Innentüren und ihr unterschiedliches Innenleben

Was wissen Sie über das Innenleben einer Tür? Wahrscheinlich hat Sie das bisher noch nie interessiert. Dabei kommt es bei einer Tür vor allem auf das Innenleben an. Dies merken Sie spätestens dann, wenn Sie aus lauter Wut über Ihren Ehepartner der Tür einen heftigen Tritt verpassen und der Fuß plötzlich in der Türfüllung steckt. Und damit sind wir schon beim Thema, nämlich wie und womit eine Tür "gefüllt" ist. 

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Was die äußere Optik angeht, sind alle drei hier abgebildeten Türen gleich. Aber  das, was wie Furnier aus richtigem Holz aussieht, muss keineswegs Furnier sein. Und die "Innenausstattung" der drei Innentüren kann völlig unterschiedlich sein. Ausgehend von den zwei Grundtypen "glatte Innentüren" und "Rahmen-Innentüren", wird jeweils zwischen verschiedenen "Innenausstattungen" unterschieden. Es ist natürlich wichtig zu wissen, wie das Innenleben einer Tür aussieht. Aber der Türanschlag DIN links oder rechts sollte ebenfalls genau festgelegt werden.

Glatte Innentüren

Hohlraumfüllung (Wabe) 

Die Hohlraumfüllung kann eine Karton-Wabenfüllung oder eine Füllung mit steifiger Einlage sein. Die Wabeneinlage bringt ausreichende Stabilität für Zimmertüren innerhalb der Wohnung. Aufgrund Ihrer leichten Bauweise sind die Türen leicht zu handhaben und insgesamt die kostengünstigste Variante. Dies ist die Tür, bei der Sie am ehesten mit Bruch rechnen müssen, falls Ihr Temperament mit Ihnen durchgehen sollte. 

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Hohlraumfüllung (Röhrenspansteg) 

Die Steigerung der "Wabentüren" sind Türen mit Röhrenspan-Stegeinlagen. Diese Türen sind mechanisch stärker belastbar und bieten einen höheren Anwendungskomfort. Man könnte auch sagen: Eine Tür der unteren Mittelklasse. 

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Röhrenspaneinlage 

Wünschen Sie zudem eine bessere Schalldämmung, sollten Sie sich unbedingt für diese Tür entscheiden, die man als gehobene Mittelklasse bezeichnen kann. Diese Innentüren sind schon sehr stabil. 

Auch im Spannbetonbau wird mit dem Röhrenprinzip gearbeitet. Eine Spannbeton-Hohldecke zeichnet sich durch geringes Eigengewicht, geringeren Stahlverbrauch und geringere Kosten gegenüber einer Vollbetondecke aus. 

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Vollspanplatte 

Jeder Heimwerker weiß, daß eine Spanplatte viele Vorzüge hat. Sie hat nur eine geringe Neigung zum "Schwinden" und Verziehen, ist aber sehr stabil. Mit einer Innentür aus Vollspanplatte werden erhöhte Schalldämmwerte erreicht, außerdem können in solche Türen auch Lichtausschnitte eingesetzt werden. 

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Spezialfüllung 

Bei höheren Anforderungen (hinsichtlich Brand-, Einbruch- und Schallschutz) erhalten Innentüren eine schichtweise aufgebaute, verleimte Spezialeinlage. Diese Türen sind dann auch z.B. hinsichtlich ihres Brandschutzverhaltens kenntlich gemacht (siehe Brandschutzklassen). 

Rahmen-Innentüren

Massivholztür 

Das Schnittholz wird nicht verleimt, sondern als Ganzes verarbeitet. Billigere Variante einer Rahmentür, es kann aber mit der Zeit zu Rissen oder erhöhtem Verzug kommen. Stabverleimte Rahmentür 

Auch die stabverleimte Rahmentür ist eine Vollholztür. Die Sichtfläche des Innenlebens weist ein stabartig uneinheitliches Holzbild auf, was man natürlich nicht sieht, denn die stabverleimte Holzplatte wird ja in jedem Fall noch "bekleidet", z.B. mit einem Furnier. Diese Tür ist gegenüber der Massivholztür in punkto Rissbildung und Verzugsstabilität verbessert und der Mittelklasse einzuordnen. 

Schichtverleimte Rahmentür 

 tuer008.gifHier bestehen der Rahmenteil und die Füllungen aus schichtartig verleimtem Holz, wodurch ein Verziehen und die Rißbildung vermindert und die Stabilität erhöht werden. Eine solche Tür kann man dann schon nicht mehr "durchtreten" - es sei denn mit dem Vorschlaghammer. Auch bei dieser Vollholztür werden gute Schalldämmwerte erreicht, weshalb man hier von der Luxusklasse der Innentüren sprechen kann. 

Wer Mitbewohner hat, die gerne „volle Pulle Musik hören“, sind Nerven schonende Schallschutztüren ein gesondertes Thema, über das wir unsere User gerne unterrichten.

Die Oberflächen bei Innentüren

innentur01_vor.jpgNeben dem Innenleben hat eine Tür natürlich auch eine äußere Optik. Darüber müssen wir Ihnen aber nicht so ausführlich berichten, denn wie eine Tür aussieht, wissen Sie. Es gibt Türen mit unterschiedlichstem Furnierdesign, Türen mit Motivkerbungen oder mit Aufleistungen und Füllungen. Farbe und Material können ebenfalls auf verschiedenste Weise kombiniert werden.

Im Holz-Fachhandel können Sie oft viele dutzend, wenn nicht hunderte verschiedener Innentüren sehen. Jeder Türenhersteller bietet eigene Kreationen. Ob Holz, Furniere, Metall, Verglasung oder Echtglas, alles ist möglich.

Abbildung: GetaDoor LA-1 Typ 1.4

innentur02_vor.jpgDie Optik ist das eine, die Oberfläche das andere. Die Türenhersteller bieten schmutzunempfindliche Produkte mit extremer Härte an, die durch neuartige Druckverfahren kaum von Furnieren zu unterscheiden sind. Furniere sind aber weiterhin das Beste, was Liebhaber natürlicher Materialien kaufen können.

Die Edelholzfurniere beliebter Holzarten zeigen lebendigen Charakter bis in die feinste Maserung. Das entscheidende Kriterium: Furnier sieht man nicht nur, man fühlt es auch.

Abbildung: GetaDoor Ostinus Typ 5280  

innentur03_vor.jpgEine preiswerte Alternative sind Oberflächen aus Dekorfolie. Hier gibt es auch verschiedene Oberflächenvarianten: von Ahorn und Eiche über Buche bis Esche weiß deckend und offenporig. Aber passen Sie auf: Wutausbrüche können im Sperrholz enden. Sind Sie eher dem klassischen Türdesign zugeneigt, gibt es auch lackierte Innentüren. Umweltschonend, UV-härtende Acryllacke, moderne Walz- und Spritzverfahren sorgen dafür, dass Ihre Türen auch auf Jahre hinaus nichts von ihrer Faszination verlieren.

Abbildung: GetaDoor Typ 1103