Holz für Dach, Fassade und Innenausbau

Holz ist auch heute noch als Werkstoff beim Hausbau nicht wegzudenken. Vorwiegend der Dachstuhl und Treppen werden aus Holz gefertigt, aber auch für die Errichtung von Wänden, zum Einziehen von Decken, für Fenster, Türen oder Fußböden ist Holz oft das perfekte Material. Häuser komplett aus Holz sind heute eher selten, meistens wird der natürliche, nachwachsende Rohstoff mit der heute üblichen Massivbauweise kombiniert. Die häufig vorhandene Angst, dass tragende Teile aus Holz bei einem Brand eine besondere Gefahr darstellen, stimmt so übrigens nicht: Natürlich ist Holz grundsätzlich brennbar, dennoch kann das Material eine Feuerwiderstandsdauer von bis zu 60 Minuten aufweisen. Damit ist Holz deutlich stabiler als unbehandelter Stahl. Im Falle eines Brandes verkohlt Holz nämlich an der Oberfläche. So bildet sich eine Schutzschicht, die die Brandgeschwindigkeit deutlich verringert.

Holz im Dachbereich

Geradezu unverzichtbar ist Holz im Dachbereich. Die Dachtragwerke, die die Dachhaut tragen und die Belastung von Wind und Schnee aufnehmen, bestehen bei den üblichen Sparren- oder Pfettendächern aus Holz. Die Tragwerke müssen so ausgeführt werden, dass sich der First in keine Richtung verschieben kann. Für einen späteren Innenausbau am besten geeignet ist übrigens das einfache Sparrendach, das ohne innenliegende Konstruktionsteile auskommt. Da das Dach zu den Teilen eines Gebäudes gehört, die am stärksten der Witterung ausgesetzt sind, sollte man hier auf keinen Fall sparen. Daher kommt dem Thema Holzschutz im Zusammenhang mit Holz für den Dachstuhl eine große Bedeutung zu. Gefährdet ist Bauholz vor allem durch Gebäudepilze und Gebäude-Insekten. Daher fordert die Bauaufsicht bei allen tragenden bzw. aussteifenden Zwecken den zusätzlichen Einsatz chemischer Holzschutzmittel. Auch hier sollte man nicht sparen. Empfehlenswert sind Hölzer, die im sogenannten "Kesseldruckimprägnierung" imprägniert wurden. Bei diesem Verfahren, das leider immer noch nicht von allen Holzhandlungen praktiziert wird, ist die Eindringtiefe der Schutzmittel nämlich höher, als bei den herkömmlichen Tauchverfahren. Und noch etwas ist wichtig: Das imprägnierte Holz sollte in einer trockenen Halle wenigsten 14 Tage ruhen, bevor es auf dem Dach verwendet wird. Das verringert nämlich die Gefahr, dass schon vor Fertigstellung des Daches ein Großteil der Holzschutzmittel durch Regen ausgewaschen werden.

Holz an der Fassade

holzfassade17.jpg
Foto: www.fotoatelier-schumacher.de

Wände lassen sich aus oder mit Holz in vielen Variationen errichten. Sie können tragend oder nicht tragend, aussteifend oder einfach nur als Trennwand ausgeführt werden. Die ursprüngliche massive Holzwand (wie z.B. beim Blockhaus) wird heute kaum noch eingesetzt. Stattdessen verwendet man heute verschiedene Arten der Holz-Skelettbauweisen. Dazu gehören neben der jahrhundertealten Fachwerktechnik auch die Holzrahmen- und die Ständerbauweisen. Dabei übernehmen stabförmige Hölzer, die in gleichmäßigen Abständen angeordnet sind, die tragende Rolle, während der eigentliche Wandabschluss beispielsweise mit einer Beplankung realisiert wird. Im Gegensatz zum klassischen Fachwerk kann beim modernen Holzskelettbau das Raster der Stützen und Träger erstaunlich weit gefasst werden. Beim Holzrahmenbau werden die Wände auf der Baustelle geschosshoch hergestellt, beim Holztafelbau werden sie dagegen in einzelnen Elementen industriell vorgefertigt (Fertighausbau) und auf der Baustelle nur noch zusammengesteckt. Weiterentwickelt wurden aber auch Blockbauweisen: Blockhauswände werden aus Gründen der Winddichtigkeit heute meistens als Doppelblockwand mit Kerndämmung ausgeführt. Aber auch Holzblocktafelwände (aus verleimten Brettlagen) und Brettstapelelementen werden gerne eingesetzt. Einfache Trennwände lassen sich natürlich ganz problemlos mit Holz errichten (Trockenbau). Dazu wird eine einfache Holzgerippekonstruktion mit Ständern und senkrecht angeordneten Kanthölzern errichtet, die dann mit Gipskartonplatten oder Holzwerkstoffplatten beplankt wird.

Holzdecken

Speziell in Fachwerk- und Holzskelettbauten werden oft Holzdecken eingebaut. Wegen der geringen Eigenlast werden Holzbalkenkonstruktionen bevorzugt. Aber auch massive Holzdecken bieten Vorteile, wie z.B. die weitgehende Vorfertigung, die bessere Tragfähigkeit sowie den deutlich höheren Brand- und Schallschutz.

