Kellerböden bzw. Bodenplatten fachgerecht abdichten

Immer häufiger werden Keller als Wohn-, Party- oder Arbeitsräume genutzt. Damit das möglich ist, müssen Wände und Böden absolut dicht und wärmegedämmt sein. Dies ist insbesondere bei Altbauten häufig nicht der Fall. Über die verschiedenen Methoden der Kellerwandabdichtung informieren wir in einem separaten Beitrag.. Der Boden von Kellern oder auch von nicht unterkellerten Gebäuden ist ganz unterschiedlich aufgebaut. In nicht genutzten älteren Kellerräumen kann er beispielsweise lediglich aus gestampftem Lehm bzw. einem Ziegel- oder Pflasterbelag auf verdichtetem Boden oder im Kiesbett bestehen. Aber auch wenn der Kellerboden bzw. der Boden von nicht unterkellerten Gebäuden aus Beton (eventuell zusätzlich mit Verbundestrich oder schwimmendem Estrich) ist, fehlt häufig die horizontale Abdichtung oder sie ist defekt. Je nach vorhandener Bausubstanz und der geplanten Nutzung der Räume gibt es verschiedene Maßnahmen zur Bauerneuerung.

Abdichtung bei neuem Bodenaufbau oder vorhandener Bodenplatte

Wie bereits erwähnt, gibt es in Altbauten immer noch Kellerräume, die anstatt einer Bodenplatte lediglich gestampften Lehm bzw. einen Ziegel- oder Pflasterbelag als Untergrund haben. Um den bisher als Lagerraum genutzten Keller als Wohnraum nutzbar zu machen, muss in der Regel ein vollkommen neuer Bodenaufbau hergestellt werden. Dazu müssen der alte Bodenaufbau und sein Untergrund ausgehoben werden. Der Aushub darf allerdings nicht tiefer als das Fundament hergestellt werden. Dennoch läßt sich die Raumhöhe durch das Ausgraben erhöhen, was häufig dringend notwendig ist, wurde bzw. wird im Keller doch oft gerade an der Raumhöhe gespart. Anschließend erfolgt ein neuer Bodenaufbau mit Sauberkeitsschicht, Betonboden, Abdichtung, Trittschalldämmung, Wärmedämmung und Estrich.

Die Sauberkeitsschicht ist mindestens 5 cm dick und besteht aus Magerbeton oder einer Kiesschicht. Die Dicke und Bewehrung des Betonbodens muss nach den statischen Erfordernissen hergestellt werden. Die Abdichtung erfolgt in der Regel mit Kunststoff- oder Bitumenbahnen, kann aber auch mit allen anderen nach DIN 18195-4 zugelassenen Stoffen erfolgen. Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass diese Abdichtungsbahn an den Wänden hochgezogen und mit der horizontalen Abdichtung der Wände verbunden wird. Bei der Ermittlung der Wärmedämmwirkung des neuen Fußbodenaufbaus werden nur die Schichten oberhalb der Abdichtung angerechnet. Trittschalldämmung und/ oder Wärmedämmung müssen aus druckfestem Material bestehen.

kellerboden.gif

Vorhandene Böden abdichten ohne Bodenplatte

Soll der Kellerraum nach der Sanierung weiterhin als ungeheizter Lagerraum genutzt werden, kann normalerweise auf einen aufwendigen und somit kostenintensiven Fußbodenaufbau entsprechend dem vorigen Kapitel verzichtet werden. Bei nur mäßiger Durchfeuchtung lässt sich durch das Aufbringen eines Zement- oder Gussasphaltestrichs der Feuchteeintritt fast gänzlich reduzieren. Der gereinigte alte Boden kann dabei bestehen bleiben. Es wird lediglich als Trennlage eine PE-Folie eingebracht. Darauf kommt der Zementestrich mit dem Zusatz eines Dichtungsmittels, der den Feuchteeintritt deutlich herabsetzt und eine ebene Bodenfläche ergibt. Bei größeren Flächen ist das Einbringen eines Gussasphaltestrichs empfehlenswert. Dieser ist wasserdicht und schon nach einigen Tagen nutzbar. Allerdings sind bei diesem Estrich punktförmige Belastungen zu vermeiden. Dies geschieht durch einen geeigneten Plattenbelag oder Druckverteilungsplatten.

Vorhandene Estrichflächen instandsetzen

Oft ist ein Estrich schon vorhanden, weist allerdings Schäden durch Risse, Abplatzungen oder punktuelle Abnutzungen auf. Soll die vorhandene mäßige Wärmedämmung nicht verbessert werden, wird folgendermaßen vorgegangen: 

Zunächst muss die Bodenfläche gereinigt und beispielsweise alte Farbanstriche oder Reste von Bodenbelägen entfernt werden. Anschließend wird der Boden mit einer geeigneten Grundierung versehen. Nun werden die Risse geschlossen. Muldenartige Vertiefungen lassen sich mit einer Nivelliermasse ausspachteln. Ist das geschehen, wird die Gesamtfläche oder größere Bereiche in einer Schichtdicke von etwa 5 bis 20 mm mit einem Fließestrich ausgeglichen. Zum Abschluss wird der Boden entweder mit einem Bodenbelag oder einer dampfdiffusionsoffenen Betonfarbe versehen. Betonfarbe ist abriebfest und weist eine hohe Geh- und Rutschsicherheit auf.