Holz für den Einsatz im Garten

holz-zaun.jpgDer Hauptfeind des Holzes beim Einsatz im Freien ist die Feuchtigkeit, die das Wachstum speziell von holzzerstörende Pilzen beschleunigt. Dazu gehören der Braune Warzenschwamm, der speziell an Holz auftritt, das Kontakt zum feuchten Erdreich hat oder der Weiße Porenschwamm, die sich beide schon durch eine hohe Zerstörungskraft auszeichnen. Noch gefährlicher für im Freien verwendetes Nadelholz sind der Tannen- und der Zaunblättling, die eine Lagerfäule bewirken, die zunächst kaum auffällt. Während das Innere eines Balkens bereits zerstört ist, wirkt das Holz noch gesund und stabil. Vergleichweise harmlos sind im Gegensatz zu den genannten Holzzerstörern die Bläuepilze, die - wie der Name schon sagt - zu einer Verbläuung des Holzes führen. Bei Klarlackanstrichen stören die blauen Streifen die Optik, im ungünstigsten Fall kann ein deckender Anstrich durch den Pilz auch abgehoben und zerstört werden. Ansonsten haben Bläupilze wenig Einfluss auf das Holz. Der Festigkeitsverlust ist jedenfalls vernachlässigend gering.

Doch wie kann man das Holz wirksam schützen? Zunächst einmal sollte man sich - wenn möglich - für die richtige Holzart entscheiden. Kernholz beispielsweise enthält pilz- und insektenabtötende Inhaltsstoffe. Da aber nicht genügend Kernholz zur Verfügung steht, muss man auf die weniger widerstandsfähigen Splinthölzer und Reifhölzer zurückgreifen, die man allerdings auch mit verschiedenen chemischen Mitteln imprägnieren kann. Diese Mittel sind zum Teil hochgiftig. Deshalb muss man genau darauf achten, welche Holzschutzmittel für welche Einsatzbereiche zugelassen sind.

Aber auch bei der Konstruktion kann man holzschützende Techniken verwenden. Sorgt man beispielsweise dafür, dass Regenwasser schnell und ungehindert abfließen kann, dankt es das Holz durch eine höhere Lebensdauer. Durch Abdeckungen aus Blech oder Längsholz lassen sich die wasserempfindlichen Stirnseiten des Holzes schützen. Und auch der Anstrich mit einer pigmentierten Farbe hilft: Die Verwitterung des Holzes kann so weitestgehend verhindert werden.

Wurde beim vorbeugenden Holzschutz gepfuscht, kann man meistens noch etwas retten - vorausgesetzt, der Schaden wird früh genug erkannt. Dabei gilt es speziell bei Pilzbefall, zunächst einmal die Feuchtigkeitsquelle zu beseitigen. Danach muß man alle befallenen Holzteile großzügig austauschen. Haben sich Insekten am Holz gütlich getan, hat man gleich eine ganze Reihe von Alternativen zur Auswahl: Insekten lassen sich beispielsweise abtöten, in dem das Holz über den gesamten Querschnitt längere Zeit auf etwa 55 Grad Celsius erhitzt wird. Möglich ist auch die Behandlung mit starken Holzschutzmitteln. Die starken Kontaktgifte töte die Insekten rasch ab. Auch mit Giftgasen können Insekten in unzugänglichen Bereichen bekämpft werden. Alle drei Methoden sollten aber nur von Fachleuten durchgeführt werden. 

Pergolen und Sichtschutzblenden

Sinnvoll sind ein Sichtschutz oder ein Pergola nicht nur, wenn man ein Eckchen des Gartens vor des Nachbarn neugierigem Blick verbergen will. Auch als Sonnenschutz eignen sich solche bepflanzten Rankgerüste gut. Kesseldruck-Imprägnierte Hölzer bieten sich als Baumaterial an. dabei ist aber zu beachten, dass speziell bei den Holzteilen, die mit dem Erdboden in Berührung kommen mit einem Holzschutzmittel der Klasse E (für extreme Beanspruchung. Schützt auch bei ständigem Kontakt mit Wasser) behandelt wurde.

