Holzfenster und Holztüren pflegen

Für Fenster- und Haustüre-Elemente verwenden die Markenhersteller nur ausgesuchte, industriell getrocknete Naturholzqualitäten mit hervorragenden Eigenschaften. Die Verarbeitung der Profile nach modernsten technischem Standard sichert eine gleichbleibende Qualität der Produkte. Werkseitig werden die Fenster üblicherweise im Flutverfahren imprägniert, grundiert und mit einer Zwischenlasur behandelt. Als Endbeschichtung erhält jedes Bauteil im computergesteuerten Spritzverfahren eine individuelle Farbgestaltung.

Die heute eingesetzten Mehrscheiben-Isolierglaseinheiten sind technologisch ausgereifte Hightech-Produkte, die nicht nur der gültigen Wärmeschutzverordnung entsprechen, sondern deren Anforderungen vielfach übertreffen. Auf Wunsch sind Zusatzfunktionen, wie z.B. Sonnen-, Schall-, und Sicherheitsschutz in den unterschiedlichen Klassifikationen erhältlich. In die Fenster- und Türelementen werden von den Markenherstellern ausgereifte Beschlagsinnovationen deutscher Hersteller eingebaut, die ein hohes Maß an Sicherheit und Bedienungskomfortgewährleisten.

Erstmaßnahmen nach dem Einbau

Der erste Check sofort nach dem Einbau ist besonders wichtig. Möglicherweise ist die Oberfläche während der Einbauphase beschädigt worden. Dadurch kann Feuchtigkeit eindringen, was wiederum zu Haftungsverlusten zwischen Beschichtung und Holzoberfläche führen kann. Der optimale Schutz ist nicht mehr gewährleistet. Diese Beschädigungen müssen so schnell wie möglich beseitigt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Fensterlieferanten. Das gilt natürlich auch, wenn die Beschläge aus irgendeinem Grund nicht einwandfrei funktionieren.

Erstreinigung der Gläser

Vielleicht sind Ihre Scheiben nach dem Einbau noch mit Zement- und Kalkspritzern, Kleberückständen und dergleichen verschmutzt. Die meisten Verunreinigungen lassen sich mit handelsüblichen Haushaltsreinigern entfernen. Problemflecke können auch mit Spiritus, Aceton oder Waschbenzin angelöst und anschließend auf herkömmliche Art gereinigt werden. Verwenden Sie zur Reinigung auf keinen Fall kratzende Werkzeuge, wie z.B. Rasierklingen oder sogenannte Glashobel oder Glasschaber. Bei nicht fachgerechter Anwendung sind Kratzspuren in der Glasoberfläche die Folge.

Beschläge

Ihre Fenster- und Türelemente sind durch den Fachmann optimal eingestellt. Sollte sich diese Einstellung während der Einbauphase verstellt haben, so ist eine erneute Anpassung durch den Fachmann erforderlich. Alle beweglichen Beschläge, die bei geöffnetem Fenster/Tür sichtbar sind, müssen unbedingt gründlich mit einer Bürste (keine Metallbürste) gereinigt und gegebenenfalls geölt werden. Der gute Tipp: nehmen Sie kein Billigöl, sondern z.B. Waffenöl aus der Sprayflasche.

Dichtungsprofile

Für eine gute Dichtwirkung müssen die Dichtungsprofile im Flügelrahmen geschmeidig, elastisch und sauber sein. Eventuellen Schmutz können Sie mit handelsüblichen Haushaltsreinigern und Wasser entfernen. Kontrollieren Sie auch, ob die Dichtung umlaufend und unbeschädigt ist.

Lüften

In der Regel ist die Luftfeuchtigkeit eines Neubaus in der Bauphase höher als später während der Nutzung. Nach der Montage passt sich das Holzelement der neuen Umgebung an. Das Holz nimmt während dieser Phase die Feuchtigkeit der neuen Umgebung auf. Mit häufigem Lüften wird im Gebäude der Feuchtegehalt gemindert, so daß die Fenster oder die Haustüranlage in der Anfangsphase nicht zuviel Feuchtigkeit aufnehmen. Andernfalls können abblätternde Farbe, offene Rahmenverbindungen sowie offene Stöße der Glashalteleiste die Folge sein.

Instandhaltung und Instandsetzung

Der Begriff Instandhaltung versteht sich als Pflege und Wartung eines Bauteils zum Erhalt von dessen Funktion. D.h., die einzelnen Bauteile werden gegebenenfalls gereinigt, geölt und auf ihre Funktion hin überprüft. Instandsetzung hingegen heißt, daß ein Mangel bzw. ein Schaden beseitigt wird.

In der Regel ist das Holz mit der werkseitigen Oberflächenbeschichtung gegen UV-Strahlen und eindringende Feuchtigkeit geschützt. Die Wartungsintervallen richten sich nach dem Pigmentgehalt der Lasur und den vorherrschenden Belastungen. Transparente Lasuren wie z.B. Naturell oder Pinie, sind wartungsanfälliger als deckende Lasuren wie z.B. Weiß.

