Kellerbau insbesondere in Druckwasserbereichen

Welcher Keller aus welchem Material?

Welchen Keller soll ich bauen? Diese Frage beschäftigt jeden Bauherrn, denn wenn die Kellerwände feucht werden, kann auch die ganze Substanz des Hauses gefährdet sein. Schlimmstenfalls bildet sich an dauerfeuchten Kellerwänden der echte Hausschwamm, was eine der größten Schadensfälle im Hochbau darstellt. Insbesondere die Bauherren von Fertighäusern machen sich viele Gedanken, ob sie überhaupt und wenn ja, welchen Keller sie errichten lassen sollen.

Grundsätzlich sind Mauersteine aus Kalksandstein, Blähton, Beton und anderen Materialien für den Kellerbau bei Privathäusern gut geeignet. Das gilt auch für Verfüllziegel, deren Hohlräume mit Beton ausgegossen werden. Dominierend sind im Fertighausbau Keller aus Beton-Fertigteilen. Die klassische Art ist der Keller aus "Ortbeton", der vor Ort zwischen die Schalung fließt. Im Kommen ist die Dreifachwand, bei der zwischen zwei Fertigteilplatten, die mit Gitterträgern untereinander verbunden sind, Ortbeton gegossen wird. Daß jede Kellerwand von außen gedämmt und abgedichtet werden muss, versteht sich von selbst. Wir verweisen hierzu auf unsere Beiträge "Keller abdichten und dämmen" sowie unsere Zusammenstellung über verschiedene Wärmedämmverbundsysteme.

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Keller mit Dreifachwand
   
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Keller aus Beton-Fertigteilen

(Fotos: www.beton.org)

Welcher Keller in Hochwasserzonen oder bei hohem Grundwasser?

Wer ein Grundstück kauft, sollte sich in hochwassergefährdeten Gebieten bei den wasserwirtschaftlichen Dienststellen nach den Höchstständen erkundigen und sein Bauvorhaben auf den höchstmöglichen Wasser-Ernstfall abstimmen. Nicht anders ist es bei Grundstücken, die weitab von jedem Hochwasserbereich liegen und trocken wirken. Das kann nach einem Meter Tiefe ganz anders aussehen! Im weiten Umkreis des Braunkohletagebaus hatten sich durch sog. Sümpfungsmaßnahmen sehr niedrige Grundwasserstände ergeben, die sich auf einmal dramatisch erhöht hatten, nachdem der Tagebau eingestellt oder verringert wurde. Betroffen davon sind tausende Häuser am Niederrhein. Man tut also gut daran, sich bei den Bauämtern nach dem höchsten Grundwasserstand zu erkundigen - auch, wenn dieser 30 Jahre zurückliegt. Auf einem ganz anderen Blatt steht, wieso diese Bauämter Kellergeschosse genehmigen konnten, die nicht auf einen möglichen Anstieg des Grundwassers angelegt waren. 

Unsere Zeichnung zeigt, welche Möglichkeiten es in solchen Problemzonen gibt. Ausweichen als Möglichkeit ist natürlich sehr theoretischer Natur, denn es muss ja auch ein (bezahlbares) Grundstück für den Bau eines "Ausweich"-Hauses vorhanden sein. Es bleiben in der Regel also die Möglichkeiten, ohne Keller zu bauen, das Haus auf Stützen zu stellen oder den Keller als Abdichtungswanne anzulegen. 

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Ist die "weiße Wanne" wirklich wasserdicht?

Bituminöse Abdichtungstechniken sind nach wie vor sinnvoll und richtig, wenn das Grundstück nicht grundwassergefährdet ist. Weil Bitumen schwarz ist, spricht man hier von "schwarzen Wannen". Bei Wannen auas WU-Beton (WU = WasserUndurchläsig) spricht man von "weißen Wannen". Wasserundurchlässig ist aber keineswegs wasserdicht, so sehr das den Laien auch wundern mag.

kellerb03b.jpg Für den Bau von weißen Wannen gibt es keine DIN-Normen, wohl aber für die Beschaffenheit des WU-Betons. Während bei der schwarzen Wanne kein Feuchtigkeitstransport von außen nach innen stattfindet (oder stattfinden sollte), findet bei Bauteilen aus WU-Beton ein Feuchtetransport durch Dampfdiffusion und kapillare Wasserwanderung statt. 

Der Bau einer weißen Wanne ist nicht unproblematisch, weil der Bauunternehmer sehr exakt arbeiten muss. Völlig rissefrei sind die Wände und die Sohle der weißen Wanne dennoch nicht herzustellen, wobei diese Risse auf kleiner als 0,2 mm zu beschränken sind (DIN 1045). 

Alles in allem ist die weiße Wanne so konstruiert, dass geringe Feuchtemengen von außen nach innen dringen, dort aber abtrocknen. Verschwinden die dunklen Stellen, die Feuchte anzeigen, nicht aus dem Beton oder lassen sich sogar dauernd leicht feuchte, glänzende Stellen ausmachen, so funktioniert entweder die Lüftung im Keller nicht einwandfrei (die Feuchte kann also aufgrund zu hoher Luftfeuchtigkeit nicht abtrocknen) oder die weiße Wanne gehört zu jenen schätzungsweise 5 %, die fehlerhaft ausgeführt worden sind.