Gartenmöbel

Immer beliebter wurden in den vergangenen Jahren Gartenmöbel aus Holz. Nachdem früher die Freizeitmöbel zumeist aus Metall angeboten wurden, gibt es mittlerweile ein vielfältiges Angebot. Stühle, Bänke, Liegen, Hocker und Regale für draußen gibt es in allen möglichen Design-Varianten - von den eher klassisch-dunklen Modellen über die beliebte Bistro-Optik bis hin zu modernen Formen mit Buchenholz und Stahl. Der Hit des vergangenen Jahrs war übrigens die traditionelle Gartenbank für zwei Personen. Wie man ein solches Möbel perfekt aufmöbelt, zeigt unsere Anleitung (Klick!).

Speziell Teak-Holz ist das ideale Material für Gartenmöbel. Der große Vorteil ist die große Unempfindlichkeit gegenüber Wind und Wetter. Nicht umsonst sind die berühmten Deckstühle auf den Luxusschiffen seit jeher aus Teak - schließlich bietet das Holz selbst Seewasser Paroli. Im Winter müssen die Teakholz-Möbel also nicht unbedingt im Keller zwischengelagert werden - obwohl das natürlich zu empfehlen ist. Das ursprünglich leicht rötliche Teak-Holz wird nach einiger Zeit grau - genau das ist die Patina, die der Kenner schätzt. Auf keinen Fall darf Teak-Holz mit Farben, Lacken oder Lasuren gleich welcher Art behandelt werden. Wer den rötlichen Schimmer trotzdem auf Dauer behalten will, der kann die Möbel mit einem speziellen Teak-Öl behandeln.

Wintergärten

Den Wohnwert und die Wohnqualität eines Hauses erhöht ein gut geplanter Wintergarten. Das bewohnbare Gewächshaus (Klick!) kann problemlos auch mit einer reinen Holz- oder einer Holz-Alu-Konstruktion erfolgen. Dabei ist auf eine sorgfältige Ausführung und eine gute Planung größten Wert zu legen, schließlich ist das Holz durch die hohen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschiede hohen Belastungen ausgesetzt.

Gartenhäuser, Pavillons, Gerätehäuser

Einen geschützten Platz im Garten wünschen sich immer mehr Menschen. Bieten schon Pergolen einen gewissen Sichtschutz so helfen Gartenhäuser, Pavillons oder Gerätehäuser vor allem dann, wenn es um den Schutz vor Hitze oder Regen geht. Alle drei Varianten werden heute in aller Regel aus Holz, selten aus Metall, Stein oder Ziegel hergestellt. Gartenhäuser haben meist ein Satteldach und einen rechteckigen Grundriss, Pavillons sollen eher den Garten zieren und sind - egal ob offen oder geschlossen - deutlich leichter, eleganter konstruiert als die "soliden" Gartenhäuser. Während sich für Pavillons also die Holzskelettbauweise anbietet, bei der die Optik durch die Grundelemente der Konstruktion vorgegeben ist, gibt es für "richtige" Gartenhäuser mehrere Alternativen. Hierbei werden Wandflächen in der Regel verkleidet - was aber optisch nicht immer vorteilhaft sein muss. Gartenhäuser und Gerätehäuser gibt es heute übrigens auch schon in Baumärkten oder im Versandhandel.

Terrassen / Wege

Je nach Größe des Gartens sind eine Terrasse und auch Wege Pflicht. Häufig kommen Naturstein, Beton oder Keramik zum Einsatz - aber auch hier spricht nichts dagegen, den Nachwachsenden Rohstoff Holz zu verwenden. Alte Eisenbahnschwellen oder dicke Bohlen sind gut geeignet. Möglich ist auch eine Lattenrostkonstruktion auf Kanthölzern. Der Abstand der Latten darf dabei nicht zu groß sein, sonst ergeben sich böse Stolperfallen. Der Untergrund muss gut dräniert sein, damit nach einem Regenguss das Wasser schnell abfließen kann.