Holzhaus-Anstrich mit Falu Rödfärg

falun.jpgWenn Sie gefragt werden, was Ihnen zu Schweden einfällt, denken Sie sicherlich sofort an blonde Mädels, Seen und Wälder - und zwischendrin viele rote Farbtupfer. Dies sind entweder die blonden Mädels, die zuviel Sonne abbekommen haben oder die Holzhäuser der Schweden. Diejenigen unter Ihnen, die bereits in Schweden Urlaub gemacht haben, kennen sie. Doch auch durch Astrid Lindgrens Klassiker wie Pippi Langstrumpf oder Michel aus Löneberga sind die roten Häuser uns im Gedächtnis haften geblieben. Schon als Kind fragten sich viele sicherlich: "Warum streichen denn die Schweden ihre Häuser rot und nicht weiß, wie bei uns in Deutschland?" Auch heute fragen sich manche das sicherlich, aber sie gehen noch einen Schritt weiter und wollen wissen, ob und wie sie ihr eigenes Holzhaus mit Schweden-Rot streichen können.

Was ist Schweden-Rot?
Schweden-Rot ist der bei uns gebräuchliche Name für das Rot der Häuser, eben weil es typisch schwedisch ist. Es wird aber auch Faluner Rot (auf schwedisch Falu Rödfärg) genannt, da die roten Farbpigmente von Schweden-Rot aus der Kupfergrube von Falun stammen. Sie fallen dort quasi als Abfallprodukt bei der Kupfergewinnung an. Schon seit über 350 Jahren kennen die Schweden das Rezept und streichen ihre Holzhäuser mit dieser natürlichen Schlammfarbe. Natürlich deshalb, weil außer den Kupferpigmenten nur natürliche Zutaten in das Farbgemisch kommen. Lösemittel ist Wasser, als Bindemittel werden Roggen- oder Weizenmehl und Leinöl verwendet. Schweden-Rot ist für Außenanstriche auf Holz bestimmt, es ist sozusagen die älteste Holzschutzfarbe der Welt, dies bewirkt der hohe Anteil von natürlicher Kieselsäure. Das Pigment enthält konservierende und fäulnishemmende Stoffe, Fungizide sind der Farbe jedoch keine zugesetzt. Falls die Gefahr besteht, daß das Holz mit Schimmelporen befallen ist, sollte es mit Schimmel hemmendem Mittel behandelt werden. Ein Anstrich mit Schweden-Rot überdauert selbst im rauhen Klima von Schweden etwa 10 Jahre. Es zählt, wie bereits erwähnt, zur Gruppe der Schlammfarben. Wie eine feine Sandschicht sitzt es auf dem Holz und verändert seinen Farbton je nach Wetterlage. Leuchtend Rot strahlt das Haus bei Sonnenlicht, bei Feuchtigkeit paßt es sich der Wetterlage an und wird dunkler. Nicht nur im hohen Norden wird die Farbe verwendet, auch der tiefe Süden, genauer gesagt Chile, hat die Vorzüge der Naturfarbe bereits erkannt und damit positive Erfahrungen gemacht.

Was muss beachtet werden?
Am besten hält der Anstrich auf unbehandeltem sägerauhen Holz. Einsetzbar ist Schweden-Rot jedoch auch auf bereits behandeltem, offenporig gebliebenen Holz. Auf dem in Skandinavien gebräuchlichen Nadelholz haftet die Farbe sehr gut. Bei Eichenholz kann es durch den hohen Gerbsäuregehalt zu Problemen bei der Haftung oder zu Verfärbungen kommen. Bei Lärche muss darauf geachtet werden, daß das Holz mindestens fünf Jahre getrocknet ist, sonst haftet die Farbe ebenfalls nicht. An Ästen und Nagelköpfen haftet die Masse beim Erstanstrich nicht und muss daher ein zweites Mal aufgetragen werden. Beim Anstrich darf das Holz nicht zu feucht (höchstzulässige Feuchte 15 %) und nicht zu stark aufgewärmt sein. Es darf aber auch nicht zu kalt sein. Nie bei Temperaturen unter 5°C und vor allem nicht bei Frost arbeiten. Durch das Bindemittel Wasser ist Schweden-Rot frostanfällig.

Wollen Sie die Faluner Farbe auf bereits vorbehandeltem Holz auftragen, könnte es Schwierigkeiten geben. Auf druckimprägniertem Holz hält die Farbe erst, wenn das Holz einige Jahre der Verwitterung ausgesetzt war. Auch mit einem frischen Anstrich aus Alkydharz- oder Acrylharz-Lack verträgt sie sich nicht. Alte Lasuranstriche lassen sich dagegen ohne weiteres mit Faluner Rot überstreichen. Als Schlammfarbe ist sie nicht abriebfest und daher für Türen und Fenster sowie für den Innenbereich oder Kinderspielzeug nicht geeignet. Aufgetragen wird die Farbe am besten mit einem breiten weichen Pinsel, wobei auch eine Spritzpistole möglich ist. Der Erstanstrich erfolgt zweischichtig. Der erste Anstrich erfolgt mit einer 20-prozentigen Verdünnung. Der Fertiganstrich geschieht mindestens 24 Stunden danach, dann mit der unverdünnten Masse. Wem Schweden-Rot zu rot ist, für den gibt es die natürliche Schlammfarbe auch in Grün-, Blau- oder Brauntönen.

Schweden-Rot ist auch in Deutschland erhältlich.