Im Vorgarten eine zweite Garage — geht das?

Deutsche PKW’s sind weltweit begehrt. Unsere Nation lebt mehr oder weniger vom Autoexport. Wir Deutschen haben ein besonderes Verhältnis zum Auto, das wir hegen und pflegen und am liebsten in einer Garage unterstellen. Sicher ist eben sicher. Was aber, wenn die an das eigene Haus angebaute Garage gerade mal Vatis Wagen aufnehmen kann, nicht aber den Zweitwagen der Ehefrau? Und die ist es auch leid, im Winter die Scheiben eisfrei zu kratzen. Also muss eine zweite Garage in den Vorgarten gebaut werden, sofern dieser die benötigte Breite und Tiefe hat. Aber bekommt man dafür überhaupt eine Baugenehmigung?

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Grundsätzlich wird keine Baugenehmigung gebraucht — es reicht eine Bauanzeige aber die Städte und Gemeinden können einen solchen Bau auch ablehnen, wenn sie um die gute Optik eines Straßenzugs oder einer Siedlung fürchten. Eine Bauvoranfrage zu stellen, ist also immer sinnvoll. Die Städte wissen aber auch, dass PKW’s, die in einer Garage stehen, die Straßen von parkenden PKW’s entlasten, was ganz im Sinn der Gemeinden ist. Man hat also gute Chancen, dass eine Garage im Vorgarten genehmigt wird — wenn der Architekt das geschickt anpackt.

Architekt Hans Tiefes aus Korschenbroich bei Düsseldorf hat den Baukörper der Garage parallel zur Straße angeordnet und auch etwas ins Boden abgesenkt, wodurch die Zufahrt ein Gefälle von 10 % bekommt. Um die Garage nicht als Fremdkörper wirken zu lassen, hat er die Seitenwände mit Gabionen umkleidet, die mit großen Flusssteinen gefüllt sind. Vor der zur Straße liegende Seitenwand hat er außerdem einen abgeböschten Hügel vorgesehen, der mit Gras eingesät und mit Blumen bepflanzt werden kann.

Eine derartige creative Lösung hat große Chancen, vom Bauamt akzeptiert zu werden.