Holzpflege mit Naturprodukten wie Schelllack oder Hartwachs

Seit ewigen Zeiten ist Holz ein wichtiger Baustoff des Menschen. In Europa erfreut er sich heute wachsender Beliebtheit. Gerade junge Familien schätzen den warmen Charakter und die heimelige Atmosphäre von Holz. Aber klar ist auch: Holz braucht besondere und vor allem vorbeugende Pflege! An diesem Punkt herrscht unter Verbrauchern reichlich Unsicherheit. Irgendwann hat wohl jeder einmal in den Medien beunruhigende Meldungen über die Verwendung gesundheitsschädlicher Chemikalien in Haus und Heim gehört. Wer hier seinen Kindern zuliebe auf Nummer sicher gehen will, verwendet ausschließlich natürliche Rohstoffe wie sie z.B. in LUMBERJACK, der neuen Umweltlinie des namhaften Herstellers CLOU zu finden sind: Hier wird auf unnötige Lösungsmittel verzichtet und bei den Inhaltsstoffen bedient sich bei Mutter Natur. Bienenwachs, Wurzelharz, Leinöl, Schellack, oder Carnaubawachs garantiert zeitgemäßen Holzschutz und sorgen gleichzeitig für ein gesundes Wohnklima. 

Natürliche Inhaltsstoffe bei Holzpflegeprodukten

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Bienenwachs

Bienenwachs ist ein Ausscheidungsprodukt aus den Wachsdrüsen der Honigbienen, mit dem diese die Waben in ihrem Stock herstellen. Bienenwachs ist chemisch schwer angreifbar und schmilzt erst ab 61°C. Bienenwachs wird in Hartwachs oder Holzwachs verarbeitet. 

Carnaubawachs

Carnaubawachs ist das wichtigste Wachs, das aus Pflanzen gewonnen wird. Es stammt von der in Brasilien heimischen Carnauba-Palme und zwar von den Blättern dieser Palme in Form eines schuppigen Pulvers. Carnaubawachs ist Bestandteil von Hartwachs oder Holzwachs. 

Kolophonium (Wurzelharz)

Benannt nach der antiken griechischen Stadt Kolophon. Dieses Harz wurde dort schon im Altertum hoch geschätzt. Es wird überwiegend als Balsamharz bei der Destillation von Terpentinöl sowie aus dem Wurzelstock von Koniferen gewonnen. Wurzelharz findet sich in Hartwachs-Öl oder Holzöl wieder. 

Leinöl

Dieses Öl wird aus den reifen, getrockneten Samen des Flachses (einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit) gewonnen. Es wird kalt gepresst und dann verkocht. In reiner Form ist es als Leinölfirnis im Handel, als Zusatz findet man Leinöl in Pflegeöl und Holzöl. 

Wundbenzin

Der Name stammt vom Gebrauch aus der Medizin, wo es zur Reinigung der Umgebung von Wunden z.B. von Resten von Pflasterklebstoffen verwendet wird. Es dient in verschiedenen Produkten wie Holzöl oder Pflegeöl als aromatenfreies, fast geruchsloses Lösungsmittel. Bekannt auch unter der Bezeichnung Lackbenzin. 

Schellack

Schellack ist ein natürlicher, seit Jahrtausenden bekannter Rohstoff. Er entsteht als Stocklack aus dem Sekret der weiblichen Lackschildläuse, wenn diese durch einen Stich in die Jungtriebe bestimmter Bäume in Indien und Thailand den Zweigen einen Harzsaft entlocken. Nach dem Trocknen wird das Harz abgenommen, aufgearbeitet, mehrfach gereinigt und zu Blättchen gebrochen. 

Alkohol (vergällt)

Vergällter Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel für Schellack und andere Naturharze wie zum Beispiel Wurzelharz. Unvergällt als Ethanol oder Weingeist bekannt.
 

