Hortensien sind eine Blütenpracht in allen Farben

In Opas Garten war sie unverzichtbar, dann galt sie eines Tages als altmodisch und verschwand fast aus Deutschlands Gärten — die Hortensie. Inzwischen hat sie wegen ihrer Robustheit, Farbenpracht und Blühdauer die Gärten und Vorgärten zurück erobert und lacht im Sommer sechs Wochen lang und länger in rosa, rot, blau, weiß, cremefarben oder zweifarbig den Betrachter an. Sie sind also wahre Idealpflanzen, zumal sie wenig Pflege brauchen. Und sie sind eine Alternative zu den öden Vorgärten aus aufgeschütteten Steinen.

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Die meist gekaufte Hortensie bildet eine große, ballförmige Blüte — fast so groß wie ein Handball (Foto links). Die Gärtner sprechen dabei generell von einer Ball- oder Bauernhortensie, wobei es Varietäten gibt wie die Rispenhortensie und die ebenfalls sehr beliebte Tellerhortensie (Foto rechts).

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Die große Beliebtheit der Hortensie erklärt sich daraus, dass Hortensien weitgehend resistent sind gegen Schädlingsbefall und eigentlich an jedem Standort gedeihen, sogar im Schatten oder in der Sonne, wobei sie natürlich im letzteren Fall gut bewässert werden muss. Sobald sich die grünen Blätter senken, besteht Bewässerungsalarm. Wird nun gegossen, erholt sich die Pflanze schnell wieder. Ihre Robustheit und die Farbenpracht ihrer Blütenbälle hat sie zum Konkurrenten der Rosen gemacht und diese aus vielen Gärten zurück gedrängt.

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Hortensien kommen als Containerpflanzen in den Handel. Unser Foto wurde in bei dem auf Hortensien spezialisierten Anzuchtbetrieb Pellens Hortensien in Geldern am Niederrhein aufgenommen, auf dessen Feldern jährlich weit über eine Million Hortensien heran wachsen. Aus solchen Zahlen nur aus einem Anzuchtbetrieb lässt sich leicht auf die wachsende Beliebtheit vor allem der Ballenhortensie schließen. Als „Containerware“ können Hörtensien selbst im Hochsommer ins Boden gesetzt werden. Vielfach sieht man sie auch in Kübeln auf Terrassen oder vor der Hauseingangstür. Da sie aber den Drang haben, in die Höhe und die Breite zu wachsen, sollten sie, wenn sie abgeblüht sind, ins Boden kommen — mit ausreichendem Abstand von mindestens 120 cm zur nächsten Hortensie oder einer anderen Pflanze. Immerhin können Hortensien zwei Meter hoch und breit werden - vor allem, wenn sie als Solitär etwa mitten in eine Wiese gepflanzt worden sind.

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, ob die Hortensie ein immergrünes Laubwerk hat. Das mindert nämlich den optischen Nachteil der braunen, abgeblühten „Bälle“, die im Spätherbst keinesfalls herausgeschnitten werden dürfen. Sie sind nämlich ein Frostschutz für die seitlich austreibenden jungen Triebe. Die Gartenschere also erst nach der Frostperiode in die Hand nehmen und dabei gleich auch tote Äste aus den Sträuchern heraus schneiden. Natürlich freuen sich auch Hortensien, wenn ihnen Dünger zugeführt wird. Nötig ist das nicht. Es gibt genügend Gärten in Deutschland, in denen Hortensien blühen und leuchten, ohne je gedüngt worden zu sein. Aber die Hortensie hat natürlich nichts gegen eine Verbesserung des Gartenbodens.

Foto(s): www.fotoatelier-schumacher.de