Holzrisse haben verschiedene Ursachen

In Holz treten Risse in verschiedenen Richtungen und Größen auf. Risse vermindern die Holzfestigkeit und sie werden durch Spannungen im Holz hervorgerufen. Manche Spannungen entstehen bereits am stehenden Baum, andere werden erst durch das Fällen oder Transportieren des Baumes verursacht. Auch beim Trocknen des Baumes können Spannungen und somit Risse entstehen. Schließlich kann auch eine spätere Belastung der Grund für einen Riss im Holz sein. Welches letztlich die Ursache für einen Riss ist, sieht man dem Holz an. Man unterscheidet Kernrisse, Schilferrisse, Ringrisse, Trockenrisse und Frostrisse.

Kernrisse

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Kernrisse verlaufen radial vom Kern in Richtung Splintholz und mit großer Ausdehnung in Längsrichtung des Holzes. Diese Risse entstehen bereits während des Wachstums durch Wind, Schneedruck, Hangneigung oder einseitiger Krone. Besonders sind die astarmen Stammabschnitte der Buche rissgefährdet. Kernrisse befinden sich meist am Fuß des Stammes. Sichtbar werden sie erst nach der Fällung des Baumes. Durch Austrocknung können sich die Risse stark vergrößern und somit die Säge- und Furniertauglichkeit wesentlich beeinflussen. Das weitere Aufreißen des Holzes kann durch Klammern oder Schutzanstriche verhindert werden. Kernrisse werden auch als Strahlen-, Radial-, Herz- oder Markrisse bezeichnet.

Schilferrisse

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Eine Sonderform der Kernrisse sind Schilferrisse. Sie fallen durch die schuppigen Ablösungen flächiger Holzschichten auf, die in der Mitte der Herzbretter schräg zum Faserverlauf vorkommen. Da Schilferrisse auf das trockene Innenholz begrenzt sind, können sie äußerlich nicht erkannt werden. Ähnlich den Kernrissen sind Schilferrisse auf Biegebeanspruchung am stehenden Stamm zurückzuführen. Schilferrisse haben eine unregelmäßigen Verlauf und schädigen oft mehrere Bretter von einem Stamm. Sie sind daher ein recht nachteiliger Holzfehler.

Ringrisse

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Ringrisse treten bei gefälltem Kernholz auf. Sie folgen den Jahresringen und sind an ihrer großen Ausdehnung in Längsrichtung des Holzes zu erkennen. Weitere Bezeichnungen für Ringrisse sind Ringschäle und Kernschäle. Als Ringriss bezeichnet man Risse, die weniger als 50 % der Jahrringgrenze folgen. Wenn die Risse mehr als 50 % der Jahrringgrenze folgen und die Ablösung auf den Befall von holzzerstörenden Pilzen zurückzuführen ist, spricht man von Ringschäle. Kernschäle schließlich ist die vollständige Ablösung innerhalb eines Jahrringes vom inneren Kern. Ringrisse entstehen bei plötzlicher Veränderung der Jahrringbreite durch plötzliche Lichtstellung                                         oder Überalterung des Baumes.

Frostrisse

holzriss4.gifFrostrisse gehen von der Rinde in Richtung Markröhre aus und dringen infolge von Spannungen tief in den Baumstamm ein. Frostrisse entstehen bei plötzlich eintretenden Frostperioden vor allem bei Hartlaubhölzern wie Eiche, Ulme, Esche oder Ahorn. Bei Nadelhölzern und Weichlaubhölzern kommen sie weniger vor. Die Ursache für Frostrisse ist die unterschiedliche Ausdehnung von Stamminneren und Stammäußeren. Bei Erwärmung schließen sich die Risse wieder und durch diese Überwallung entstehen sogenannte Frostleisten. Aber schon bei leichten Frösten reißen die alten Risse meist wieder mit einem lauten Knall auf. Das kann sich mehrere Male wiederholen.

Trockenrisse

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Trockenrisse können an Nadelbäumen bei hohen Temperaturen auftreten, weshalb sie auch als Hitzerisse bezeichnet werden. Ein Absinken des Wassergehaltes unter den Fasersättigungspunkt führt zu Längsrissen im Schaftbereich, die bis in das Zentrum des Holzes vordringen. Anfällig für Trockenrisse sind vor allem die Nadelhölzer Fichte, Kiefer und Weymouths-Kiefer. Schwindrisse sind ebenfalls Trockenrisse. Sie entstehen durch Schwindung an der Oberfläche und treten vor allem bei Sommerfällung und anschließender rascher Entrindung auf. Gehen die Risse tiefer, wird die Gebrauchstauglichkeit des Holzes stark beeinflußt.