Verwendung der Naturprodukte zur Holzpflege

Hartwachs-Öl

holzpflege01.gifHartwachs-Öl eignet sich für rohes oder bereits geöltes Holz im Innenbereich. Es erhöht die Oberflächengüte und ergibt glatte, griffige, trittfeste, schmutzabweisende, mechanisch gut beanspruchbare und gegen Wasser und viele Haushalts-Chemikalien beständige Oberflächen. Ideal zur Imprägnierung von Parkett, Holzdielen und Holzpflaster sowie zur Behandlung von Möbeln, Arbeitsplatten oder Spielzeug. Kann bei richtiger Pflege immer wieder regeneriert werden.
 
Verarbeitung:
Holz ggf. 1-2mal mit LUMBERJACK Holzöl grundieren. Oberfläche je nach Anwendungsbereich mit 150er Schleifpapier (Fußböden) bis 240er Schleifpapier (Möbel) anschleifen. Hartwachs-Öl vor Gebrauch gut aufschütteln und mit einem Pinsel oder Lappen dünn auftragen. Nicht eingedrungenes Öl nach ca. 20-30 Minuten mit einem nicht fasernden Tuch abnehmen und gleichmäßig verteilen. Je nach Beanspruchung sind 2-3 Aufträge erforderlich. Pro Tag jeweils nur einen Auftrag vornehmen. 

Leinölfirnis


holzpflege02.gif Leinölfirnis ist eine wetterfeste, lösemittelfreie Tiefenimprägnierung. Es reduziert die Saugfähigkeit von unbehandeltem Holz im Außen- und Innenbereich und verleiht eine wasserabweisende, atmungsaktive Oberfläche. Es dringt tief ins Holz ein und betont die natürliche Holzfarbe und Maserung. Auch zur Herstellung von Öl- und Künstlerfarben geeignet. 

Verarbeitung:
Der Untergrund muss trocken, staub- und fettfrei sein. Mit Pinsel oder Lappen 1-2mal auftragen (2. Auftrag nach 24 Stunden vornehmen). Bei weniger saugfähigen Untergründen 1:1 mit Lumberjack-Verdünnung verdünnen. Nach 30 Minuten nicht eingedrungenen Firnis mit Lappen abwischen. Zum Trocknen für ausreichende Frischluftzufuhr sorgen. 

Holzöl

holzpflege03.gifDieses Holzöl verleiht rohen Holzoberflächen im Innen- und geschützten Außenbereich einen widerstandsfähigen, schmutzabweisenden, wasserfesten Schutzfilm, der gegen viele Haushalts-Chemikalien beständig ist. Fußböden sowie stärker beanspruchte Objekte im Außenbereich sind von Zeit zu Zeit nachzuölen.
 
Verarbeitung:
Holzoberfläche mit 150er / 180er Schleifpapier sorgfältig anschleifen und entstauben. Das Holzöl mit Lappen oder Pinsel in Holztexturrichtung gleichmäßig auftragen. Über Nacht trocknen lassen. Dann mit 240er Schleifpapier leicht glätten. Bei Bedarf diese Arbeitsschritte 1-2mal wiederholen. Auch als Pflegemittel geeignet, jedoch nicht für gewachste Flächen! 

Pflegeöl

holzpflege04.gifMit dem Pflegeöl lassen sich geölte Holzoberflächen wieder auffrischen. Es verleiht einen widerstandsfähigen schmutz- und wasserabweisenden Schutzfilm. 

Verarbeitung:
Das Pflegeöl mit einem Lappen in Holztexturrichtung auftragen. Die Fläche je nach Beanspruchung von Zeit zu Zeit nachölen.

 

Schellack-Politur

 
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Mit der Schellack-Politur bekommen Möbel einen fülligen, glänzenden und haltbaren Überzug. Sie ist physiologisch unbedenklich, biologisch abbaubar, geruchlos und ungiftig. 

