Alles über Holz-Längsverbindungen mit Schlitz und Zapfen

Manchmal reichen in der Möbeltischlerei oder im Baubereich die Holzlängen nicht aus, das Holz muss verlängert werden. Dabei müssen die Verbindungen die auftretenden Kräfte aufnehmen und übertragen können. Je nach Belastung können Druck-, Zug-, Biegekräfte oder Verdrehungen auftreten. Dementsprechend müssen die Verbindungen unterschiedlich ausgebildet sein. Solange keine Biegekräfte, sondern nur reine Druckkräfte auftreten, würde eine einfache Überblattung oder ein stumpfer Stoß ausreichen. Da dies aber nicht so ist, werden in das Holz Schlitze und Zapfen gesägt oder gefräst. Dies geschieht heute meist mit Maschinen, doch früher mußten die Verbindungen mit Säge und Stemmeisen hergestellt werden.

Bügelzapfen-Längsverbindung


holzv01.jpgDie Bügelzapfenverbindung ist stabiler als eine Überblattung. Dazu muss der Zapfen mindestens ein Drittel der Breite der zu verbindenden Werkstücke besitzen. Bei breiteren Querschnitten ist ein doppelter Zapfen ratsam. Jeder Zapfen ist dann ein Viertel der Breite der zu verbindenden Werkstücke. Diese Verbindung eignet sich hauptsächlich zur Übertragung von Druckkräften. Um die Stabilität gegenüber seitlicher Biegebelastung zu erhöhen, kann man die Bügel auf Gehrung sägen. Durch eine abwechselnde Bügelzapfen-Längsverbindung wird die Leimfläche der zu verbindenden Kopfteile erhöht.holzv03.jpgholzv02.jpg

Längsverbindung mit angewinkeltem Zapfen


holzv04.jpgDie Längsverbindung mit angewinkelten Zapfen ist nicht nur eine effektive Verbindungsart bei Druckkräften und Verdrehung, sondern sieht zudem noch effektvoll aus. Der angewinkelte Zapfen wird in den gleich geformten Schlitz des Gegenstücks eingesetzt. Die Verbindung ist sehr zeitaufwändig, da sie komplett mit der Hand ausgeführt werden muss.

Sichelzapfenverbindungen

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holzv06.jpgSichelzapfenverbindungen werden verwendet, wenn Zugkräfte übertragen werden sollen. Dabei gibt es verschiedene Varianten, vom einfachen über den doppelten Sichelzapfen bis hin zum Sichelzapfen mit Kreuzblatt. Beim Sichelzapfen handelt es sich um die asiatische Variante des Schwalbenschwanzes. Dadurch, dass der Zapfen nicht spitz zuläuft, besteht bei Druckkräften keine Gefahr des splittern oder reißen des Holzes. Beim Sichelzapfen mit Kreuzblatt wird der Zapfen mittels einer Überblattung mit dem Gegenstück verbunden. Zusätzlich kann in die Überblattung noch ein Zapfen gesägt sein. Man spricht dann von einem Sichelzapfen mit Kreuzzapfen und Kreuzblatt. Diese Verbindung läßt sich leicht lösen, ist aber dennoch stabil und somit ideal für die Bautischlerei. Besonders stabil gegen Dreh- und Biegebelastungen ist der doppelte Sichelzapfen, keilförmig angeschnitten. Bei so vielen Zapfen und Einschnitten ist es nicht verwunderlich, dass die Verbindung unbeweglich ist.

Längsverbindung mit Viereckzapfen

holzv07.jpgEine Längsverbindung mit Viereckzapfen ist sehr gut bei Werkstücken geeignet, die Druck- und Drehkräften ausgesetzt sind. Ist der Zapfen entsprechend lang und der Querschnitt groß genug, kann die Verbindung auch Biegebelastungen aufnehmen. Die Verbindung muss nicht, wie auf der Abbildung, mit zwei Zapfenlöchern und einem extra Zapfen ausgeführt werden. Der Zapfen kann auch aus dem einen Werkstück und das entsprechende Zapfenloch aus dem anderen Werkstück herausgearbeitet werden.

Doppelzapfen-Längsverbindung

holzv08.jpgBei der Doppelzapfen-Längsverbindung sind die Zapfen schachbrettartig angeordnet und die andere Kopfseite ist entsprechend symmetrisch. Diese Verbindung ist für Druck- und Drehbelastungen geeignet.

Kreuzzapfen-Längsverbindung

holzv09.jpgDer Kreuzzapfen ist eine besonders verwindungssteife Verbindung. Wie bereits der Name erahnen läßt, sind Schlitze und Zapfen kreuzförmig angeordnet.

Doppelbügel-Längsverbindung

holzv10.jpgDiese Verbindung ist ähnlich verwindungssteif wie die Kreuzzapfen-Längsverbindung. Zusätzlich besitzt die Doppelbügel-Längsverbindung bessere Eigenschaften hinsichtlich der Zugkraft. Die Herstellung der Verbindung ist jedoch kompliziert und zeitaufwändig.

Vierzapfige Längsverbindung

holzv11.jpgWenn es mehr auf das Aussehen als auf die Wirksamkeit ankommt, ist die vierzapfige Längsverbindung genau das richtige. Zur Übertragung von Druckkräften ist sie noch geeignet. Doch wenn das Werkstück auf Biegung oder Drehung beansprucht wird, ist der Querschnitt der Zapfen nicht ausreichend.