ist jedoch ein anderer Fall. Wenn der Abstand untereinander mindestens 2m von Stamm zu Stamm beträgt und andere Gehölze ausreichend Abstand zur Kirschlorbeerhecke haben, dann ist gegen einen solchen grünen Wall nichts zu sagen.

Foto: www.fotoatelier-schumacher.de