Kaminholz richtig kaufen, lagern und verfeuern

Kaminholz für Offene Kamine, Kaminöfen und Kachelöfen

Der sogenannte Offene Kamin wurde in den 60-er bis 70-er Jahren während der "dunklen Monate" in der Hauptsache aus dekorativ-romantischen und nur zu einem geringeren Teil aus wärmespendenden Gründen betrieben. Inzwischen wurde er aber vielfach durch den Einbau von Heizkassetten in eine Zusatzheizung umfunktioniert. Die Offenen Kamine modernerer Bauart sind sowieso meistens als Zusatzheizung konzipiert. Außerdem haben sich die in Skandinavien weitverbreiteten Kaminöfen fest in den Wohnstuben von Neubauten etabliert. Auch der Kachelofen erfreut sich steigender Beliebtheit. In allen drei Heizsystemen werden hauptsächlich Holzscheite verfeuert. Und da kann man ja nicht viel falsch machen, wird sich mancher denken. Eben doch - man kann sehr viel falsch machen - Umweltschädigung, Energievergeudung und Schornsteinversottung inbegriffen.

Holzfeuerung grundsätzlich umweltschonend

kaminfeuer.jpgDas Verfeuern von Kaminholz ist grundsätzlich eine umweltschonende Heizart, wenn geeignetes, trockenes Holz sauber verbrennen kann. Die saubere Verbrennung entspricht in etwa dem gleichen chemischen Prozess, wie die natürliche Verrottung - d.h., dass das freiwerdende CO2 (Kohlendioxyd) den ursprünglichen CO2-Haushalt der Atmosphäre nicht zusätzlich erhöht oder belastet. Das gilt aber nur, wenn geeignetes, "stückiges" Holz - also die sog. Kaminholzscheite - verbrannt wird. Welches Holz ist geeignet? Grundsätzlich darf nur unbehandeltes, naturbelassenes Holz verfeuert werden, wobei sich Harthölzer wie Eiche und Buche, aber auch Birke und Obsthölzer wegen der besseren Energieausbeute und des ruhigen Flammenbildes besonders eignen.

Trockenes Holz - wie "herstellen", woher beziehen?

Kaminholz ist nur dann trocken, wenn es mindestens zwei Jahre im Freien, aber regengeschützt gelagert worden ist. Solches Holz bietet der Holzfachhandel an, in ländlichen Bereichen oft auch Waldbauern, Forstämter oder Gemeindeverwaltungen aus dem Holzeinschlag ihrer Wälder. Lassen Sie sich solches Holz, sofern es aus einem überdachten Lager stammt, nicht gerade in den regnerischen Monaten anliefern. Schichten Sie es in einem überdachten Holzregal auf und lagern Sie es dort so, dass der Holzstapel gut durchlüftet wird. Je schneller trocknet das Holz. Decken Sie das aufgeschichtete Holz auf keinen Fall mit einer Plane ab. Wenn Sie das Holz vom Waldbauern kaufen, so achten Sie darauf, dass Ihnen Scheite geliefert werden, die nicht länger als 33 cm und nicht dicker als 10 cm sein sollten. Dicke Rundstämme sollten Sie aussondern und nicht akzeptieren - es sei denn, Sie wollen das Holz selbst mit der Axt zerteilen.

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Kaminholz unter Planen lagern

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Foto: westfalia.de

Grundsätzlich ist das Lagern von Brennholz unter einer Plane nur bedingt zu empfehlen. Wenn das Holzregal aber bis auf letzte Fach gefüllt ist, führt aber kein Weg daran vorbei. Denn im Regen sollte es nicht stehen bleiben. Im Handel gibt es spezielle Planen, die eigens für das Abdecken von Brennholz zugeschnitten sind. Greift man auf diese zurück, ist es wichtig für eine ausreichende Unterlüftung zu sorgen. Bildet sich Staunässe saugen sich die oberen Holzschichten mit dem Wasserdampf voll. Das Holz trockent nicht weiter. Es ich also ratsam, einzelne Scheite als Zeltmasten zu gebrauchen und die Plane mit einigem Abstand über dem Kaminholz anzubringen. Damit die nächste Windböe den Stapel nicht abdeckt, gibt es spezielle Spannsets, mit denen sich die Plane fest im Holzstapel verankern lässt. Keinesfalls sollte man das Holz gänzlich in Planen einschlagen. Es muss jederzeit gut durchlüftet werden, damit es trocknen kann.