Pflegen und Warten gilt für alle Komponenten wie z.B.
  • die Überprüfung und eventuelle Wiederherstellung der Gängigkeit aller beweglichen Teile;

  • die Überprüfung und eventuelle Wiederherstellung der Dichtheit von Fugen sowohl an der Verglasung als auch zum Baukörper;

  • die Überprüfung und eventuelle Erneuerung der Dichtungen;

  • die Überprüfung und eventuelle Ausbesserung der Beschichtungen.

Gerade beim Holzfenster als maßhaltigem Bauteil ist eine rechtzeitige Überprüfung und Ausbesserung einzelner, auch kleiner Schadstellen in der Beschichtung dringend anzuraten.

Austritt von Holzinhaltsstoffen

Der Austritt von Holzinhaltsstoffen bei einer fertig endbehandelten Oberfläche ist eine ärgerliche Sache. Leider ist dieser Austritt manchmal nicht zu beeinflussen, da das Holz ein Naturprodukt ist.

Das Austreten von Holzinhaltsstoffen ( i.d.R. Harz) tritt bei einheimischen Nadelhölzern, wie z.B. Lärche und Kiefer und bei tropischen Hölzern, wie z.B. Meranti auf. Bei der Holzverarbeitung ist der erhöhte Harzgehalt der Hölzer oft nur in Form von Harzgallen zu erkennen. Diese Hölzer werden aussortiert, weil bei sehr harzreichen Hölzern die Möglichkeit besteht, daß das eingeschlossene Harz angewärmt wird und somit austritt.

In einschlägigen Regelwerken wird auch auf diese Problematik hingewiesen und festgestellt, daß der Harzaustritt selbst kein Mangel ist. Aber leider entsteht oftmals ein unansehnlicher Gesamteindruck, der aber i.d.R. mit wenigen Handgriffen beseitigt werden kann. Lesen Sie bitte die Arbeitsanweisungen, die je nach Art des Harzaustritts durchgeführt werden können.

Harzaustritt: trocken und perlenförmig

Die Harzpartikel müssen mit einem harten Gegenstand, vielleicht auch mit dem Fingernagel entfernt werden, wobei die Oberfläche nicht zerstört werden darf. Für großflächige Verharzungen kann ein Schleifvlies benutzt werden.

Harzaustritt: flüssig und honigartig

Das ausgetretene Harz ist mit Reinigunsbenzin oder ähnlichem und einem weichen Lappen gründlich von der Holzoberfläche zu entfernen.

Die nach der Behandlung eventuell matt gewordenen Holzoberflächen müssen jetzt mit einem Pflegemittel behandelt werden. Nehmen Sie etwas Pflegemittel auf einen weichen Lappen und behandeln Sie die gesamte Holzfläche des Elementes. Ein eventuell überhöhter Glanz bildet sich nach wenigen Tagen zurück.

Hagelschlag

Markenfenster und -haustüren werden werkseitig mit einer Oberfläche ausgestattet, die verhältnismäßig elastisch eingestellt ist. Treten vorhersehbare Belastungen auf, wie z.B. Wind, Regen und Sonne, so ist das Holz optimal geschützt. Die natürlichen Bewegungen des Holzes werden mit diesem Oberflächenschutz aufgefangen. Durch Hagelschlag wird die Oberfläche jedoch unverhältnismäßig hoch belastet und kann sogar stellenweise beschädigt werden. Daher ist es notwendig, nach einem Hagelschauer die Oberfläche der Fenster- und Türenelemente nach Dellen und Beschädigungen des Lackfilmes zu untersuchen. Sollten Sie Beschädigungen feststellen, so sind diese umgehend zu überarbeiten. Doch keine Bange: Hagelschlag in einer fensterschädigenden Intensität kommt sehr selten vor!

Pflegetipps

Um die Oberflächenqualität lange zu erhalten, empfehlen wir, die Holzelemente mit einem Pflegemittel zu behandeln. Der Pflegeaufwand richtet sich nach den Witterungsbelastungen. In der Regel ist eine 2-malige Behandlung pro Jahr ausreichend. Für extrem belastete Holzelemente wie z.B. Dachgauben sollte diese Behandlung bis zu 4 mal pro Jahr wiederholt werden. Mit dem Pflegemittel wird die Beschichtung stabilisiert und der Glanz erhalten. Das Pflegemittel dringt durch die Lackporen in die Oberfläche ein und veredelt diese. Ebenso werden leichte Beschädigungen in der Oberfläche wie z.B. Haarrisse und Hagelschäden sowie auch leichte Kratzer verschlossen, wodurch sich die Wartungsintervalle verlängert. Pflegemittel können Sie beim Fachhandel beziehen.

Und so gehen Sie am besten vor:

Reinigen Sie die Fenster gründlich mit reichlich Wasser. Nach dem Abtrocknen behandeln Sie die Fenster mit dem Pflegemittel. Dazu bringen Sie ein wenig Pflegemittel auf ein weiches Tuch und befeuchten damit die Fensteroberfläche. Behandeln Sie aber immer das gesamte Fenster- bzw. Haustürelement. Wenn die Oberfläche bläulich erscheint, ist zuviel Pflegemittel aufgebracht worden. Dann den Überstand mit einem trockenen Lappen abwischen. Nach ca 15 Minuten ist die Oberfläche staubtrocken. Als angenehmen Nebeneffekt erhalten Sie eine leicht glänzende Oberfläche.