Kellerwandabdichtung und das Noppenproblem

Gernot: Wir haben unseren Keller selbst gebaut und das Mauerwerk von außen auch selbst und gründlich abgedichtet - also Styropor, Bitumenbeschichtung, Noppenbahn. Nach drei Jahren wurden die Wände feucht. Ich habe die entsprechende Wand stellenweise aufgegraben und stellte fest, daß sich die Noppenbahn in die Bitumenbeschichtung eingedrückt hatte, das Wasser hinter die Dämmung geraten war und dadurch das Mauerwerk durchfeuchtet wurde. Ich nehme an, die Bitumenmasse war Mist, obwohl ich sie dreimal dick aufgestrichen hatte. Kann ich den Hersteller haftbar machen?

Siegfried: Da haben Sie selbst einen großen Bauschaden verursacht. Zunächst einmal muss die Noppenbahn so aufgebracht werden, daß sie nicht auf der Isolierung, also der Bitumendickbeschichtung liegt, sonst drücken sich die Noppen nach dem Verfüllen der Baugrube langsam, aber sicher in die elastische Bitumenschicht. Dann bietet eine Noppenbahn keineswegs grundsätzlich einen Schlagschutz, wie er nach der DIN 18195-10 gefordert wird. Spitze Steine können also durch den gewaltigen Erddruck die Bahnen durchstoßen. Und schließlich kann es auch noch sein, daß Oberflächenwasser, also der Regen, schön "sauber" an der Noppenbahn abgesickert ist und sich im Bereich der Kellersohle gesammelt hat, um dann durch einen undichten Anschluß die Wände hochzuklettern. Ich glaube, Ihre Kellerwände werden Sie rundum aufgraben und fachmännisch sanieren lassen müssen. Natürlich wird in den Baumärkten vernünftiges Material verkauft. Die Frage ist aber, ob dieses Material fachmännisch verarbeitet wird. Der gute Wille zur Kosteneinsparung ersetzt eben doch keinen Bauingenieur.