Verarbeitung:
Rohe Holzoberfläche mit 180er Schleifpapier schleifen und entstauben. Dann mit Schellack-Politur grundieren und nach Trocknung mit 240er Schleifpapier nachschleifen und entstauben. Jetzt die Politur mit ca. 30% Schellack-Löser verdünnen und mit einem Ballen in ständig kreisender Bewegung auftragen, trocknen lassen und mit neuem Ballen zweiten Auftrag durchführen. Nach Trocknung über Nacht die ganze Fläche mit stark verdünnter Schellack-Politur (10:1) abziehen.
 

Schellack-Streichlack

 
holzpflege06.gifSchellack-Streichlack wird verwendet, wo eine Verarbeitung mit Ballen nicht oder nur schlecht möglich ist. Ergibt einen fülligen, glänzenden und haltbaren Überzug und ist physiologisch unbedenklich, biologisch abbaubar, geruchlos und ungiftig. 

Verarbeitung:
Rohe Holzoberfläche mit 180er Schleifpapier schleifen und entstauben. Dann mit Schellack-Streichlack grundieren und nach Trocknung mit 240er Schleifpapier nachschleifen und entstauben. Jetzt nochmals den Lack mit weichen Flachpinsel auftragen.
 

Hartwachs


holzpflege07.gifDas farblose und lösungsmittelfreie Hartwachs ist bestimmt für die Behandlung roher Holzoberflächen (Buche, Eiche, Fichte, Ahorn, Esche und ähnliche) im Innenbereich. Es verleiht einen sanften Glanz. Strapazierte Flächen müssen von Zeit zu Zeit nachbehandelt werden.
 
Verarbeitung:
Rohe Holzoberfläche säubern, schleifen (180-220er Papier), entstauben und evtl. mit Holzöl grundieren. Über Nacht trocknen lassen, mit 240er Papier schleifen und entstauben. Dose öffnen und Haut entfernen. Tip: Dose anwärmen (im Wasserbad, durch Sonnenbestrahlung oder auf Heizkörper). Wachs mit einem Stoffballen 1-2mal dünn auftragen und nach guter Trocknung mit Bürste glätten. Arbeitsgeräte sofort nach Gebrauch mit Testbenzin oder CLOU EV-Verdünnung reinigen. 

Holzwachs

holzpflege08.gif Das Holzwachs verleiht rohen Holzoberflächen im Innenbereich eine gewachste, mattschimmernde, samtene Oberfläche. Von Zeit zu Zeit ist der Auftrag zu wiederholen, um die gewünschte Wirkung zu erhalten. 

Verarbeitung:
Rohe Holzoberfläche mit 220er Schleifpapier anschleifen und den Schleifstaub sorgfältig entfernen. Das Holzwachs mit einem Stoffballen zügig und mit kreisenden Bewegungen in Holztexturrichtung auftragen. Nach dem ersten Auftrag Zwischenschliff (240er Körnung) durchführen. Zweiter Auftrag kann am gleichen Tag erfolgen, ein dritter erst nach Trocknung über Nacht. Ist die Fläche gut getrocknet, diese mit einer Bürste in Holztexturrichtung auf Seidenglanz bringen. Bei Pinselauftrag das Wachs nur mit weichem Flachpinsel Bahn für Bahn gut ausstreichen. 

Blätter-Schellack

holzpflege09.gif Blätter-Schellack ergibt einen glänzenden, harten Überzug und ist physiologisch unbedenklich, biologisch abbaubar, geruchlos und ungiftig. 

Verarbeitung:
Blätter-Schellack in Schellack-Löser im Verhältnis 1:2 (z.B. 30 g Blätter plus 60 g Löser) unter längerem Rühren oder Schütteln lösen, dann abfiltrieren oder abgießen und bei Bedarf mit Löser verdünnen. Rohe Holzoberfläche mit 180er Schleifpapier schleifen und gründlich entstauben. Die Lösung mit einem Stoffballen in ständig kreisenden Bewegungen auftragen. Trocknen lassen und weitere Aufträge nach Zwischenschliff mit 240er Schleifpapier mit neuem Ballen durchführen.