Fußböden aus Holz

Will man einen gemütlichen Raumeindruck erreichen, so kommt man um einen Holzfußboden kaum herum. Vorausgesetzt, das richtige Holz wurde ausgewählt und vernünftig verarbeitet, besteht auch nicht die Gefahr, dass der Boden beim Begehen knarrt. Zudem sind Holzfußböden fußwarm - und lassen sich teilweise sogar noch mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Entscheidend für den perfekten Boden ist die Qualität des verwendeten Holzes. Es sollte trocken, gesund, rissfrei und astrein sein. Wird Nadelholz verwendet, sollte man keine Seitenbretter verwenden, da diese splittern können, sich schneller abnutzen und zum Knarren neigen. Verlegt werden Holzfußböden entweder auf Holzbalkendecken oder - bei Betondecken - auf einer Unterkonstruktion aus Kanthölzern. Die Lagerbretter und die Unterseiten der Bodenbretter müssen gegen Pilzbefall geschützt werden. Unter den Bodenbrettern sollte die Luft zusätzlich zirkulieren können. Kommt der Holzfußboden im Erdgeschoss zum Einsatz, ist es ratsam, eine intakte Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu integrieren. Zu den gängigen Holzfußböden zählen einfache Dielenfußböden, Riemenfußböden und natürlich Parkettböden mit ihren verschiedenen Mustern. Parkett (ausgenommen Fertigparkett) muss nach dem Verlegen geschliffen, gewachst und zu guter Letzt versiegelt werden.

Wandverkleidungen aus Holz

Mit Hilfe von Wandverkleidungen kann man den optischen Eindruck eines Raumes schnell verändern. Aber Vorsicht: Je nach Gliederung der Verkleidung verändert sich die Wahrnehmung von Länge, Breite und Höhe eines Raumes. Ist die Verkleidung beispielsweise senkrecht gegliedert, wirkt der Raum kürzer, schmäler und höher. Großflächige Vertäfelungen in Geschosshöhe lassen einen Raum kleiner Wirken, daher sollte man mit Wandverkleidungen in ohnehin kleinen Räumen vorsichtig sein. Ein guter Kompromiss ist die Reduktion der Höhe der Wandverkleidungen. Die Optik leidet auch, wenn man die Höhe der Wandverkleidung beliebig ansetzt. Am besten orientiert man sich an vorgegebene waagerechte Gliederungen, wie die Höhe der Türbekleidung, des Fenstersimses, etc. Doch neben der Raumgestaltung kann man mit Innenwandverkleidungen auch beispielsweise Risse in Wänden verdecken, den Feuchtigkeitsschutz, die Raumakustik oder die Schalldämmung des Raumes verbessern. Man unterscheidet Wandverkleidungen nach der Bauart. Typisch sind etwa die Verbretterung, die Verstäbung oder die Rahmentäfelung.

Deckenverkleidungen aus Holz

Deckenverkleidungen bieten neben der Möglichkeit, die Optik des Raumes zu verändern, auch die Möglichkeit Heizkosten zu sparen (wenn bei Altbauten die hohen Decken abgehängt werden), ermöglichen eine unsichtbare Verlegung von Klimakanälen oder Installationsleitungen oder erleichtern die Schalldämmung (Akustikdecken). Deckenverkleidungen bestehen aus der Unterkonstruktion und der sogenannten Verkleidungsschale. Diese kann aus Balken, Brettern oder Platten bestehen. In Baumärkten gibt es eine Vielzahl an vorgefertigten Formteilen z.B. aus Spanholz.

Türen und Fenster aus Holz

Fenster und Türen sind das Bindeglied zwischen Drinnen und Draußen. Gerade Fenster sind dabei der Witterung besonders stark ausgesetzt und müssen dadurch aus bestimmten, sorgfältig behandelten Hölzern gebaut werden. Für Fenster geeignetes Holz muss also einer ganzen Reihe von Anforderungen entsprechen: Es muss möglichst astfrei, gerade gewachsen und in relativ großen Abmessungen verfügbar sein. Wichtig ist auch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse, Pilze und Insekten. Damit Schutzanstriche eine möglichst gute Wirkung haben muss Holz für Fenster sehr trocken sein (z.B Laubhölzer mit max. 12 Prozent Feuchtigkeitsgehalt). Überhaupt der Anstrich: Er soll das Holz vor Feuchtigkeit, Schmutz und UV-Strahlen schützen. Eingesetzt werden entweder deckende Lacke oder Lasuren. Deckende Lacke haben den Vorteil, dass sie das Holz besser schützen und den Pflegeaufwand verringern. Während man Lasuren alle zwei Jahre erneuern muss, hat man bei deckenden Anstrichsystemen sechs bis acht Jahre Ruhe. Das gilt aber auch nur dann, wenn bei der Verarbeitung keine Fehler gemacht wurden. Die Anstriche sollten z.B. möglichst hell sein, damit der Lack durch die größere Hitzeentwicklung im Sommer nicht vorzeitig altert. Zudem sollten alle Anstrichstoffe vom nicht vorgeschriebenen aber empfehlenswerten Imprägniergrund bis hin zum Schlussanstrich miteinander harmonieren. Die Verwendung von "Anstrichsystemen" eines Herstellers ist empfehlenswert. Ähnliche Anforderungen gelten auch für Türen. Neben den natürlichen Eigenschaften des Holzes sind bei der Konstruktion besondere Anforderungen an die Sicherheit, die Wärme- und die Schallisolierung zu stellen.