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Foto: westfalia.de

Mit praktischen Balkenschuhen und Kanthölzern lässt sich auf die Schnelle ein Regal zusammenbauen. Bei Bedarf werden die Balken einfach in die Halterung gesteckt und das Kaminholz hat einen sicheren Lagerplatz mit ausreichend Abstand zum möglicherweise feuchten Boden.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass gerade Eichenholz mindestens ein Jahr ohne Abdeckung im Regen stehen soll, um die Gerbsäuren auszuwaschen. Es ist zwar richtig, dass Gerbsäure, auch als Tannine bekannt, wasserlöslich ist, doch soweit dringt Regen niemals in die Scheite ein, als dass sich dieser Effekt auszahlen würde. Stattdessen sollte man die Eichenrinde vor der Lagerung von den Scheiten entfernen. Die Konzentration der Gerbsäure ist in der Rinde besonders hoch und von dort zieht die Säure während der Lagerung ins Holz ein. An der Luft oxidiert sie dann zu Gallussäure und bei der Verbrennung entsteht giftiges Pyrogallol. Gerade Besitzer von Edelstahlkaminen sollten hier aufhorchen, da das Pyrogallol die Kamine korrodieren lässt.

Trockenes Holz erkennen

Der Heizwert von Holz ist hoch — vorausgesetzt, dass das Holz trocken ist. Wenn Sie frisch geschlagenes Holz kaufen und in Ihrem Garten lagern, dann wissen Sie, dass das Holz erst nach zwei Jahren verfeuert werden darf. Manchmal wissen Sie jedoch nicht, wann das Holz geschlagen wurde und Sie müssen sich auf andere Weise zu helfen wissen, denn auf den ersten Blick erkennen man nicht ob das Holz trocken oder feucht ist. Trockenes Holz ist jedoch um einiges leichter als feuchtes Holz. Je nach Holzart, kann nasses Holz sein Gewicht fast verdoppeln. Deshalb nehmen Sie das Holz in die Hand und vergleichen es mit einem gleichgroßen trockenen Holzscheit. Auch an der Rinde können Sie trockenes Holz erkennen. Ist das Holz trocken, läßt sich die Rinde bei vielen Holzarten leicht abschälen. Ist die Rinde hart, kann das als ein Zeichen von Restfeuchte angesehen werden. Natürlich können Sie auch ein Stück Holz in das Feuer geben und schauen, was passiert. Brennt der Holzscheit sofort und gleichmäßig, ist das Holz trocken. Zischt und pfeift das Holz oder bilden sich Wasserbläschen auf der Oberfläche, ist das Holz noch zu feucht und darf noch nicht verfeuert werden.

Feuchtes Holz schädigt Umwelt und Schornstein

Je feuchter das Holz, desto niedriger sein Heizwert. Denn zunächst einmal wird jede Menge Energie benötigt, um das Wasser im Holz zu verdampfen. Für wohlige Wärme bleibt dann nicht mehr viel übrig. Die Verbrennungstemperatur wird durch den Wasserdampf herabgesetzt, es bildet sich Ruß, der sich im Kaminofen und im Kachelofen als hartnäckiger, schmieriger Belag niederläßt. Sichtbares Zeichen dafür sind die schwarz gefärbten Glasscheiben des Kaminofens. Außerdem schlägt sich der Wasserdampf an den Schornsteinwänden nieder - es kann zu Versottungen kommen (siehe Beitrag "Schornstein-Versottung"). Und schließlich wird die Umwelt geschädigt, weil unverbrannte Schadstoffe durch den Schornstein gehen.

