Verschiedene Arten von Holznägeln und was man damit machen kann

Manch einer wird sich beim Lesen der Überschrift gedacht haben - Holznägel, das ist doch logisch was man damit macht, da muss man doch nicht extra einen Artikel drüber schreiben. Doch mit Holznägeln sind keine Nägel für Holz, sondern Nägel aus Holz gemeint. Dies wiederum wird nicht jeder wissen. Dabei wurden Holznägel schon vor Jahrhunderten im Fachwerkbau, bei Holzskelett-Bauweisen sowie beim Möbelbau eingesetzt. Auch die Schiffsbauer zu Zeiten von Christoph Columbus wären ohne Holznägel nicht in der Lage gewesen, Schiffe zu konstruieren, die den Ozean überqueren können. Mittlerweile haben rostfreie Stahlnägel den Holznagel in weiten Bereichen abgelöst. In welchen Bereichen Holznägel jedoch weiterhin verwendet werden, haben wir hier zusammengestellt.

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Holzverbindung ohne Metall


Klassische Holzverbindungstechnik kommt ohne Metall aus. Soll eine unlösbare Verbindung hergestellt werden, verwendet man daher Holznägel. Da heute jedoch nur noch wenige damit umgehen können, kommen auch Holznägel nicht mehr so häufig vor wie früher. Zudem lassen sich Holzverbindungen aus Metall einfacher und schneller herstellen. Holznägel sind entweder eckig oder rund und laufen vorne konisch zu. Sie werden in vorgebohrte Löcher getrieben und sorgen durch die dabei entstehende Verformung für eine feste Verbindung. Da Holznägel sich zwar verformen, aber nicht brechen sollen, eignen sich faserige Hölzer am besten. Der Holznagel darf auch nicht härter als das genagelte Holz sein. Schließlich soll sich der Nagel und nicht das Bohrloch verformen.

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Holznägel im Fachwerkbau


Vor allem im Fachwerkbau oder bei der Fachwerksanierung werden Holznägel noch heute verwendet. Das hat nicht nur mit Tradition, sondern auch mit rein physikalischen Überlegungen zu tun. Metall hat im Gegensatz zu Holz die Eigenschaft, kälter zu sein. Dadurch bildet sich am kalten Metall Tauwasser, was zu Schäden am Holz führen kann. Eine Metallverbindung kann zudem durch Bewegung locker werden. Dies ist bei einem Holznagel nicht der Fall. Holznägel dienen im Fachwerkbau zur Sicherung von Verbindungen und Überblattungen. Zudem werden sie häufig noch als gestalterisches Element eingesetzt, indem die Köpfe beispielsweise wie Diamanten geformt werden (siehe Abbildung). Im Fachwerkbau kommen meist Holznägel aus Eichenholz zum Einsatz. Der Nagel darf jedoch, wie bereits erwähnt, nicht härter als das Bauholz sein. Daher sollten Dachkonstruktionen aus leichtem Nadelholz auch mit Nadelholz-Nägeln verbunden werden.


Holznägel im Möbelhandwerk


Auch das traditionelle Möbelhandwerk arbeitet mit Holznägeln, um unlösbare Verbindungen herzustellen. Und auch hier werden die Holznägel wieder als dekoratives Detail ausgebildet oder zur Restaurierung alter Möbel, denn dort haben Metallstifte nun wirklich nichts verloren. Je nach verwendetem Material beim Möbelstück, können die Nägel aus Eichenholz, Birkenholz oder Weidenholz sein. Aus langfaserigem Weidenholz jedenfalls sind die Holznägel beim Schiffbau. Durch die bei einer Seefahrt auftretenden Kräfte muss die Verbindung sehr flexibel sein. Und dafür eignet sich Weidenholz am besten.

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Holznägel und die Handgefertigten Schuhe


Ein weiterer, nicht unbedingt sofort ersichtlicher Verwendungszweck für Holznägel, besser gesagt für Holzstifte, findet sich bei der Herstellung von Schuhen. Vor allem Massschuhe werden traditionell so gefertigt. Aber auch andere Schuhe, wie beispielsweise Berg- und Treckingstiefeln, werden mit Holznägeln ausgesteift. Durch Holznägel wird der Boden mit dem Oberleder und der Brandsohle verbunden. Dieses Verfahren ist 1818 in Amerika erfunden und kurz darauf nach Europa gebracht worden. Die Holznägel werden in vorgebohrte Löcher mit zwei kurzen, schnellen Schlägen eingeschlagen und festgeklopft. Dabei muss der Nagel so lang sein, daß seine Spitze die Brandsohle noch durchstößt. Die herausstehenden Enden der Nägel werden abgeraspelt, damit eine glatte Innensohle entsteht.