Verboten bis ungeeignet: Behandeltes Holz, Spanplattenreste

Verboten ist das Verfeuern von behandeltem Holz gleich welcher Art. Holz, das imprägniert oder in welcher Weise auch immer beschichtet wurde, darf nicht verheizt werden. Schon gar nicht Leimholz- oder Sperrholzreste, Reste von Spanplatten, Multiplexplatten, Arbeitsplatten usw, usf. Auch Verpackungs- und "Palettenholz", kleingehackte Apfelsinenkisten und dergleichen dürfen nicht verfeuert werden, auch nicht Pappe, Papier oder Papierbriketts. 

Ihr Nachbar kriegt sehr wohl mit, wenn Sie umweltschädigend heizen. Er riecht es nicht nur, er kann selbst in der Dunkelheit am grau-schwarzen Rauch, der aus Ihrem Schornstein aufsteigt, erkennen, dass Sie ihn mit Giftgas einhüllen. Denn um nichts anderes handelt es sich, wenn beschichtetes Holz oder durch Einsatz von Klebern hergestelltes Holz verfeuert wird. Sie schädigen sich aber auch selbst, denn die im Wasserdampf enthaltenen Schadstoffe setzen sich liebend gern als säurehaltige Kondensate am Schornstein ab und tragen so zu den schon erwähnten Versottungen bei.

Vom Unsinn des Heizens "auf Sparflamme" durch Drosselung der Zuluft

Weit verbreitet ist die Unsitte, den Offenen Kamin, den Kamin- oder den Kachelofen "schön" zu füllen und dann die Verbrennungsluftschieber zu schließen, damit das Holz schön langsam verbrennt. Wir zitieren aus einem Sachverständigengutachten über einen Versottungsschaden: "Ein Dauerbrand wie bei einer Kohlefeuerung ist bei der Verbrennung mit Holz nicht möglich. Die landläufige Meinung, je geringer die Verbrennungsluftzufuhr, umso länger hält der Abbrand an, trifft auf Holz nicht zu....Wird bei einer "Sparbedienung" die Luft während der Flammenphase gedrosselt, bekommen die Schwelgase zu wenig Verbrennungsluft und können somit nicht ausbrennen. Hierbei entweicht der größte Teil der Rauchgase unverbrannt durch den Schornstein. Der in den Schwelgasen enthaltene Wasserdampf und Teer schlägt sich mit all den bekannten Nebenwirkungen im Schornstein nieder und macht sich außerdem umweltbelastend bemerkbar..." Diese Ausführungen lassen erkennen, dass Holz grundsätzlich mit ungedrosselter Verbrennungszuluft zur Verbrennung gebracht werden muss. Das bisher Gesagte trifft zu gleichen Teilen auch auf die Verfeuerung von Braunkohlebriketts zu, die gelegentlich für die Nacht nachgelegt werden.

Welche Brennstoffmenge für bestmöglichen Heizwert?

Ofensetzer, Kachelofenbauer und die Hersteller von Öfen geben Ihnen Merkblätter an die Hand, denen Sie entnehmen können, mit welcher Brennstoffmenge Sie den bestmöglichen Heizwert erzielen. Grundsätzlich falsch ist, die Feuerstätte mit Holzscheiten vollzustopfen. Und noch falscher - wie schon im vorigen Absatz dargelegt - dabei auch noch auf "Sparbetrieb" zu schalten, sprich die Luftzufuhr zu drosseln. Bei Kaminöfen gilt, dass auf die Grundglut nur eine Lage Kaminholz (zwei Scheite = ca. 2 kg) aufgelegt werden soll. Zuviel Brennholz bewirkt ein Überheizen, der Ofen aus Gußeisen oder Speckstein kann dadurch geschädigt werden, auch sind die Rauchgaswerte dann schlecht. Das trifft auch dann zu, wenn zu wenig Brennholz oder zu große Scheite aufgelegt werden. Der Ofen erreicht dann auch nicht seine optimale Betriebstemperatur.